Holzwurm-Forum
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1122. holger.bruening
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Hallo Herr Rüpke,
dies ist ein sehr interessantes Forum für mich.Ich habe vor ca. 6 Monaten ein großes Anwesen mit Herrenahus und Stallungen, erbaut um die Jahrhundertwende, erworben. Dieses war seit ca. 5 Jahren nicht bewohnt und dem entsprechend auch nicht belüftet. An einigen Stellen, insbesondere an den Fußbodendielen und dem Dachgebälk, sind jetzt nach einigen Umbaumaßnahmen feinste Späne ausgetreten, so, daß ich davon ausgehe, daß sich dort überall die "gefrässigen Nager" eingenistet haben. Ich habe die Möglichkeit, das noch im inneren "Rohbau" befindliche und noch nicht bewohnte Gebäude komplett auf über 50° -70°C Grad auf zuheizen. Das auch über Tage. Glauben Sie, das ich mit dieser Methode, den "Nagern" das Leben zur "Hölle" machen kann ?
Lieber Holger Bruening,
sie müßten über die Kenntnisse zur Heißluftbekämpfung verfügen und die nötige technische Ausrüstung haben. Der Aufwand an Gerätekosten ist nicht wenig. Sie pumpen einige 1000 m3 Luft mit weitaus höheren Temperaturen in den dazu vorbereiteten Strömungsablauf in Gebäudeabschnitte, um über diesen Luftströmungsverlauf die Holzkonstrution zu ereichen und dann das Holzinnenere auch an der ungünstigeren Stelle auf 50°C zu erhitzen sowie diese Temperatur endlich über 60 Minuten zu halten.

Um da hinzu kommen, braucht es seine Zeit, eine entsprechende Vorbereitung zur Luftströmung, eine Messüberwachung mit Apparatur und mit vielen Messpunkten, entsprechend große Heißluftaggragate, Riesenheißluftrohre und Spezialluftschläuche und einen großen Tank mit Heizöl.

Dann kann das klappen.

Mit einfacheren "Bordmitteln", Zentralheizungen, Heizern etc. kann man eine Heißluftbekämpfung nicht erfolgreich ausführen.

Die Heißluftmethode ist zwar seit über 100 Jahren im Einsatz, ist aber keinesfalls eine "einfache Sache", wie viele denken mögen. Es bedarf einer längeren Berufserfahrung. Oft sind auch nicht alle Bauteile überhaupt erreichbar, was dann weiter Kenntnisse auf dem Weg zur erfolgreichen bekämpfung erfordert.

Grundsätzlich ist jedoch vor jeder Maßnhame erstmal festzustellen, welche Insekten da überhaupt tätig sind und was die Ursachen dazu sind. Erst danach folgen dann die Empfehlungen zu weiteren Maßnahmen.

Der sichere Weg zum Ziel: Schaden feststellen, Ursache finden, Maßnahmen planen, Maßnahmen ausführen.

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1121. Kerstin Weller
Hallo hab leider keine möglichkeit z.Z Fotos zu schicken,aber herzlichen Dank für die Mitteilung. Das ganze ist für uns eine Frage des Geldes. Und da zu Investieren ist fraglich( habe gelesen das die Sache mächtig teuer werden kann)
Aber noch eine andere Frage, wenn es unbewohnt bleibt ist das dann eher schlechter für die Substanz ? (in dem Zustand kann man es ja kaum bewohnen)
Mit freundlichen Grüßen Kerstin

1120. Johann Gramkow
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Moin, moin!

Ich bin Zimmerergeselle und saniere gerade ein 170 Jahre altes Fachwerkhaus(Eiche, Herrenhaus, 3- stöckig, 50 x 12m) , das 1910 mit Zementputz zugekleistert wurde. Als Folge davon und einiger Durchfeuchtungen vom Dach ist fast das ganze tragende Fachwerk befallen/ geschädigt.
Der (unabhängige) Gutachter (Biologe und Zimmerer) stellte ettliche Schädlinge fest von denen mir nur noch Kellerschwamm, Nagekäfer, Hausbock, Mulmbock und Holzwespe(?) einfallen. Aber keinen aktuelle Befall durch Insekten. Nun, da irrte er sich, und als ich gestern, an Tag 3 auf dem Bau die 5. lebendige Larve (Hausbock) erwischte, bekam ich das "Feuer frei" zur Bohrlochtränkung. Habe ich, ehrlich gesagt, bisher nur beobachtet, wenn auch häufig und Variationsreich. Naja, also gestern im Bett technische Merblätter, usw. gewälzt, alles gut, ich bohre also heute 12mm- Löcher in Abstand, Winkel und Tiefe nach Vorschrift befülle sie 2x mit den entsprechenden Wolman- Produkt und schlage dann die Buchenstäbchen ein.
Aber: Durch den aufgebauten Druck beim Einschlagen dringt die Lösung durch das Buchen- Hirnholz nach aussen und saut mir nicht nur die Kluft ein, sonern lässt mich auch an der Wirksamkeit der Massnahme zweifeln. Ich gehe davon aus, daß der Druck, der das Mittel im Balken verteilen soll, eher durch das Buchenstäbchen entweicht als daß er 170 Jahre alte Eiche in Schnitten bis zu 28/28cm "tränkt". Eine Idee, die mir kam, wären Kunststoffproppen, entweder konisch wie Ohrproppen oder mit Rippen, wie die Stopfen zum schliessen der Ankerlöcher im Gerüstbau. Von der Materialverträglichkeit her kein Problem, oder? Was wäre sonst eine Lösungsmöglichkeit? Wo wären solche Stopfen zu erhalten? (habe mir die Finger wund gegoogelt, nix zu machen.)

Mit freundlichen Grüssen aus Hamburg,
Johann Gramkow
Moin moin Johann Gramkow,
ich will mal sortieren:
1. - tragend verbaute Holzart ist Eiche
2. - kein Befall durch Insekten.
3. - gefunden wurden Schadbilder nach Befall von Nagekäfer, Hausbock, Mulmbock und Holzwespe(?)
4. - gefunden wurde zudem das Schadbild nach Kellerschwamm
5. - Befall an Larve vom Hausbock nachgewiesen

Daß Schadbilder vom Hausbock, Mulmbock und Holzwespe(?) festgestellt wurden, kann nur heißen, an den Untersuchungsstellen ist keine Eiche sondern überwiegend Nadelholz verbaut oder der Sachverständige hat sich trefflich geirrt oder Sie haben es falsch mitgehört.

Vermutlich ist also neben Eiche auch Nadelholz verbaut, vermutlich sind alle Deckenbalken und der Dachstuhl überwiegend aus Nadelholz. So wäre es dem Baualter und der seinerzeit vorherrschenden Bauweise auch entsprechend zu erwarten.

6. Buchenstäbchen und Probleme

Vorzusehen sind, gegen Insektenbefall vorbeugend imprägnierte Holzdübel. Eine Holzart ist nicht zwingend vorgegeben. Buche ist allerdings bekannt dafür, das eine oben eingefüllte Imprägnierung unten alsbald ausläuft...Buche läßt sich bestens und vollständig impränieren.
Also hier ist der Effekt in der Anatomie der Holzart Buche begründet, den Sie als "Rausspritzen" erleben.

Wirksamer als jede Druckbefällung ist grundsätzlich eine Befüllung ohne Druckbeaufschlagung, z.B. aus einem aufgesetzten Vorratsbehälter (oder eine mehrmalige Füllung). Zur Übersicht und Kontrolle der Befüllung empfehle ich, das Loch, je nach Tiefe mit Zahnstochern oder Schaschlikstäbchen zu markieren. Die Holzdübel können dann am Schluß der Befüllung nach Eintrocknen (ohne Spritzer) eingeschlagen werden.

Was mir Sorge macht, ist das nach dem Gesagten nicht bestimmungsgemäße Vorgehen an sich: Sie injezieren in 28/28cm Eichenholzbalken! Warum eigentlich?

In Eiche kann niemals eine Hausbocklarve sein. Die Larven sind an Nadelsplintholz gebunden.
Zudem ist Eiche so gut wie nicht tränkbar. Unsere heimische Stiel/Traubeneiche braucht ja aber auch gar nie imprägniert werden, denn es besteht keine Befallsgefahr. Europäische Eiche ist ausreichend dauerhaft (Resistenz-/ Dauerhaftigkeitsklasse 2), um bis in die Gefährdungsklasse 3 (außenverbaut, frei bewittert).
Sie kann also ohne Erdkontakt verbaut ohne jeglichen chemischen Schutz verbaut werden.

Fazit: Es stimmt hier irgend etwas nicht. Entweder, es handelt sich um Nadelholz, dann wäre das Vorgehen nachzuvollziehen, oder es wird hier eine nicht bestimmungegemäße Maßnahme (gegen jeden Sinn) vorgenommen...

Vielleicht könnten Sie die Zusammenhänge und Fakten noch einmal prüfen und sich noch mal melden. Dann kann man abschließen sagen, was zu tun oder lassen wäre.

Vielleicht wollten Sie aber auch nur mal prüfen, ob ich es merke... Habe ich!

Vieler Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1119. Kerstin Weller
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Hallo mein Freund hat ein altes Häusschen und nun meine Frage:Keller ist nass mit allerlei Schimmel ,des weiteren sind die Stützbalken sehr morsch und nass und es rieselt Holzmehl heraus(obere Etage und Keller).In den oberen Etagen sind an der Wand zum Bad und Küche rosa und schwarze Flecken.Im Wohnzimmer ist der Fussboden an der Ecke zur Aussenwand eingebrochen.Ist das eine Mischung aus Schwamm und Wurm? Ist da noch was zu Retten? Mir macht das Haus einen sehr maroden Eindruck und abreissen ist nicht da an beiden Seiten noch Häuser stehen(ehem.Scheune und Elternhaus,alles ca.150 Jahre alt)
Liebe Kerstin Weller,
vor so einem Richterspruch "im Name des Pilzes: Abriß!" schrecke ich ohne weitere Kenntnisse der Örtlichkeit zurück.
Machen Sie ein paar digitale Bilder, die das Ereignis und die Umgebung im Ganzen zeigen.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1118. Reindl Claudia
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Guten Tag,

wir haben ein ca. 25 Jahre altes Haus. Unser Dachstuhl wurde damals gegen den holzbock gespritzt mit einer organgen Farbe.
Heute mußten wir erschreckend feststellen, das der Holzbock in unserem Dackstuhl ist. Es wurde uns von einem Fachmann bestätigt.
Was können wir nun machen gegen den Holzbock? Über die Heißluft sind wir uns nicht so im klaren. Kann man selbst gegen den Holzbock vorgehen?
Vielen Dank im vorraus.
Mit freundlichen Grüßen
Liebe Claudia Reindl,
bitten Sie zuerst den eingeschalteten Fachmann, Ihnen sein Ergebnis schriftlich zu geben und bitten Sie ihn, ergänzend Empfehlungen zu nötigen Maßnahmen hinzuzufügen. Dann haben Sie wenigstens eine Beratung, die belastbar ist...

Wenn befall da ist, müssen Sie im Laufe der Zeit was machen. Das muß nicht gleich sein, den jetzt ist die Flugzeit gerade vorbei. Sie haben also Zeit sich fachlich beraten zu lassen.
Selbst können Sie nicht gegen den Hausbock vorgehen, weil Ihnen neben dem technischen Gerät die nötige Sachkunde dazu fehlen.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1117. Leo Müller
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Guten Tag,
habe Bilderrahmen geerbt, Typ Jugendstil, welche stark vom Holzwurm bzw. dessen Larven zerlöchert wurden.
In Forum konnte ich eine Vielzahl von Tips entdecken.
Am interessantesten war die Lösung durch Erhitzen. Die Rahmen passen in den Backofen, ich habe nur Bedenken wegen eventuellem Verziehen der Rahmen.

Ein weiterer Tip wurde mir persönlich mitgeteilt, das Legen in eine Tiefkühltruhe.

Und nun die Frage an den Fachmann: Würde das Einfrieren bei minus 20°C die Larven und die Eier zerstören oder liegen andere Erfahrungen vor?
Ich bitte um Ihre Einschätzung. Besten Dank dafür, Leo Müller.
Lieber Leo Müller,
wie beim Erhitzen ist auch beim Einfrieren wird stets eine Trocknung das Problem sein.

Die Erhitzung von höherwertigen Gegenständen wird daher in der luftfeuchtegeregelten Klimakammer erfolgen, nicht im Backofen.

Allein das überhaupt ein Befall am Rahmen vorliegt, deutet vielleicht auf eine zuvor schlechte Lagerung hin. Könnte es auch sein, daß die Außenwand, an der der Rahmen hing, infolge von Baufehlern entsprechend kalt und feucht war?

Ansonsten ist ein Befall von solchen Gegenständen in einer beheizten Wohnung in einer fehlerfreien Baukonstruktion der absolute Ausnahmefall.

Das einfachste ist es, wertvolle Gegenständige luftdicht einzupacken und darin eine Behandlung mit Inertgasen (z.B. CO2 etc.) durchzuführen, die aber ausreichend lange erfolgen muß und der Wiederholung bedarf.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1116. Friedhelm Weller aus Traisen
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Hallo,

bin über Google auf Ihre informativen Seiten gelangt. Ich wäre Ihhnen dankbar wenn Sie mir einen Tip zu folgenden Fragen geben könnten.

Ich habe vor 10 Jahren eine Neubau mit vielen Holzteilen erstellt, sichtbare Holzbalkendecke, angebauter Balkon aus Holz, Holztüren sowie einige alte Weichholzschränke im Wohnzimmer. Die Holzteile sind überwiegend aus Kiefer- Tannenholz.

In etwa 6 metern Enfernung steht auf dem Nachbargrundstück eine alte Scheune und ein altes Wohnhaus. Beide Gebäude sind stark vom Holzwurm befallen.

Besteht Gefahr für mein Haus ?

Ein Bekannter meinte, ich sollte das Haus mit Duftstoff- Fallen schützen ?

Vorab vielen Dank für Ihre Antwort.

Mfg. F. Weller
Lieber Friedhelm Weller aus Traisen,
das kann muß aber keine gefahr sein. Zum Trinken geht man ins Wirtshaus, so kommen holzzerstörende Insekten auch nur vorbei, wenn es was zu naschen gibt und die Adresse stimmt... Im Klartext, nur wenn ihr Haus einladend wäre, bräuchte man sich sorgen. In der Regel ist das bei einer ordentlichen Baukonstruktion aber nicht der Fall. Wie sähe es sonst in unserem Kulturraum aus? Da müßte doch jedes Haus in höchster Gefahr schweben, denn holzzerstörende Insekten sind (übrigens aus aktuellem Anlaß "in West wie Ost") allzeit und überall bereit.

Mit Duftstoff-Fallen (Pheromaonfallen), wie sie angepaßt in Forst- und Landwirtschaft erfolgreich verwendet werden, würden Sie beim vorbeugenden Holzschutz genau das Gegenteil erreichen. Sie werden damit eine Vielzahl von Exemplaren überhaupt erst einmal auf Ihr Haus aufmerksam machen, die sonst vorbei geflogen wären. Am Ende werden mehr überlebt und Ihre Eiablage vollzigen haben, als ohne Falle überhaupt in Ihr Haus gekommen wären. Ohne entsprechende "Lockdüfte" hätte Ihr Haus nämlich vermutlich kein größeres Interesse z.B. beim Hausbock geweckt.
Beim bekämpfenden Holzschutz ist in diesem Fall, (anders als in der Forst- und Landwirtschaft, wo nur der Normalzustand der Population erreicht werden soll), eine 100%-ige Todesrate nötig - sonst haben Sie nämlich trotz aller Fallen dennoch einen Befall.

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1115. Andre`B.
Liebe Fachleute,
ich habe auf dem Dachboden meines Hauses einen beginnenden Befall
des Hylotrupes bajulus L.

Käfer beider Geschlechter auf dem Boden und auch zufällig leben sowie auch Larven durch abbeilen gefunden.

Ich habe zwei Balken mit Hilfe eines Holzbauingenuers ausgetauscht.
Nun bin ich auf der Suche nach Pheromonfallen oder Pheromonen für Klebetafeln.
Können sie mir helfen?

Nirgendwo im Internet finde ich Bezugsquellen für dieses Produkt welches allerdings ganz sicher am Markt ist.

Vielen Dank
A.B.
--
Lieber Andre B.
Das hat seinen Grund.
Pheromone als Sexuallockstoffe werden sinnvoll eingesetzt nur zur Endeckung eines versteckten Befallsvorkommen benutzt. In der Bekämpfung hat die Anwendung solche Lockstoffe keinen Sinn.

Die Anzahl der dadurch angelockten eiablagefähigen Tiere ist größer als der summarische Erfolg der Vernichtung. Prakische Umsetzungsversuche der seinerzeit in den Himmel gelobten theoretischen Möglichkeiten der Lockfallen haben in der Praxis eine Panne ergeben: die Anzahl angelockten Käfern war so groß, daß der Befall, anstatt bekämpft, sogar noch verstärkt wird.
Bei der Bekämpfung von holzzerstörenden Insekten stht die Forderung nach einer 100%-igen Erfolgrate, anders als z.B. in der Forst und Lanfwirtschaft, wo es schon ausreicht, den Befall auf eine Rate, die der sonst üblichen natürlichen Rate entspricht.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1114. brigitte franke-krieger
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sehr geehrter herr ruepke !

wir haben in unserer garage brennholz gelagert.
mit erschrecken musste ich nach langer abwesenheit feststellen das ,dass brennholz von einem holzwurm ? befallen wurde.
wir waehren ihnen sehr dankbar wenn sie uns en tipp geben koennten wie wir
am besten auf diese situation reagiren.

mfg
b.f
Liebe Brigitte Franke-Krieger,
schauen Sie mal über die Suche rechts oben, Sie werden zu dem Thema viele Einträge finden.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1113. Svend Wöhr
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Sehr geehrter Herr Rüpke,

wir haben vor 3 Jahren ein 100 JAhre altes Haus gekauft und renoviert. An den sehr schönen alten Treppen waren zwar Löcher zu erkennen, jedoch kein Holzmehl.
Bisher war alles in Ordnung. Nun aber, nachdem wir ein Jahr hier wohnen liegt Holzmehl auf der Treppe und der Kellertreppe. DA wir in fast allen Räumen Parkett haben und auch eine Galerie aus Holz, haben wir nun Angst, daß sich der Holzwurm ( nach der Beschreibung auf Ihren Seiten) ausbreitet.
Wir haben aber auch ein Baby im Haus, so daß wir Angst vor chemischen Anwendungen haben.
Dennoch haben wir die Treppen mit Xyladecor eingestrichen. Was aber mit den verkleideten Unterseiten, an die man nicht herankommt?
Was können wir tun?

DAnke für eine Antwort und herzliche Grüße

Svend WÖhr
Lieber Svend Wöhr,
Sie haben in den Seiten gestöbert, aber nicht genau gelesen...
Ein Gemeiner Nagekäfer (Holzwurm) wird nicht unbedingt in Ihr Parkett einziehen, wenn es nicht einen Grund dafür gebe, es müßte schon anheimelnd "kühl und feucht" wie z.B. an Ihrer Kellertreppe sein. Ich kann mir das aber nicht vorstellen, das Sie so bauen werden.
Insofern sehe ich keine Gefahr.

Wenn Sie sich jedoch zum Beispiel einen Splintkäfer eingefangen hätten, wäre das ganz anders, aber nicht nur bei Ihnen, das gilt für jedes Haus. Das ist aber doch bei Ihnen nicht der Fall, oder?

Splintkäfer sind aber (bislang) noch nicht so verbreitet, das dies zu bedenken wäre.

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1112. Lisa Ohm
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Lieber Herr Rüpke,
können Sie mir ein Mittel gegen Holzwurmbefall empfehlen, von dem ich nicht krank werde, die Gesellen jedoch aufhören, das Dach zu zerfressen? Ich möchte den Dachboden ausbauen,es sind in einigen Balken Löcher und Holzmehl rieselt herunter. Ich denke, das es sinnvoll ist, die Jungs zu stoppen, bevor ich mich an die Isolierung mache. Ich würde mich sehr über einen effektiven Rat freuen.
Lieben Dank und schönen Gruß
Lisa Ohm
Liebe Lisa Ohm,
wenn bereits ein Befallschaden erkennnbar ist, müssen Sie schon den üblichen Weg beschreiten, den (Lebend) Befall (welches Insekt) in Stärke und Ausbreitung festzustellen - es kann ja auch nur noch der Schaden da sein - und aber in beiden Fällen die Schwächung der tragenden Holzbauteile ermitteln.

Dazu brauchen Sie zuerst einen Fachmann, i.d.R. einen Sachverständigen für Holzschutz u.U., der die Feststellungen Trifft und dabei unabhängig sein sollte. Für statische Fragen kann ein Tragwerksingenieur (Statiker) erforderlich werden (Nachweis der Tragfähigkeit der Restquerschnitte). Bekämpfende Maßnahmen sind durch einen Fachbetrieb mit "Sachkundenachweis Bekämpfender Holzschutz am Bau" durchzuführen. Für tragende Holzbauteile ist ein Zimmermannn zuständig.

Wenn Sie den Dachboden ausbauen wollen, ist zudem ein Statiker meist sowieso nötig, denn nichtausgebaute Dachböden sind nicht dafür ausgerechnet. Daneben ist auch der Brandschutz zu beachten. Weil Unwissenheit nicht vor Strafe schützt, ist es stets ratsam, in Dingen, wo man sich nicht auskennt einen Fachmann hinzuzuziehen.

Spätestens, wenn Sie die Aufwendungen beim Finanzamt geltend machen wollen, fragt das u.U. nach Bauplänen und schon geht der Spaß los...

Fazit: Vor dem Bauen an alles denken, was hintergher auf einen zukommen kann, Finanzamt, Hausversicherung, Bauordnung, Brandschutz usw.

Die Frage nach einem Mittel stellt sich folglich "unter anderem" und dabei mehr am Rande, wenn klar ist, was überhaupt zu machen erforderlich sein wird.

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1111. Holger Mühlstein
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Sehr geehrter Herr Rüpke,
mit Interesse habe ich ihr Forum gelesen, doch noch nicht die richtige Antwort auf meine Frage, hinsichtlich von inzwischen -3- Löchern mit einer Größe von ca. 4-5 mm in meinen 10 Jahre alten Kiefernfenstern, gefunden. "Normale" Wurmlöcher mit einer Größe von 1-2 mm sind nicht zu erkennen. Vielleicht können sie mir mitteilen, um was für eine Art von Schädling es sich handelt, bzw. er sich beseitigen/ bekämpfen lässt.

Danke im Voraus,
mit freundlichen Grüßen
Holger Mühlstein
Lieber Holger Mühlstein,
das kann ich so nicht erraten. Sie bräuchten mir zwar nicht gleich das ganze Fenster zu schicken, ein Bild z.B. wäre aber nicht schlecht?
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1110. Wolfgang
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Guten Tag,
ich habe in den vergangenen 2 Jahren zusammen mit Freunden und Bekannten ein altes Fachwerkhäuschen, das früher mal ein Backhaus war und vor etwa 200 Jahren erbaut wurde, vor dem Verfall bewahrt und von Grund auf saniert. Das Häuschen ist nicht bewohnt, steht unter Denkmalschutz, das Fachwerk ist aus Eiche und die Gefache sind aus Strohlehm oder Lehmsteinen mit Lehmputz innen und außen ein Mineralputz.
Die unteren Saumschwellen wurden ausgetauscht, das Fachwerk außen nach Entfernung des alten Farbanstriches mit denkmalgerechter Leinölfarbe gestrichen.
Zwar ist schon immer erkennbar, daß ein Nager im Holz ist oder war, das kann man an zahlreichen Löchern erkennen. Ich war jedoch der Hoffnung, daß er sich verzogen haben könnte bis ich vor etwa zwei Wochen, außen an der schwarzen Fachwerkfarbe gut erkennbar, ein paar kreisrunde Löcher von etwa 3mm Durchmesser die nach meiner Einschätzung frisch aussehen und in dieser Umgebung helleren Staub der auf Holzmehl schließen lassen könnte.
Ich habe in diesem Forum einige Beiträge gelesen und mitbekommen, daß eine Bekämpfung kaum oder nur bedingt (zumindest an einer solchen Baukonstruktion) möglich ist. Kann mir jemand Ratschläge zu Methoden der Feststellung, ob sich der Käfer noch im Holz befindet geben? Gib es Anhaltspunkte ob er sein Leben in dieser Behausung eher beenden wird oder sich noch immer sehr wohl fühlt.
Die Zustand des Bauwerkes ist nach der Sanierung bestimmt als gut zu bezeichnen, das Dach ist dicht, eine Dachrinne wurde installiert und die ausgetauschten Saumschwellen wurden gegen aufsteigendes Wasser geschüzt. Dies alles war vor der Sanierung nicht der Fall.

Gruß
Wolfgang
Lieber Wolfgang,
es wird der Bunte Nagekäfer gewesen sein. Der ist vorzugsweise im pilzfauelm Holz zu finden. Ich würde zunächst einmal warten, die Löcher markieren und das nächste und übernächste Jahr abwarten, ob die Anzehl der Löcher zunimmt. Im schlimmsten Falle ist dan eine lokale Behandlung mit chemischem Holzschutz angesagt, am besten mit der Kanüle einzubringen oder durch eingesetzte (eingebohrte) Borsalzdübeldepots (Dübel-Zäpfchen könnten Sie bei mir erhalten).
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1109. Christian Kasberger
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Hallo,

ich hätte eine Frage bzgl. des besten Vorgehens. Wir haben ein Bad im ersten Dachgeschoss. Dieses hat ein Holzdecke. hinter dieser Holzdecke hören wir seit ca 3 Monaten "Geräusche" (wie wenn man Fingernägel aneinander schnippt, nur höher). Ausserdem finden wir Sägemehl in der Badewanne (Geräusch unmittelbar darüber). Wir haben jetzt auch schon ein Insektenbeine aus dem Spalt in der Holzdecke gesehen, aus denen das Mehl (nich alzu feines, eher wie kleine Sägespäne) rausgeworfen wird. Es scheint nur ein Tier zu sein, da das Geräusch immer an der gleichen Stelle ist.
Frage: Was könnte das sein ? Wie gehen wir am besten vor ?

Beim ersten Verdacht, nämlich Hausbock, würde mich die lange Lebenszeit wundern.

Vielen Dank für Auskünfte,

Christan

1108. Manfred Schnautz
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Sehr geehrter Herr Rüpke,
vielen Dank für Ihre Antwort. Wie sieht es aber mit der Heißluftbehandlung aus? Der gesamte Dachbereich ist ja neu und unbefallen, muss also nicht mitbehandelt und der Reetteil könnte isoliert werden. Nur an den Hausseiten reicht das Reet noch etwas in den Bereich des Erdgeschosses hinein. Ist eine Heißluftbehandlung teurer als Spritzen mit einem Borpräparat? Mit welchem Material müßte die Holzoberfläche bei freibleibenden Balken denn gegen Abstauben von Borsalzen in den Innenraum nachbehandelt werden? Eine Firma sagte uns, das sei aus gesundheitlichen Gründen notwendig. Ist eine solche Oberflächenversiegelung bei vorbeugender Behandlung mit Borpräparaten auch nötig?
Schon jetzt vielen Dank für Ihre Hilfe Manfred Schnautz

1107. Lotte kaltbeitzer
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Sehr geehrter Herr Rüpke,
wir haben 1998 einen Schrank gekauft, der aus altem Holz gebaut wurde.
Er steht bei uns im Wohnzimmer und beherbergt der Fernseher und die Stereoanlage.
Jetzt hat mein Mann festgestellt, dass in der Seitenwand ein Holzwurm sein Unwesen treibt. In einer Holzfachhandlung hat man uns eine Sprühdose von Xyladekor empfohlen mit der wir schon viele Male in die schon ziemlich großen Wurmlöcher gespritzt haben. Es hat jedoch noch nicht den erwünschten Erfolg gehabt. Der Wurm "arbeitet" weiter. Was können wir noch tun?
Wie lange überleben die Larven bzw. Käfer in dem Holz?
Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
lotte Kaltbeitzer
Liebe Lotte kaltbeitzer,
zuerst einmal sollten Sie ergründen, wie es zu dem Befall gekommen ist. Kann es sein, daß der Schrank an der Außenwand steht? Das sollten Sie ändern, denn der Gemeine Nagekäfer (Holzwurm) liebt es feucht und kühl... Sie doch aber nicht, oder?

Die Wirksamkeit von "Xyladecor Gegen Holzwürmer" ist lt. technischem Merkblatt des Herstellers ein farbloses, schnell wirksames Mittel zur Bekämpflung von Holzwürmern. (RAL-Holzschutzmittel, Nr. 738). Der Wirkstoff ist 0,02 % Flufenoxuron.

Dieser Wirkstoff hat bekanntermaßen aber eine sogenannte "verzögerte Wirksamkeit", weil er erst nach Aufnahme in die hormonelle Entwickung der Larve eingreift und insofern kein übliches Fraßgift ist, was nach Aufnahme sodort wirken kann.

In der Tat ist hier eine falsche Angabe durch die Herstellerfirma erfolgt, weil im Technischen Merkblatt von einer "schnellen Wirksamkeit" die Rede ist, in der Praxis diese Angabe aber widerlegt wird.

Sie müssen also noch ein wenig warten, bis die Larven a) den Wirkstoff aufgenommen haben und es b) hormonell bei ihnen durch den "mörderischen" Einfluß auf die nächste oder übernächste Häutung wirkt.

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1106. sandra - Heimwerker Laie :-)
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Hallo,
ich habe mal eine Frage zur Verwendung von einem Mittel wie z.B. "Holzwurm Ex" von Clou.
Habe vor kurzem einen alten Speicher ausgeräumt und tolle massivholz Möbel gefunden (Holzgestell für eine Nähmaschine, Stühle und ein kleines Sideboard) - die ich nun selbst aufbereiten möchte. In der Holz Oberfläche befinden sich ganz kleine Löcher - lt. Beschreibungen in Foren bin ich mir sicher, dass es sich um Holzwurmbefall handelt.
Meine Frage - da die Möbel sehr alt sind - ist der Holzwurm noch aktiv?
Wie wendet man die Mittel (Holzwurm Ex) an?
Muß ich die Möbel erstmal komplett auseinander nehmen (was kein Problem ist) und abschleifen - oder trägt man diese Mittel direkt auf die Möbel auf?
Was empfehlt Ihr danach - einfach nur klarlack oder ggfs. einen Antikwachs?

Ich würde mich freuen wenn ich einige Fachinfos erhalten könnte - vielen Dank!
Liebe Sandra,
zum Holzschutztechnischen:
Auch wenn das Holz sehr alt ist kann der Gemeine Nagekäfer dieses Holz zerstörene. Ob er noch aktiv ist kann ich von hier aus nicht sehen...

Die Anwendung von "Clou Holzwurm Ex" entnehmen Sie dem technischen Merkblatt des Herstellers (muß im Laden mitgegeben werden).

Die Wirkstoffe müssen durch Fraß aufgenommen werden. Deren Eintrag in trockenes Holz ist aber sehr aber schwer bis unmöglich. Arbeitsschutz beachten! Das Impfen der Gänge mit medizinischen Spitzen über die Nadel ist gut. Wenn Sie Oberflächen abschleifen können, ließe sich auch eine flächiges Einstreichen machen (Rückseiten, etc.). Von der Basierung der Mittel abhängig (Eindringverhalten)!

Als Lochverschluß empfiehlt sich passendes farbiges Wachs.

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1105. Manfred Schnautz
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Sehr geehrter Herr Rüpke,
wir beabsichtigen den Kauf eines Fachwerkhauses von etwa 1820. Es soll zum Wohnhaus umgebaut werden, d.h. das Innenraumklima wird wärmer und trockener werden. Die Holzkonstruktion ist in Eiche, Reetdach und Dachhölzer wurden vor 8 Jahren erneuert. Bis auf die Fußpunkte der Ständer und die Schwelle macht das Holz eigentlich einen guten Eindruck. Es hat allerdings fast überall eine teilweise hohe Zahl von Holzwurmlöchern. Einen lebenden Befall konnten wir aber fast nirgendwo finden, also keine hellen Fluglöcher oder Bohrmehlhäufchen. Z.Zt. ist dort viel Staub und Spinneweb, wodurch Bohrmehl evt. schlechter sichtbar ist, aber auch hellere Staubfahnen waren keine vorhanden. Beim Anbeilen der Balken fanden wir keine Larven, Fraßgeräusche sind nicht zu hören. Auch ein hinzugezogener Zimmermann fand nichts. In dem Haus stehen noch alte Holzteile, die teilweise allerdings eindeutig lebenden Befall haben. Ist es wirklich denkbar, dass sich der Lebendbefall auf das Inventar beschränkt? Sind überhaupt bekämpfende Maßnahmen – abgesehen von den kleineren Befallsherden - erforderlich und wenn ja, welche Maßnahmen würden Sie empfehlen? Von Ihrer Internetseite weiß ich, dass der Holzwurm auch altes Holz befallen kann. Dann ist doch sicher ein vorbeugender Holzschutz ratsam? Wäre bei einem Reetdachhaus u.U. eine Heißluftbehandlung möglich und wie teuer wäre so etwas etwa. Gibt es außer Anbeilen und optische Hinweise wie z.B. die hellen Ausfluglöcher eine sichere Möglichkeit, lebenden und alten Befall zu unterscheiden?
Vielen Dank für Ihre Hilfe Manfred Schnautz
Lieber Manfred Schnautz,
der beste Hinweis auf den Zustand und die Entwicklungsmöglichkeiten holzzerstörender Insekten ist stets die Baukonstruktion selbst. Sie können dazu aber kaum etwas mmachen. denn dazu brauchen Sie Jahrzehnte der Erfahrung, um so ein Haus im Röntgenblick zu durchschauen. Davon lebe ich heute, nach langer Baupraxis.

Ist die Baukonstruktion in Ordnung, sind die Bedingungen entsprechend annehmbar und es ist eigentlich hinnehmbar, daß hier und da ein lokaler Befall durch den Gemeinen Nagekäfer auftritt und sich auch Jahrzentelang hält. Das werden Sie im Bauernhaus immer haben. Besonders Möbel sind davon betroffen, wenn sie vor der Außenwand oder in den unteren Räumen am kalten Steinboden stehen.

Höre ich jedoch von vorangegangenen Baumaßnahmen, werde ich zunächst (aus Erfahrung vieler gesehener Werkeleien) stutzig, denn hier ist der Fallstrang, der einer bewährten Baukonstruktion durch angelegte Baufehler den Garaus machen kann. Dabei spielten die Vielfalt der gebauten Ideen zu innenseitigen wärmedämmenden Maßnahmen und die so sehr aus optischen Erscheinungsgründen gewünschten äußeren Farbbeschichtungen auf Holz und Gefach die schadträchtigste Rolle. Dss Ganze kann man noch "toppen", wenn alle Risse mit Silicon und Acrylmaterial "verfugt" werden.

Ich hoffe, Sie haben aus solchen Richtungen neuzeitiger und zeitgeisteiger Baukunst nichts auffälliges vorgefunden.

Fazit:
Grundsätzlich ist beim Befall durch holzzerstöreden Insekten neben der Baukonstruktion als ursächliches Element die ganze Befallssituation und deren Ausbreitungsmöglichkeiten zu bewerten, ehe man sich zu bekämfenden Maßnahmen und zu deren Zeitpunkt entscheiden muß. In alten Fachwerkhäusern ist daher eine Bekämpfung nicht unbedingt oder sofort erforderlich.

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1104. h.spethmann
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Hallo Herr Rüpke,
wir habe einen sehr alten Renaissance-Schrank mit schönen Schnitzereien an der Frontseite, die restlichen Wände sind nicht mehr so gut erhalten.Ich nehme an, daß wir Insekten in dem Schrank haben. Wir finden des öfteren kleine schwarze Tiere mit seitwärts abstehenden Flügeln, wie kleine Fliegen. Es dies ein holzzerstörendes Insekt? Wir haben natürlich im Haus noch viele andere Holzmöbel stehen und wollen einen Befall vermeiden. Meine Frau hat den Schrank des öfteren mit Insektiziden ausgesprüht und ausgewaschen, aber die Tiere sind noch vorhanden. Können Sie mir sagen um welche Sorte Tier es sich handelt und wie wir den Schrank dagegen behandeln sollen. Danke für die Rückantwort.
Lieber H..Spethmann,
da Sie ja schon Insekten im adulten Stadium gesehen haben, fangen Sie mals eins und schließen es in eine Filmdose ein. Dann könnte ich es für Sie bestimmen. (siehe Links oben). Dann haben Sie Klarheit.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1103. Andreas
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Hallo,
ich hab eine etwas ungewöhnliche Frage. Ich möchte gerne ein Didgeridoo(Instrument der Australischen Ureinwohnter) aus Apfelholz innen ölen. Ich dachte dabei an Hartöl, Grundieröl oder Harzöl!

Das Öl/Harz sollte die innenfläche des Didgeridoos gegen Speichel schützen aber die Oberfläche sollte noch Diffusionsoffen sein. Desweiteren sollte das ganze nicht gesundheitsschädlich sein, da dieses Instrumente mit den Mund geblasen wird.

Könnte mir jemand etwas emfpehlen? Wo bekomme ich so etwas in Fürth/Nürnberg!

Vielen Dank,
Andreas
Lieber Andreas,
da fragen Sie besser einen Instrumentenbauer, denn für Instrumente nimmt man da sicher etwas dem gewünschten Klang oder der Resonanzfrequenz angepaßtes.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1102. Becker
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Guten Tag Herr Rüpke,

leider konnte ich trotz durchstöbern ihres Forums keine eindeutige Antwort auf meine Frage bekommen.
Darf KVH (Ficht) unbehandelt als Dachstuhlholz in der Gefährdungsklasse 1 verbaut werden? Ich sehe es in der Praxis immer wieder und frage mich wie die Bauträger bei einem auftretendem späteren Hausbockbefall rechtlich abgesichert sind???
Sie haben in einigen Beiträgen geschrieben(Kein Originalton): Wenn das KVH keine Risse hat..., wenn die Konstruktion allseitig geschlossen wird...
Fakt ist doch, dass KVH (NSI) Risse hat, und das zum Teil nicht unerheblich!
Und das die Dachstuhlkonstruktion über viele Jahre bis auf die kleinste Lücke dicht bleibt, ist doch blanke Theorie!
Warum wird dann trotzdem überall munter unbehandeltes KVH im Dachstuhlbereich verbaut? Nur weil bislang noch kein Schadensfall bekannt ist und es noch keine Langzeitversuche gibt?
Lieber Herr Becker,
als Masse im Dachstuhl verbaut, ist KVH ja erst im kommen. In der Tat sind die Schadensfälle (noch?) rar.

Man muß es aber im Verhältnis der Masse von Dachstühlen aus konventionellem (meist unter Zeitdruck oft zu feucht eingebautem) Sägeschnittholz und dem noch verschwindend geringem Anteil von (wenigstens ausreichendtrocken angeliefertem) KVH an allen Dachstühlen sehen und nicht nur die Holzfeuchte Vor- und Nachteile und den Jetztzeitpunkt des Verbaus im Augen haben.

Gäbe es ein größeres öffentliches Interesse an einer Langzeitbeobachtung, hätten wir sicher schon eine Übersicht über Schdensfälle. So warten wir ab, was da kommt...

Die Vorgabe zum Verbau tragender Holzbauteile ist in der Gefährdungsklasse 1 die Verwendung von gegen Insektenbefall (darunter fällt der Hausbock) dauerhaftem Holz. Fichtenholz ist in der Gefährdungsklasse 1 nicht gegen Befall durch holzzerstörende Insekten dauerhaft, das gilt für Splint und Reif(kern)holz.(DIN EN 250-2, Tab. 2 und 3; Mai 1994).
KVH bleibt auch nicht nach der technischen Trocknung trocken sondern geht als hygroskopischer Baustoff in die jeweils durch das umgebende Klima bestimmte
Ausgleichsfeuchte ein. Es kann also genau so schnell feucht werden, wie alles andere Schnittholz auch. Daher sind z.B. bei mangelhafter Ausführung Risse in jedem Ausmaß möglich, was dem Hausbock die Eiablage ermöglicht.

Eine übliche technische Trockung von Holz hat interessanterweis keinen nennenswerten Einfluß auf die Entwicklungsmöglichkeit der Eilarven des Hausbocks, was in diversen Untersuchungen (ab 1940 bis heute) stets erneut bestätigt festgestellt wurde. Das Nährstoffangebot im Holz verändert sich kaum.

Die Überführung einer tragenden Holzbaukonstruktion von der Gefährdungsklsse 1 durch nur konstruktiv bedingte Maßnahmen in die Gefährdungsklasse 0 z.B. durch schließen aller Zutritte zur Holzkonstruktion ist eine von den meisten Fachleuten als praxisfremd bezeichnete "theoretische Möglichkeit" für Planer und "praktische Unmöglichkeit" für die ansbadenden und das volle Risoko tragenden Auszuführenden.

Im Falle eines Hausbockbefalls helfen die obigen Überlegungen sowieso nicht mehr. Der Ausführende hätte nämlich den gesamten Schaden unter der Rubrik "Verstoß gegen die Bauornung" auszubaden und (vollen) Schadensersatz zu leisten. Dabei spielten Fristen aus der vertraglich vereinbarten Gewährleistung gar keine Rolle mehr. Die gesetzliche Verjährungsfristen griffen. Als Beweis um den Anspruch eines Basuherrn zu belegen, reichten neben den betreffenden bauaufsichtlich eingeführten Bestimmungen und der vom Unternehmer falsch getroffenen Annahmen, allein die Tatsache des Befalls.

Also, wird wie bisher verfahren, weil es bislang in den überwiegenden Fällen gut ging. Da ein Hausbockbefall oft erst nach Jahren auftritt, denken viele Bauherrn nicht an Regress, weil Sie denken, die Fristen (nach Bauvertrag) seien doch längst abgelaufen. Vermutlich ist hier des Rätsels Lösung des Leichtsinns zu suchen...

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1101. H. Pauli
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Ich habe folgendes Problem. Aus einem Abbruchhaus in der Nachbarschaft konnte ich einen ca. 100 Jahre alten Konservenschrank retten, der sich allerdings in einem jämmerlichen Zustand befand. Ich ließ ihn abbeizen, da dabei auch die Chance bestand, dass der Wurmbefall abgetötet wird. Nach nun einem Jahr und guter Aufarbeitung des Schrankes stelle ich erneut Wurmlöscher fest, ob diese aus dem alten, trotz Beize überlebenden Befall oder einem neurerlichen stammen, weiß ich natürlich nicht.
Der Schrank ist wie gesagt praktisch fertig aufgearbeiten und gewachst, er soll zudem in der Küche Platz finden und Geschirr aufnehmen. Was kann ich in dieser Situation gegen den Befall tun?

Mit freundlichen Grüßen.
Heinz Paulöi
Liebner Heinz Pauli,
entweder Sie fänden eine Möglichkeit den Schrank im gesundheitlich unbedenklichem Heißluftverfahren auf 55°C über 60 Min. im Holzinneren zu erhitzen oder Sie müßten Loch für Loch mit der Injektionsnadel ein bekämpfendes Holzschutzmittel einimpfen, mit dem Makel, dies an einem Vorratsschrank zu machen....
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1100. Bernd Kowatsch
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Guten Tag

Auch ich habe ein Problem mit dem Holzwurm!

Ich habe voriges Jahr ein 50Jähriges Haus gekauft. (Der Hausverkäufer sagte NICHTS von einem Holzwurm, ist das legal?)

Vor einen Monat schaute ich mir den Dachboden etwas näher an.

Der Dachstuhl selbst weist KEINE kleinen Löcher mit Holzmehl auf, sondern die 15x15 er Latten am Boden des Dachstuhls.

Es sind 10 Latten, und fast jeder hat diese Merkmale!

Wenn alles ganz ruhig ist, hört man die Viecher sogar knabbern!

Jetzt gibts da diesen Holzwurmtod, den man aufs Holz streichen kann.
Okay, ich werde die ganzen Latten einstreichen müssen. Aber was passiert mit den Stellen zu denen man nicht dazukommt?

Muss nun alles rausgerissen werden? Gibts irgendwas um das zu umgehen?

Bitte um baldige Hilfe


mfg
Bernd
Lieber Bernd Kowatsch,
erstmal ist Recht ein anderes Geschäft. Niemand muß was sagen, was er nicht kennt. Ob denjenigen das schützt und was daraus folgt, ist eine komplizierte Rechtsfrage, dabei gilt "auf hoher See und in Gottes Hand, sehe ich oder seh ich keine Schand".

Wenn es denn "nur" ein Gemeiner Nagekäfer sein sollte, wäre es wahrscheinlich ein dem Baualter und den Gegebenheiten nach nicht ungewöhnlicher Zustand.

Ob überhaupt und was (auch alternativ) genau zu tun wäre, kann ich aus der ferne nicht ersehen. Dazu müßten Sie Rat vor Ort holen.

Hier finden Sie Schverständige: www.dhbv.de

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1099. Frank Liesert
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Sehr geehrter Herr Rüpke,

im Zuge des Umbaus einer Scheune zu einem Wohnhaus ist geplant, eine Holzbalkendecke einzubauen. Die Holzbalkendecke befindet sich zwischen dem zu Wohnzwecken genutzten Erdgeschoss und dem Obergeschoss, daß für Schlafräume genutzt werden soll. Die Holzbalkendecke soll wie folgt aufgebaut werden (von unten): BSH 10 x 24 cm, 24 mm starke Bretter, Trittschalldämmung und Estrich. Die Leimbinder sollen von unten nicht verkleidet werden, so daß die Unterseite der Bretter sichtbar bleibt.

Nun zu meinen Fragen: Könnte es ein Problem geben, wenn zwischen den Brettern und der Trittschalldämmung eine Dampfsperre verlegt wird? Macht es überhaupt Sinn, dort eine Dampfsperre zu verlegen?

Sollten die Leimbinder mit einem Klarlack o. ä. gestrichen werden? Falls ja, welche Farbe/welchen Lack würden Sie empfehlen?

Mit welcher Farbe/welchem Lack sollte man die Bretter unterseitig behandeln.

Über Ihre Antwort würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank für Ihre Mühe vorab.

Mit freundlichen Grüßen aus Lüdinghausen

Frank Liesert
Lieber Frank Liesert,
es macht eigentlich bei einer ordentlichen baukonstruktion keinen Sinn im Wohnhaus zwischen den genutzten Geschossen eine Dampfsperre einzubauen.
Wenn Sie das Holz sreichen wollen, haben Sie eine große Auswahl an Holzlasuren und Farben für den Holzinnenbereich. Beratung sollte Ihnen der Fachverkäufer geben. Gehen Sie in einen Holzfachmarkt.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1098. Horstmann, Hans-Otto
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Sehr geehrter Herr Rüpke,

ich habe eine Frage zum Thema Bahnschwellen. Mein Nachbar grenzt seit 20 jahren sein und mein Grundstück mit Bahnschwellen ab. Ich habe ihn seit ca. 10 Jahren gebeten, diese zu entfernen. Nun wird er tätig: er will seine Bahnschwellen entsprechend der vermeintlichen Rechtssprechung in NRW nunmehr "versiegeln".

Dabei streicht er die oberirdischen Teile der Bahnschwellen mit einer Acrylbeschichtung. Ist das rechtskonform oder muss er nicht die gesamten Schwelle ober- und unterirdisch behandeln. Reicht eine derartige Versiegelung eigentlich ?

Vielen Dank im Voraus.
Hans-Otto Horstmann
Lieber Hans-Otto Horstmann,
zum Thema benutzen Sie bitte einmal die interne Suche rechts oben ist ein Link dahin. Dort geben Sie das Wort Bahnschwellen ein. Dann werden Sie eine Antwort auf viele Fragen finden, nichts direktes aber zur Rechtsprechung, da kann ich verständlicherweise nichts aussagen.
Ob so eine Acrylbeschichtung als Versiegelung reicht, sollte besser vorher nachgefragt werden. I.d.R. ist das Sozialministerium oder Umweltministerium des Landes ein möglicher Ansprechpartner, der sicher hierzu Auskunft geben kann.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke