Hausschwamm-Forum
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294. Konstantin
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Hallo Herr Rüpke,

in meinem Haus Bj51 wurde gerade eine Hausschwammsanierung durchgeführt (Brennholz im nassen Naturbodenkeller - mein Fehler!). Nun wurde der Holzboden meiner Gartenlaube auch befallen (die Kiesschicht drunter war zu dünn, Feuchtigkeit zog hoch in den Boden). Der Boden wurde entfernt, die Erde (voller Myzel) wird noch ausgetauscht (30 cm ca., dann mit Kies aufgefüllt) (ich belasse es dann bei Kiesboden). Die untere Reihe Kanthölzer liegt nun völlig frei, von Luft umgeben. Die ganze Laube wird von Stahlstützen getragen (in Beton-Punktfundamenten).
Frage: reicht das nun für die Laube? Wird der Hausschwamm am Laubenholz absterben, sobald dieses getrocket ist? Muss ich ausser dem Abtragen der Erde noch etwas tun? Soll ich das Holz mit Xyladecor behandeln? Anmerkung: Das tragende Holz der Laube wird nun immer frei bleiben, der Kies wird 2 cm darunter enden.

Ich weiss nicht ob das Abtragen von 30cm reicht. So tief waren nämlich die Stränge im Naturboden-Keller im Haus! Da habe ich 40cm abgetragen und es liegt nun eine Stahlbeton-Platte von Spezialfirma drin.

Danke im Voraus für die Antwort!
Konstantin
Lieber Konstantin,
zu Ihren Fragen:
bei einer Laube (ist nicht für den dauenden Aufenthalt gedacht) könnten Sie (hier im Einzelfall) rein konstruktiv Holz und Bodenbereich trennen und damit durchlüftet entkoppeln. Wenn dann die Laube unbeheizt bleibt, wird sich der Hausschwamm nicht weiterentwickeln, da auch seine eine Entwicklung an ausreichende Holzfeuchte (auch an Feuchte aus angrenzenden Baustoffen denken) gebunden ist. Eine Behandlung mit Xyladecor ist sinnlos, da ohne große Wirkung. Wirksam sind ausschließlich zugelassene Schwammsperrmittel.
Der Nährstoff des Echten Hausschwamms ist Zellulose. Ohne Zugang zu Holz kann das Mycel im Erdboden nicht überdauern.
Das Entscheidende bleibt offen, was war denn die Ursache, die zu Ihrem Begfall geführt hat? Schließlich sollte Ihr primäres Ziel sein, die Befallsursache zu beseitigen! Bei Lauben ist es oft die Beheizung, die zu Kondenzwasserbildung an der kalten Holzseiten führt.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

293. Stephan Mock
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Lieber Herr Rüpke,

vielen Dank für die schnelle Auskunft! Gerade hatte ich das Angebot einer Fachfirma für das komplette Sanierungsprogramm bekommen (40.000 Euro!!!) und bin nun froh, dass die angebotenen Maßnahmen nicht alle ausgführt werden müssen.
Eine Frage hätte ich noch: Da der Innenputz ohnehin komplett erneuert wird, sollte ich statt Kalk- lieber Kalkzementputz nehmen und ggf. noch mit einem Zuschlag gegen den Schwamm versehen? Wenn ja, was für einen Zuschlag nimmt man am besten?
Ein paar Bauteile (Fenster, Parkett, Türen und Treppe) sollen nämlich am Ende doch wieder aus Holz hergestellt werden, so dass es meine Hoffnung ist den Schwamm mit einem entsprechenden Putz im Mauerwerk "abschließen" und dauerhaft austrocknen zu können.

Vielen Dank und Grüße
Stephan Mock
Lieber Stephan,
wenn nicht alle Forderungen erfüllt werden, müssen Sie sich schon an die Regelverfahren halten oder, wenn Sie davon abweichen wollen, dies auch entsprechend belegt absichern. Z.B. ist unter den Bedingungen, dass Sie die Einbausituation samt umgebender Baustoffe trocken vor sich haben, also alle Feuchte im Baustoff- und Wandgefüge = Befallsursachen beseitigt sind, eine Befallsgefahr nicht mehr gegeben. Das läßt sich aber nicht so allgemeien fassen, besonders nicht aus der weiten Ferne. Sie müssen schon im Einzelfall alles belegt absichern. Dabei ist eine Kontrollierbarkeit von Nutzen.

Schwammsperrmittel im Putz sind in jeder Hinsicht unsinnig. 1. darf an einer wohl trocken Wandoberfläche kein Pilz zu erwarten sein und 2. muß auch die Wand dahinter schon an sich trocken sein. Ihre Überlegungen belegen eher, dass Sie ihrer eigene Sache nicht ganz sicher sind und/oder ihrem Plan nicht richtig vertrauen mögen.
Also alles noch einmal fachlich kompetent überprüfen, bis Sie von Ihrer Planung überzeugt sind.
Sicher können Sie erst sein, wenn Ihre Baukonstruktion trocken ist. Millionen von trockenen Gebäude beweisen, dass dort kein Pilz wachsen kann (und dass ohne jeglich Zusatzgifte in den Baustoffen). Also, wo schon mal ein Pilz gewachsen ist, gibt es handfeste Ursachen dafür. Hier liegt der kleine Unterschied.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

292. Stephan Mock
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Guten Tag!
Vor einigen Monaten habe ich ein Wohngebäude Bj1896 erworben, welches über 20 Jahre leer stand. Durch Beschädigungen am Dach sowie Wassereintritt am Balkon hat sich Hausschwamm angesiedelt, der den Dielenfussboden im EG pulverisiert hat und mehrere Deckenbalken bereits stark geschäfigt hat.
Die Balkendecke wir nun durch eine Betonmassivdecke ersetzt und der Dachstuhl komplett erneuert. Wasser bzw. Feuchtigkeit dürfte jetzt nicht mehr eindringen.
Meine Frage ist, ob ich das mit Schwamm befallene Mauerwer trotzdem sanieren lassen muss. Der Innen- und Außenputz werden ohnehin erneuert. Da das Gebäude derzeit unbeheizt ist friert es derzeit Nachttemperatur zw. minus 5 und minus 10 Grad) richtig durch. Überlebt der Schwamm das?
Außerdem wir eine Belüftungsanlage eingebaut, so dass in Zukunft nicht mit hoher Luftfeuchtigkeit zu rechnen ist.
Ich wäre Ihnen für einen Rat sehr dankbar, ob Sie trotz der Entfernung aller befallenen Holzteile das Mauerwerk sanieren lassen würden.

Besten Dank und Grüße aus Berlin
S. Mock
Lieber Staphan,
zu Ihren Fragen:
Die Pilze sind Frost gewöhnt. Sie sterben deshalb nicht ab.
Auf den Einsatz vorbeugend wirksamer Holzschutzmittel und Schwammsperrmittel kann verzichtet werden, wenn im Befallsbereich sämtliche Hölzer entfernt und durch nicht befallbare Baustoffe oder Bauteile (Beton, Stahlbeton, Stahl) ersetzt werden, auch anderweitig kein Holz oder Holzwerkstoffe neu eingebaut werden und die geforderte Austrocknung der sanierten Bauteile nachhaltig sichergestellt ist. Dabei ist zu beachten, dass ein eventuelles Übergreifen auf angrenzende Gebäudeteile oder Gebäude auszuschließen ist.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

291. Sabine
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Sehr geehrter Herr Rüpke,

tolles Forum haben Sie da. Habe schon ein paar interessante Beiträge gefunden, die mir sicherlich in Zukunft bei meinem alten Fachwerkhaus zu Gute kommen werden.
Ich komm bestimmt nochmal wieder.

Vielen Dank und Grüße
Sabine

290. Raphaelas Hofbauhütte
Guten Abend Herr Rüpke ,nach Durcharbeitung Ihrer höchst informativen Seite handelt es sich um den Feuerschwamm.Somit hat sich einiges schon geklärt.Es treffen alle Schlagregen-Umstände zu. Das Thema konstruktiver Holzschutz ist für mich ein Wegweiser. Vielen Dank
Lieber Raphael,
gern geschehen, das freut mich.
Viele Greüße
Hans-Joachim Rüpke

 

289. Raphaelas Hofbauhütte
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An der Schieferwand unseres Fachwerkhauses hat ein ockerfarbener Pilz das Holz der Schlagläden auseinandergedrückt und zerstört. Erstbefall ging von neuen Holzläden aus. Die Fensterfutter sind daraufhin ungewöhnlich schnell verrottet. Jetzt zeigt sich außen der Pilz in einem Riss in der Fensterbank.Läden und Fensterfutter sind aus Nadelholz.
1.Gibt es eine Möglichkeit die Ausbreitung der Sporen beim Erneuern des Futters zu verhindern? 2.Wie kann ich das neue Holz schützen?
3.Wird der Pilz die darunterliegende uralte Konstruktion für den Schiefer auch noch befallen? Gerade haben wir den Giebel oberhalb mit Lärche verkleidet. 4.Ist dieses Holz nun auch gefährdet?
5.Geht der Pilz auch in Eiche und Lärche?
Im innern des Hauses ist von einem Befall bisher nichts zu sehen. 6.Könnte man außen mit Behandlung durch Fungizide vor dem Erneuern des Futters vorbeugen? Fensterflügel sind noch in Ordnung.

288. Martin Zuchs
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Sehr geehrter Herr Rüpke,

zuallerst vielen Dank und gößtes Kompliment für Ihre Seiten!

Auch ich wende mich um - natürlich unverbindlichen - Rat an Sie:

Wegen eines verstopften Entwässerungsschlitzes eines Fensters kam es im Giebel meines Fertighauses (Holzständerbauweise) wohl über Jahre zu Nässeeinwirkung.
Dummerweise natürlich hinter einer Plane, die wohl das beste Brutklima für Pilze lieferte. Nach Entfernung der Plane und der Mineralwolle stellte ich Folgendes fest:

Durch Braunfäule wurde der auf den Bildern zu sehende Holzständer bereits stark geschädigt (Es ließ an zwei Stellen faustgroß morsches Holz (Ich denke Würfelbruch) mühelos entfernen). Auch die dahinter angebrachte Holzwerkstoffplatte ist stellenweise völlig mürbe.

Zudem wachsen zwei verschiedene Pilze. Außerdem an zwei Stellen sichtbares Mycel (oder Schimmel?), dass ich aber keinem Fruchtkörper zuordnen kann.

Da ich nicht weiß, wie ich die Bilder einbinde, habe ich sie hier hochgeladen:

http://img4web.com/view/F5GYJ Gesamtsituation und Lage der Detailfotos
http://img4web.com/view/E5S8VV Pilz 1. auf Holzständer, von vorne
http://img4web.com/view/ZJEJTA Pilz 1. auf Holzständer, seitlich aufgenommen
http://img4web.com/view/PNBNPD Pilz 2., der auf vordem unter dem Fenster eingsetzten Balken wuchs
http://img4web.com/view/P6R5ZA Mycel 3. rechts oben
http://img4web.com/view/T9MHZH Mycel 4.Unten links

Den Ständer und die Platte könnte ich relativ problemlos austauschen.
Sorge macht mir, das ich nicht prüfen kann, wie es unter dem Querträger (=Zimmerdecke 1. OG), auf dem der Ständer aufsitzt, weitergeht. Auch die Holzwerkstoffplatte ist sicherlich auch unterhalb des Querträgers in Mitleidenschaft gezogen. Beides aber wohl nicht im gleichen Maße wie oberhalb.

Trotzdem müsste bei einem "gefährlichen" Schwamm wohl die Außenfassade großzügig öffnen lassen.

Ein Luftschimmeltest aus dem letzten Jahr zeigte übrigens keine Belastung.

Für jegliche Auskunft Ihrerseits bin ich überaus dankbar.
Bereits jetzt herzlichen Dank für Ihre Bemühungen!

Mit dankbaren Grüßen


Martin Zuchs
Lieber Martin.
Sie haben es mit holzzerstörenden Pilzen zu tun. Die werden vermutlich bei solchen solchen "Luftschimmeltests" nicht erfaßt.
Die Pilze kann ich allerdings nur nur am Material selbst bestimmen (90EUR pauchal).
Echter Hausschwamm kommt im Holzhaus ohne Mauerwerk so gut wie nie vor.
Es gibt jedoch ein haufen Pilze, die ihm in der Zerstörung mindestens ebenbürtig, wenn nicht überlegen sind.
Viele Grüße
Hans-Jochim Rüpke

 

287. C.Haller
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Hallo Herr Rüpke,
wir haben nach einem Wasserschaden heute morgen Pilze in unserem Haus entdeckt, leider hat mein Mann den Fruchtkörper entsorgt, bevor ich ein Foto machen konnte, der Pilz sah jedoch aus wie auf diesem Foto, dass ich im Internet gefunden habe (http://www.ijon.de/bild-der-woche/2005.09.21.html Können Sie mir sagen um was für einen Pilz es sich handelt und was wir dagegen unternehmen sollten?
Vielen Dank im voraus.
C.Haller
Lieber C.,
das ist kein holzzerstörender Pilz. Er ist aber an der Stelle ein sicheres Indiz für andere dahinter sich "versteckende" holzzerstörende Pilze. Sie müssen also zunächst die Stelle weiter öffen.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

286. Bruno Zühlke
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Hallo Herr Rüpke,

sehr gutes Forum. Habe vor 4 Wochen eine größere Pilzstelle im Keller entdeckt, die auch schon den Teil des Kellers mit roten Sporen zugedeckt hatte. Nach all der Internetrecherche bin ich zu 99% sicher, dass es Hausschwamm ist. Es ist neben einer Wand noch eine Holzstelle (kleiner Fensterbalken) mit Pilsen befallen gewesen. Habe allerdings ebenfalls mit großer Wahrscheinlichkeit die Ursache für das Auftreten des Pilses entdeckt, nämlich Regenwasser, welches wegen eines verstopften Rohres nicht sachgemäß abgelaufen ist und gegen und in die betroffene Wand lief. Der Keller (Haus von 1890) war schon immer feucht, aber die Pilse kamen erst jetzt. Lüfte gerade ausführlich und habe alle Pilse und die Sporen entfernt. Am Mittwoch kommt jemand von einer Firma und schaut sich das an. Wenn ich nun regelmäßig lüfte, die Wasserursache abgestellt ist, die Wand trocknen kann !Was muß ich noch tun??
Danke schon mal. Grüße
B.Zühlke
Lieber Bruno Z.,
Sie müssen schon einen Fachmann zu Rate ziehen, denn der Echte Hausschwamm wächst ja überwiegend verdeckt, nur die Fruchtkörper sehen Sie. Die Frage ist, wo ist das nächste Holz (nötige Nahrung), bzw. wo ist die Grenze der Feuchteverteilung im Mauerwerk (nötige Feuchte)? Dahin müssen Sie Ausschau halten.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

285. H. Jaeger
Hallo Herr Rüpke,

haben Lehm Unterputz (bei Anlieferung erdfeucht, claytec) im Big Bag (ca. 1m^3) in gelüftetem Nebengebäude bis zur vollständigen Austrocknung auf Euro-Palette gelagert, da sofortiger Verbrauch nicht möglich war. Bei Umlagerung wurde zwischen Oberseite Holzpalette und Unterseite Big Bag Hausschwamm-Myzel bei leicht angegriffener Palette entdeckt. Beim Leeren des Big Bags wurde festgestellt, dass die letzten, untersten Millimeter des Lehmes in den Pooren weisses Myzel aufzeigen, offenbar während der Trocknung auf der Palette aufgekeimt und von unten ein paar Millimeter in den Sack hineingewachsen.

Nun meine Frage: Muss das gesamte Material entsorgt werden, oder reicht es, nur die unterste Schicht im Sack von z.B. 20-30 cm zu entsorgen. Die Verwendung des Materials ist als Innenputz zum Teil für Zwischenwände und zum Teil für Aussenwände, beides mit Fachwerk durchzogen, gedacht.
Lieber Herr Jaeger,
zu Ihrer Frage:
Liegt nachgeweisener Befall durch den Echten Hausschwamm vor, ist die Regelmaßnahme, den befallenen Big Bag im Ganzen zu entsorgen.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

284. Felix Scharen
Hallo Herr Rüpke,

ich liebe Altbauten & Vorkriegsarchitektur und spiele schon lange mit dem Gedanken, ein entsprechendes Objekt zu erwerben. Nun bietet sich ein Jahrhundertwendehaus an, jedoch gibt es augenscheinlich Schädlingsbefall an der obersten Geschoßecke. Der Bereich ist direkt unter dem Dachboden, der einen Drempel aufweist und erstreckt sich in gleichem Maße auf Außenwand + Trennwand zum Nachbarhaus. Meine größte Befürchtung ist der Hausschwamm, der ja generell Substanzaustausch erforderlich macht. Nun soll dieser aber täglich 1-13 mm wachsen können und die beiden älteren verfügbaren Aufnahmen legen nahe, daß die Schadstelle schon länger in etwa gleich groß ist. Was halten Sie denn dabei für wahrscheinlich? Die Deckenrisse scheinen nur marginal zu sein und in erster Linie ist nur die Deckenabschlußfarbe abgebröckelt und die Decke selbst ist nicht mal im selben Maße verfärbt, daher habe ich etwas Hoffnung für die Deckenbalken...unten habe ich mal die Aufnahmen hochgeladen.
Über jeden Hinweis wäre ich Ihnen sehr dankbar und möchte auch noch mein Lob bezüglich dieses Forums aussprechen. Alles, was zum Erhalt der historischen Baukultur beiträgt, findet jedenfalls meine Begeisterung.

Schöne Grüße aus Berlin


Lieber Felix S.,
Auch bei Ihrem Fall müßte zunächst einmal der Pilz der Art nach bestimmt werden.
Der Befall ist ja erreichbar. Das muß nicht immer ein Hausschwamm sein.
Die Ursache scheint ja schon bekannt, zu mindest schon am Dach lokalisierbar zu sein. Der Umfang der Schäden kann nur durch Öffnung festgestellt werden.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

283. Herr Vetter
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Hallo Herr Ruepke,
vielen Dank für diese sehr informativen Beiträge.
Auch ich habe einige Fragen zu einer aktuellen Bausituation:
In naher Zukunft möchte ich eine Wohnung beziehen, welche ich zu sehr günstigen Bedingungen erst einmal mieten und nach zehn Jahren zu einem passenden, bereits mit dem Vermieter festgelegten Preis kaufen kann. Das Gebäude ist nach Aussage des Vermieters von 1904. Ich vermute aber, das einige Teile des Gebäudes bereits älter sind (teilweise Bruchsteinmauern ca. 55cm dick). Die günstige Miete und der passende Kaufpreis begründen sich mit Eigenleistung von mir. Vorteil: Ich habe dadurch freie Hand und kann bauen und gestalten, wie ich es möchte. Auch der Vormieter hatte diese Option bereits.
Es geht um die Küche. Die Außenwand (24cm Ziegel) wurde durch den Vermieter bereits außen mit 8cm Styrodur gedämmt. Innen war diese vom Vormieter komplett mit Feuchtraumpaneele verkleidet worden. Da die Außendämmung erst später aufgebracht wurde, hatte der Vormieter diese Außenwand von innen mit 3cm Styropor und Bauschaum gedämmt. Hinzu kommt, dass das Flachdach darüber jahrelang undicht war. Auch dieses Flachdach wurde von innen mit 5 cm Syroporplatten, weiche nicht luftdicht verlegt und mit Metallschauben einfach angeschraubt waren, gedämmt...
Das Dach ist inzwischen dicht, die Wandverkeidung + Dämmung + Dachschalung bis auf die Sparren entfernt.
Der Anblick ist nicht schön: Schwarze Wand, Würfelbruch an den Sparren...
Daraufhin holte ich den Holz- und Bautenschutz. Dieser sagte, es wäre echter auch echter Hausschwamm (Sparren), welchen er selbst bereits vor ca. 3 Jahren in der Nachbarwohnung behandelt hatte. Dort kam es zum zum Fußbodeneinsturz!!! Zum Glück ist nix passiert.
1. Frage: Darf es passieren, dass der Schwamm nach der Behandlung der Nachbarwohnung in meiner Wohnung noch vorhanden ist oder wurde da nicht richtig gearbeitet?
Jedenfalls sagte mir der Mann vom Holz- und Bautenschutz die weitere Vorgehensweise:
1. Sparren zurücksägen.
2. Auflagebalken durch Ziegelsteine ersetzen
3. Befallenes Mauerwerk Putz entfernen
4. Bohrlöcher in befallenes Mauerwerk und mit Druck ein fungizides Mittel einpressen
5. neue Balken behandeln und einziehen
6. mit Schimmel und Hausboch befallene Sparren loses Holz mit Beil entfernen und mit einem Mittel einsprühen

2. Frage:
Als Laie klingt das für mich professionell, obwohl ich schon gehört habe, man müsse befallenes Mauerwerk ersetzen oder abbrennen, was wegen der Nachbarwohnung nicht so einfach wäre...
Also: reicht Bohren und eine Druckinjektion?

3. Frage:
Natürlich bin ich vorsichtig geworden und habe auch das Feuchtraumlaminat vom Fußboden genommen. Darunter: PVC Belag und darunter Linolium.
Die Dielen sind teilweise sehr gut (mit Farbe) und teilweise in allen Farben verschimmelt (grün, gelb und schwarz) und ohne Farbe. Holz- und Bautenschutzmann gefragt: Er sagte, es könne nicht so schlimm sein, da ja der PVC Belag die Nässe vom undichten Dach etwas aufhalten würde (zu diesem Zeitpunkt lag noch der PVC Belag, welcher festgeklebt war und es war noch kein Schimmel sichtbar).
Der Bautenschutzmann machte mit dem Hammer einen "Klangtest". Man könne Schwamm an einem anderen Klang feststellen.
Meine Frage: kann man das wirklich und ist das auch sicher?
Dielen sind ca. 4cm dick.

4. Frage:
Wie kann ich den Füßboden vorsorglich gegen Pilze behandeln, ohne noch größere Abrissmaßnahmen vorzunehmen?

5. Frage: macht diese Art der Sanierung einen profession
Lieber Herr V.
zu Ihren Fragen:
1. Möglich, daß kein Sachverständiger den Umfang je untersucht hat. Der Ausführende muß zwar sein Fach kennen, aber er muß nicht unbedingt alles erkennen oder gar einen Sachverständugen ersetzen.
2. Es gibt ein Regelverfahren nach DIN 68800-4, daß bei Echtem Hausschwamm unbedungt zur Anwendung kommt. Hier wird auch das Einbrinngen von Schwammsperren geregelt. Im Einzelfall ist dies auch ausführlich Gegenstand im Untersuchungsbericht.
3. Vielleicht der Tendenz nach, sonst: nein.
4. Hierfür müßte zunächst einmal geklärt werden:
a) Was ist die Ursache eines dortigen Pilzbefalls?
b) Gibt es eine Pilzbestimmung? Um welche Pilze handelt es sich (auch Ausschluß von Echtem Hausschwamm).
5. Nein.
Ihr Text bricht hier ab. Der Raum eines Textbeitrages ist begrenzt.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

282. H. Paulußen
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Sehr geehrte Damen und Herrn,

ich saniere zur Zeit einen Altbau. Das Gebäude war zweigeschossig. Das
Obergeschoß wurde abgerissen und neu aufgebaut. Die oberste Geschoßdecke wurde aus OSB Platten EN 300, 22 mm Stärke erstellt.
Nach dem Putzen hat sich auf der Unterseite der OSB Platten und an der Balkenlage ein einigen Stellen Schimmel gebildet.
Laut Feuchtemessung hat die Balkenlage und die OSB Platten 16% Feuchte.
An den Balken des Dachstuhls ist keine Schimmelbildung feststellbar, Feuchte 16%

Da letze Woche der Estrich eingebracht wurde kann ich zur Zeit nicht lüften und es ist ein muffiger Geruch im Obergeschoß wahrnehmbar.
Meine Frage jetzt habe ich die Möglichkeit den Schimmel vernünftig zu entfernen oder muss ich die OSB Platten tauschen?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen im Voraus
MfG
H. Paulußen
Lieber H.,
was da bei Ihnen zum Schimmelpilzbefall geführt hat, muß grundsätzlich sicher geklärt sein. Die Ursache muß also eindeutig gefunden sein. Denn die Beseitigung eines Schemmeilbefalls geschieht allein durch das Abstellen seiner Ursache. Spätestens im Winter wird sich zeigen, ob das der Ursache nach geschehen ist.

Schimmelsporen (wenn da) sind lose und werden immer zuerst mit einem Suabsauger mit Hepa-Filter abgesaugt. Dabei gegen Aufenthaltsräme abschotten. Danch können Sie Dauerlüftung machen. Das verbleibende Mycel an der Oberfläche der OSB-Platten kann mit tech. Alkohol (Isopropanol etc) abgetötet werden. Feuchergefährlich!
Beachten Sie den Arbeitsschutz (Mundschutz, Schutzkleidung) für Sie!
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

281. Susanne
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Hallo Herr Ruepke,
ich lese mit Interesse Ihr Forum und habe eine Frage zur Haftung für die Sanierung bei Hausschwamm: im November habe ich eine ETW in Berlin gekauft. Jetzt ist im Zuge der Dachausbauarbeiten Schwammbefall festgestellt worden - wer muss die Sanierung uebernehmen, der ehemalige Eigentümer oder die jetzt neu gebildete Eigentuemergemeinschaft? Ein Haftungsaauschluss o.a. Wurde nicht vereinbart.
Vielen Dank für einen Hinweis!
Liebe Susamme,
dazu müssen Sie sich von einem Rechtsanwalt beraten lassen. Rechtsberatung ist nicht mein Fachgebiet.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

280. Bettina
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Hallo,

wir haben vor kurzem an unserem Dachboden folgende Flecken entdeckt:







Nun fragen wir uns, was das ist, ob es schlimm ist und was man dagegen tun kann.

Danke schonmal für die Antwort.

LG Bettina
Liebe Bettina,
erst ist die Ursache zu suchen. Erst danach kann die Frage beantwortet werden, was gegen die Ursache der "Flecken" zu tun ist. Vermutlich haben Sie baulich etwas verändert was zu einer Auffeuchtung geführt hat. Die Flecken sind vielleicht Pilze. An Bildern allein kann man das nicht untersuchen.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

279. Wiebke
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Sehr geehrter Herr Rüpke,

ich bin seit einigen Tagen begeisterte Leserin ihrer umfangreichen und sehr informativen Seiten, denn es stellt sich mir derzeit folgende Schwierigkeit:
Im Oktober letzten Jahres wurde eine Aussenkletterwand 4m breit 10m hoch mit einem Dach (Überstand ca. 140 cm nach vorn, 50 cm nach hinten) gebaut. Diese ist mit KVH GK2 an der Wand eines Gebäudes befestigt. Die Unterkonstruktion wurde mit einer Kletterfläche aus Sperrholzplatten (Biken-Siebdruckplatte 18mm) umgeben. In die Sperrholzplatten wurde ein Lochraster gebohrt und mit Einschraubmuttern hinterlegt, um eine Aufnahme für die Klettergriffe vorzuhalten (25 Griffbefestigungspunkte / m²). Es wurden Klettergriffe eingeschraubt. Nun, fünf Monate später, beim Rausschrauben einiger Griffe, kann ich feststellen, dass die verzinkten Schrauben im Bereich der Bohrlöcher sehr stark- und auch schon teilweise innerhalb der Gewinde der verzinkten Einschraubmuttern- rosten. Mein erster Einfall: Staunässe.
Auffällig ist, dass die Schrauben hauptsächlich innerhalb der 18mm die sie im Holz gesteckt haben korrodieren. Ein Blick auf "nicht genutzte" Bohrlöcher zeigt jedoch, dass auch dort die Einschraubmuttern an ihrer Auflagerfläche zur Sperrholzplatte korrodieren.

Daraufhin habe ich versucht auf ihren Seiten Rat zu finden. Doch wie es immer ist, wenn man nach Ursachen sucht, kommen zu einer noch viele neue mögliche Ursachen hinzu.
Auch steigt, gerade die Furcht, dass, falls alle Löcher (immerhin ca. 1000 ) so "durchnässt" sind und sich das Wasser dort den Winter über gestaut hat, sich über kurz oder lang Pilze wie der Blättling ansiedeln oder schon erste- noch nicht sichtbar- einen günstigen Nährboden gefunden haben!? Und die Korrosion quasi nur ein erster Fingerzeig auf mögliche weiter Schäden ist.

Leider hat sich das planende und ausführende Unternehmen schon bei anderen Mängeln als nicht sehr kooperativ gezeigt und wird vermutlich versuchen die Verantwortung von sich zu weisen, nicht bereit sein nachzubessern oder versuchen den Vorgang gegenüber mir als Laiin als "natürlich" und "nicht sicherheitsrelevant" darzustellen.
Nach dem Lesen ihrer Seite meine ich gelernt zu haben, dass

1. das Dach ( nach der "60 Grad Regel" ) höchstens die oberen 2 m schützt und somit die unteren 8m als direkt "bewittert" hätten angenommen werden müssen
2. mindestens Holzwerkstoffe hätten verwenden müssen, die der GK (NK) 3-4 (nach Spielplatznorm, sowie DIN EN 636-3) entsprechen
(ich kann leider nicht mit Bestimmtheit sagen - was für Sperrholzplatten verbaut wurden, gehe aber mal von dem "schlimmsten Fall" aus dass auch hier nur GK2 verbaut wurde)
3. die Bohrlöcher hätten geschützt (versiegelt) werden müssen, um Staunässe und Pilzbefall vorzubeugen (hätte man vielleicht konisch bohren können?)

Könnte die Korrosion der Verbindungsmittel auch z.B. durch Imprägniersalze der Sperrholzplatten (+ Staunässe) hervorgerufen worden sein? Wie wahrscheinlich wäre das?
Meine Frage zielt auch darauf hin ab, ob ein Austauschen der Einschraubmuttern in Edelstahleinschraubmuttern und Edelstahlschrauben zusätzlich zweckmäßig sein könnte.

Womit aber das Staunässe - Problem nicht gelöst wäre!

Könnte sich auch das "Klima" zwischen Gebäudewand und Siebdruckplatten zusätzlich negativ auswirken? Könnte sich dort "im Schatten" Feuchte sammeln? Der Abstand zur Gebäudewand entspricht ja nur der Dicke der Unterkonstruktionshölzer so
Hallo Wiebke,
1. Richtig, höchstens die oberen 2 m sind geschützt und die unteren 8m hätten als direkt bewittert angenommen werden müssen.
2. Die verwendeten Holzwerkstoffe erfordern vom Material, entsprechend der direkten Bewitterung, eine höhere Eigenresistenz/Dauerhaftigkiet gegenüber der Feuchtebelastung. Ohne einen besseren kontruktiven Schutz und eine wirksame Hinterlüftung sind Sperrholzplatten hier i.d.R. ungeeignet.
3. Richtig, bei versiegelten Platten verlagert sich der Wasserzutritt auf die Bohrlöcher (und sonstige offene Oberlflächen, meist Kanten).

Die Wand wäre vermutlich ohne Probleme, wenn die Platte senkrecht wirksam hinterlüftet wäre und einen ausreichenden Regenschutz hätte.
Viel Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

278. Fred
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Sehr geehrter Herr Rüpke!
Bitte entschuldigen Sie meinen verspäteten Dank für Ihre schnelle Auskunft.

Noch eine Frage zu diesem Thema habe ich noch und würde mich natürlich über Ihre geschätzte Antwort freuen.

Das Mauerwerk ist zwischen 100 und 160 Digits sehr feucht (gemessen mit GANN UNI_2). Das Mauerwerk wird von einem Holzschutzunternehmen mit Sachkundenachweis mit Adolit flüssig behandelt.
Frage: Dürfen in dieses Mauerwerk unter diesen sehr feuchten Bedingungen Kesseldruckimprägnierte Nadelholz-Balken mit Holzschutzmittel gegen Pilz- und Insktenbefall imprägniert eingebaut werden ?
Der Architekt meinte das ist kein Problem da die Balken Imprägniert sind.
Vielen Dank für Ihre Antwort
Fred
Lieber Fred,
schwere Frage...aber grundsätzlich interessant:
Bei Ziegelmauerwerk sind Feuchtemessungen mit solchen Widerstands. bzw. Leitfähigkeitsmessungen eigentlich ungeeignet um das tatsächliche Holzfeuchteäquivalent (Holzfeuchtegrenze < 20 Masse-%) zu belegen. Bevorzugt wird eine Darrprüfung. Deshalb finden Sie auch keine Umrechnungstabellen für Digits. Für eine Feuchtebewertung können die Digits aber gut sein, wenn man das Ganze im Blick hat.
Eigentlich ist die Grundanforderung einer Schwammbekämpfung ein trockenes Mauerwerk. Kann man es nicht erreichen - das gibt es z.B. in historischen Kellern mit Gewölben - kann man kein Holz einbauen, ohne eine erneute Gefährdung in Kauf zu nehmen. Da verzichtet man dann ganz auf Holz.

Das bei Ihnen nocht etwas zu feucht ist, belegt der "Hosenträger" ihres Architekten, kesseldruckimprägniertes Holz - quasi quer durch die Wohnung - einzubauen. Was reitet ihn wohl dabei, pure Angst vorm Pilz oder die Erkenntnis, er hat sein Ziel noch nicht erreicht?

Ziel jeder Bekämpfungsmaßnahme gegen holzzerstödende Pilze ist primär die Wiederherstellung der ausreichenden Trockenheit der baulichen Anlage. Die gesetzliche Grundlage sind die Anforderungen für bauliche Anlagen in der jeweiligen Landesbauordnung. Auch in Ihrem Fall ist daher alles auf die Wiederherstellung einer ausreichenden Bauteiltrockenheit gerichtet.

Den abschließenden Erfolg, dies erreicht zu haben, mag ich bei Ihnen noch nicht erkennen. Allerdings muß ich dies einschränken, denn ich habe ja keine örtlichen (Er)kennisse, die ich zum belegen bräuchte. Ich darf nur vermuten.

Allgemeein ist der Erfolg jeder Bekämpfungsmaßnahme sicher erreicht, wenn die Grundanforderung einer ausreichend trockenen Baukonstruktion erreicht und damit erfüllt ist. Jede weitere Entwicklung des bekämpften Pilzbefalls ist daduch sicher ausgeschlossen.
Weil es bis zur Trockenheit ohne weitere, z.B. technische Trocknungsmaßnahmen dauern kann, ist das allseits bereite Gift eigentlich nur für die Übergangszeit gedacht, bis es trocken ist. Die 100%ige Vergiftung aller Bauteile ist keinesfalls der Erfolg, der als zu erreichendes Ziel bei der Bekämpfungsmaßnahme geschuldet ist.
Andersherum - der Pilz ist nur die sekundäre Folge eines Baufehlers oder Baumangels, es ist primär durch eine Wasserzufuhr zu feucht gewesen. Nicht der sich im folgenden entwickelnde Pilz, sondern die Wasserzufuhr an sich ist die Ursache. Die Anforderung besteht also zuallererst in der Beseitigung der Ursache.
Wenn es nun bei Ihnen immer noch ein nasses Mauerwerk gibt, ist die Baumaßnahme noch ohne Erfolg geblieben. Holzschutzmittel können ein ausreichend trockenes Mauerwerk schon mitelfristig nicht ersetzen.
also:
a) War der Baumeister abschließend erfolgreich, dann ist das Mauerwerk ausreichend trocken, dann kann er unbehandeltes Holz einbauen, gegebenenfalls darf er im Auflager z.B. bei neueren, feuchtetechnisch problematischen Fassadendämmungen als Sondermaßnahme das Holz vorbeugend schützen. Das nach ver neuen Holzschutznorm aber erst, wenn er konstruktive Maßnahmen ausgeschöpft hat, z.B. die Balken ganz vom Mauerwerk entkoppeln. Denn seit neuem gilt, konstruktiver Schutz ist grundsätzlich ein "Muss" und geht vor chemischem Schutz, der letzen Alternative bei konstruktiver Unmöglichkeit.
b) War der Baumeister abschließend nicht erfolgreich, dann ist das Mauerwerk noch nicht ausreichend trocken bzw. nass, dann kann er kein unbehandeltes Holz einbauen.... Den Rest dürfen Sie sich selbst reimen.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

277. Yvonne
Lieber Herr Rüpke,

ich interessiere mich für eine Eigentumswohnung im 1.OG eines typischen Rotklinkerbaus aus dem Jahre 1937. Das Haus hat 3 Stockwerke/ Keller/ Spitzdach/ 60 Wohneinheiten zusammenhängend U-förmig verteilt über drei Strassen/ 12 Hauseingänge.
Ich habe vom Makler das letzte Protokoll der Eigentümerversammlung erhalten. Hier ein Auszug: "......Das Jahr 2010 war finanziell betrachtet ein ruhiges Jahr. Aus der Intstandhaltungsrücklage sind lediglich die letzten Kosten aus der Pilzsanierung der Wohnung von Herrn Xxxx gezahlt worden. Die ursprünglich prognostizierten Kosten von ca. 40 000 Euro konnten deutlich unterschritten werden. Zusätzlich hat Herr Xxxx seinen Anteil an der Sanierung übernommen. Der entstandene Schaden, durch Unbewohnbarkeit der Wohnung sowie das teilweise Auslagern der Möbel, wurde durch die Versicherung gezahlt. Somit wurden von der Gemeinschaft insgesamt 15 485,23 Euro gezahlt......."
Mehr Informationen habe ich derzeit noch nicht. Eine Besichtigung erfolgt demnächst. Dazu meine Frage: Unter welchen Umständen könnte man einen Kauf trotzdem in Erwägung ziehen?

Viele Grüsse

Yvonne

Nachtrag:
in dem Protokoll der Eigentümerversammlung das noch ein Jahr weiter zurückliegt habe ich noch folgende interessante Passage entdeckt die Aulöser der Pilzsanierung war: ".....Eine besondere Kostenbelastung für die Gemeinschaft und den Miteigentümer Xxxx ist in dessen Wohnung entstanden. Bei einem Wasserschaden, der sich in der darunter liegenden Wohnung von Frau Yyyyyyyyyyyyy zeigte, wurde festgestellt, dass die Holzbalkendecke incl. der tragenden Balken vom Muschelkrempling zersetzt wurde. Eine eindeutige Erklärung für den Befall des Muschelkremplings gibt es nicht. Die Holzbalkendecke wurde komplett ersetzt und die Wohnung wieder instand gesetzt.
Die Wiederherstellung der Substanz oblag der Gemeinschaft, die der Dekoration Herrn Xxxx. Glücklicherweise hat die Haftpflicht der Gemeinschaft den Mietausfall und die Fremdunterbringung des Mieters übernommen, welche ansonsten die Gemeinschaft hätte zahlen müssen.
Liebe Yvonne,
zu Ihrer Frage: Das sieht alles schlüssig nach einem ordentlichen Ablaulauf einer Schadensbeseitigung nach einem Leitungswasserschaden. Der Muschelkrempling, ein holzzerstörender Hausfäulepilz, kann sich nur bei Wsserzufuhr entwickeln.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

276. Fred
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Mehrfamilenhaus mit 12 Wohneiheiten.

Sehr geehrter Herr Rüpke!
In drei Räumen unserer Erdgeschoßwohnung und dem darunterliegendem Keller wurde Anfang Mai 2011 bei Sanierungsarbeiten Befall durch "echten Hausschwamm" festgestellt.
Anfang Dezember 2011 wurde auf Betreiben des bauleitenden Architekten die Schüttung aus den drei Räumen entfernt um den Schadensumfang zu ermitteln.
Die befallenen Wandbereiche und der Keller soll demnächst untersucht werden.
Im Schwamm-Gutachten sind die Befallsbereiche eindeutig beschrieben.
Meine Frage:
Ist der bisherige zeitliche Ablauf - 9 Monate - akzeptabel?
Ist diese Vorgehensweise des Architekten richtig?
Wie lange dauert im allgemeinen eine Schwammsanierung von 24 qm + Kellerbereich.
Über eine kurze Antwort würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Fred
Lieber Fred,
zu den Einzelheiten kann ich mangels Kenntnis von Ort und Untersuchungsbericht natürlich nichts konkretes sagen.
Allgemein ist nach Ihrer Darstellung anzunehmen, dass der Zustand des Gebäudes im Bereich der Wohung mit Befall durch Echten Hausschwamm nicht den Anforderungen der Landesbauordnung Ihres Bundeslandes entspricht. Die Zweckbestimmung zum "Wohnen" ist vermutlich nicht mehr gegeben. In diesem Fall ist ein umgehendes Handeln des Eigentümers bzw. seines Vertreters erforderlich, um den zweckgemäßen Zustand "Wohnen" nach den Anforderungen aus der Landesbauordnung wieder herzustellen. Zu rechtlichen Fragen zum Mietverhältnis darf ich keine Antwort geben (Rechtsberatungsgesetz). Aber ich vermute ein Wohnen auf der Baustelle ist nicht Bestandteil Ihres Mietvertrages.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

275. Norbert
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Lieber Herr Rüpke,
Vorweg Gratulation zu dem Forum: Sehr gut.
Hier nun meine Fragen, es ist leider etwas länger.
Bei einem zu ersteigernden Fachwerkhaus ohne Keller (Baujahr ca 1850, Satteldach ohne Trempel), das nicht besichtigt werden kann, ist neben einem langjährigen Schaden am Dach wahrscheinlich auch Sockel mit geringer Höhe vermutlich im Bereich der Sanitärräume feucht.
Bauphysikalisch dürfte das Gebäude in Ordnung sein, da in den90er Jahren einen hinterlüftet Schieferfassade mit Mineralwolldämmung und ein nach damaligem Stand das Dach mit Folie, Dämmung und Unterspanbahn fachgerecht ausgeführt sein soll. Soweit mündlich zu erfahren war.
Die Fußpfette der Wand über dem Bruchsteinsockel fühlt sich feucht an. Man kann dort (ohne optischen Zugang) eine gelbe, nasse Masse abkratzen, die sich wie frisch angemachter Mörtel anfühlt. Ich habe sie verglüht und es bleibt eine geringe Menge Sand zurück, aber ein Großteil scheint organische Substanz zu sein. Geruch trat beim Ausglühen und teilweisen Verbrennen nicht auf.
Leider macht das Wertgutachten bezüglich Hausschwamm und Holzbock keinen Aussagen, da das Dach nicht zugänglich war.
Muss man im worst case davon ausgehen, dass Hausschwamm an beiden Stellen vorliegen könnte?
Wie weit könnte er sich etwa in ca 7 Jahren (so lange soll es wahrscheinlich am Dach Probleme gegeben haben) ausgebreitet haben bei normalem Wachstum ( in Metern). Damit ließe sich etwa abschätzen ob und wie viel Deckenbalken, und Wandbalken neben dem Dach noch ausgetauscht werden müssten im schlimmsten Fall., was sehr schwierig wäre, da dann auch die Wandverkleidung etc verloren geht.
Ist es bei vollständiger Trockenlegung (wäre beim Dach gegeben, der Sockel wird immer Erdkontakt und damit Restfeuchte haben?) möglich einen eventuellen Pilz aus zu hungern, ausreichende Resttragfähigkeit vorausgesetzt, die ich als Statiker beurteilen könnte. Ich denke da an Ihr Beispiel „Sanierung aus der Portokasse“ wo ja auch ein Hausschwamm ausgetrocknet war.
Lieber Norbert,
das ist natürlich nur hochspekulativ zu beantworten.
Nach 7 Jahren Dachundichtigkeit ist mit erheblichen Schäden durch holzzerstörende Pilze auch durch Echten Hausschwamm zu rechnen. Der Dachstuhl spielt da eine mehr untergeordnete Rolle. Vielmehr sind es die Holzbalkeneinschubdecken, die das Problem darstellen.
Aber das ist eben nur eine spekulative Vermutung.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

274. Valentin
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Hallo,

ich habe zu begin der Grundsanierung unseres Hauses im Februar / März letzten Jahres sämtliches ausgebautes Holz auf einen Haufen geworfen, um diesen dan später noch nach verwertbarem unbehandeltem Feuerholz und Abfallholz zu sortieren. Als ich dann anfang November anfing das Holz zu sortieren kamen einige mir bis dahin nicht weiter aufgefallenen grün gestrichene Lagerbalken des Erdgeschoß Fußbodens zum vorschein welche älteren trockenen Würfelbruch aufwiesen und wohl witerungsbedingt auch "Fruchtkörper"(?)entwikelt hatten.
Im Umkreiß dieser Balken hatte sich der Befall auch auf in der Nähe befindliche Hölzer ausgeweitet.
Nun im Jan. Habe ich bemerkt, dass der befall im Holzhaufen zwar nicht mehr zu sehen ist aber dafür ein angrenzender Lärchenholzstapel mit sägerauer Schalung zur späteren Verschalung der Giebel einen leichten und auch nur partiellen Befall aufweißt. Dummer weise Hatte ich das Lärchenholz Mit einer Gitterplahne Abgedekt was natürlich ideale Bedingungen schaffte.
Nun habe ich zwei Fragen
1. Kann ich das Lärchenholz, welches ich nun wieder offen mit lagerholzern lagere, als hinterlüftete Verschalung im Außenbereich auf einer 4 cm starken Lattung auf 3,5 cm Weichfaser noch verwenden?
und
2. Sollte ich lieber das ganze Abrißholz entsorgen oder ist das zwar "befallende" jedoch ansonsten unbehandelte Holz nach ausreichender Trocknong als Feuerholz noch zu gebrauchen? (Besteht evtl. die gefahr sich mit dem Feuerholz den Pilz wieder ins Haus zu hohlen?)
Bei bedarf Habe ich auch noch Fotos der Fruchtkörper und des Schadensbildes.

Fielen dank schon einmal an dieser stelle
und mit freundlichen Grüßen verbleibend
Valentin
Lieber Valentin,
Sie haben ja nach dem Geschehenen gesehen, Holzpilze können nicht zwischen Bauholz und altem Bruchholz im Wald unterscheiden.
Zu Ihren Fragen:
1. Soweit das Holz noch gesund ist, ja. Sie müssen aber eine Hinterlüftung bei der Vorsatzschale einplanen (Konterlattung).
2. Wenn das Abbruchholz ohne chemische Belastung und trocken ist, können Sie es verheizen.
Viele Grüße
Hans-Jpoachim Rüpke

 

273. Sylvia
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Hallo Herr Rüpke!

2009 im Sommer haben wir von Ihnen schon einmal wertvolle Hilfe bekommen. Sie beurteilten damals einen Hausschwamm der bei der Sanierung unserer Altbauwohnung in H-Linden entdeckt wurde. Da es sich um eine kleine Ecke mit inaktivem, alten Schwamm in seit langem trockenen Holz handelte rieten sie uns lediglich die morschen Balken zu sanieren. Die damals tätige Zimmerei erledigte dies und behandelte den ganzen Bereich mit Borsäure oder Borax. Im Anschluss wurde ein neuer Dielenboden verlegt. Seit ca. 2-3 Monaten ist nun in diesem Raum ein irgendwie chemischer Geruch vorhanden, den wir überhaupt nicht zuordnen können. Neue Möbel etc. sind definitiv ausgeschlossen. Ist es möglich, dass das verwendete Mittel nach so langer Zeit plötzlich ausdünstet??? Gibt es Wege so einen Geruch bestimmen zulassen?

Für einen Tipp wären wir sehr dankbar!

Mit freundlichen Grüssen Sylvia
Liebe Sylvia,
Schwammsperrmittel dünsten i.d.R. nicht aus und sind i.d.R. auch geruchsneutral.
Bei der Geruchssensorik ist die Nase ein sehr zuverlässiges "Messinstrument".
Eine labormäßige Stoffanalyse ist aufwendig und sehr kostenintensiv.
Am besten Sie rufen mich mal an.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

272. Alexander
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Lieber Herr Rüpke,

mir ist ein Altbau (Bj.1900) zum Kauf angeboten worden. Zum Objekt gibt es ein baufachliches Gutachten von diesem Jahr, in dem Folgendes ausgeführt wird: "Gemäß dem vorliegenden Begehungsbericht vom 22.07.2008 lag ein
Schwammschaden an einem Streichbalken in der Decke über dem 4. OG vor. Der
betroffene Bereich konnte während der Ortsbesichtigung nicht lokalisiert werden.
Gemäß dem Begehungsbericht ist der Hausschwamm inzwischen abgetrocknet. Aus der Ortsbesichtigung haben sich ansonsten keine Anhaltspunkte für
Hausschwamm ergeben."
Für mich ergeben sich daraus folgende Fragen:
1. Kann der Hausschwamm "abtrocknen" und damit verschwinden oder ist er nur inaktiv und tritt sofort wieder in Erscheinung, wenn geeignete Rahmenbedingungen bestehen.
2. Sollte der erwähnte Streichbalken in jedem Fall entfernt werden, auch wenn derzeit keine Anhaltspunkte für Hausschwamm erkennbar sind?
3. Ist es wahrscheinlich, dass nicht nur ein Balken betroffen ist, sondern im Verborgenen der Pilz sich weiter gefressen hat?
4. Welche vorbeugenden Maßnahmen würden Sie empfehlen, um das Schadensrisiko zu minimieren?
5. Ist es richtig, dass ein einmal befallenes Haus, nie wieder pilzfrei wird und nur durch trockene Umgebung und andere Maßnahmen versucht werden kann, ein erneutes Ausbrechen zu verhindern? Oder dramatisiere ich da jetzt zu sehr?

Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Beantwortung.

Freundliche Grüße von Alexander
Lieber Alexander,
zu Ihren Fragen:
1. ja, auch der Echte Hausschwamm kann wie alle Pilze bei Trockenheit absterben.
Der Zeitraum ist je nach Pilzart relativ unterschiedlich. Bei Oberflächenmycel geht es schnell, bei Strangmycel dauert es etwas länger, bei Sporen (das sind die Überdauerungsformen) sehr lange. (Deshalb gehen wir ja davon aus, daß Sporen immer allgegenwärtig sind).
2. Befallenes Holz ist mit 1 m Gesundschnitt in Faserrichtung auszubauen.
3. Das kann man nur vor Ort durch eine Untersuchung (durch Öffnung) feststellen.
4. Eine ausreichend trockene (also regelgerachte und regelmäßig kontrollierte und unterhaltene) Baukonstruktion. Im Zweifel sind Holz und Außenmauerwerk zu entkoppeln.
5.Dass ein einmal befallenes Haus, nie wieder pilzfrei wird ist falsch. Siehe 4.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

271. michael
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Hallo und guten Abend!
Wir haben vor kurzem ein kleines EFH BJ 1948 gekauft. Und beim Speicher ausräumen habe ich in einer der hintersten und zugestellten Ecken das:
entdeckt. BITTE BITTE; WAS ist das??? Vielen herzlichen Dank schon mal und beste Grüße
Lieber Michael,
das sind vermutlich holzzerstödende Pilze. Die Art kann man am Bild nicht feststellen.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

270. Uli
Hallo,
ich finde das Forum ausgezeichnet und eine super Sache, hier Fragen stellen zu dürfen. Hier mein Thema:
beim Umbau eines Gebäudeteils stellte sich heraus, dass durch eingedrungene Feuchtigkeit Balken teilweise (Würfelbruch vorgefunden) zerstört wurden. Auf 0,5-1m ein tragender Balken (liegt aber noch mit gutem Holz ca. 0,5 m auf Wand auf) und der damit verbundene Deckenbalken auf 0,5m. Es haben sich am Deckenbalken Nagekäfer dazugesellt, die den feuchten Teil zusätzlich angegriffen haben. Nun wurde die Quelle der Feuchtigkeit abgestellt (Dach neu) und eine Fachfirma schlägt die Behandlung mit Diffusit Holzbau B des gesamten Raumes vor, der zu einem Badezimmer umgebaut werden soll. Grund: teilweise Einbau neues Holz (KVH) durch neue Gaube und vorgefundene Frassstellen Scheibenbock an den alten Teilen, da am 60 Jahre alten Holz auch noch Rinde vorhanden war. Das Mittel soll auf alle Balken versprüht aber auch in den befallenen Balken eingepresst werden, um die Pilze zu stoppen. Kosten bei meiner Raumgröße von 25 qm über 1100 Euro. Ist Diffusit Holzbau B das richtige Mittel, und ist vorbeugend im Innenraum (Wände, Fussbaoden werden noch gedämmt und verkleidet ) gegen Insekten geeignet? Hinzuzufügen ist, dass wegen der Standsicherheit die schadhaften Teile nach möglichkeit entfernt werden und ggf neues Holz parallel verbaut und mit den guten Teilen der Balken verbolzt werden sollen.
Grüße
Uli
Lieber Uli,
das wichtigste war, die Quelle der Feuchtigkeit abzustellen. Der Nagekäfer an den Deckenbalken wird der Bunte Nagekäfer sein. Das ist ein Pilzfolger. Die Bereiche werden nicht behandelt, weil sie eh pilzbefallen sind und ohnehin entfernt werden müssen.
Für eine Behandlung des gesamten Raumes mit Diffusit Holzbau B sehe ich keinen Grund. Bestimmungsgemäß gibt es einige Anwendungsbeschränkung in Räumen zum dauernden Aufenthalt.
Es gäbe m.E. auch gar keine sinnvolle vorbeugene Anwendung. Das neue Holz (KVH) ist in der Einbausituation der Gebrauchsklasse/Gefährungsklasse 0 zuzuordnen. Es wird keiner Gefahr durch Pilze und Insekten ausgesetzt.
Es bestünde aber auch kein bekämpfender Anwendungsgrund. Der Scheibenbock ist ein Frischholzinsekt, das an Rinde und aien ausreichende Feuchte gebunden ist. Nach Verbau des Holzes besteht für diese Insekten also keinerlei Entwicklungsmöglichkeit mehr.
Eine Bekämpfung von Pilzen ist grundsätzlich chemisch nicht möglich. Das geht nur konstruktiv, wie sie es machen wollen oder gemacht haben, "um die Pilze zu stoppen."
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke