Holzwurm-Forum
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1097. Schneider
Hallo Herr Rüpke.

Ich habe ein im Jahr 1900 gebautes Haus erworben und musste nun feststellen das es zwischen Dachboden und Obergeschoss und verschiedene Balken der Dachkonstruktion mit dem Holzbock befallen ist.
Das Dach ist von Außen mit Dachpappe und Schindeln abgedichtet und von innen will ich das Dach mit Zwischensparrenisolierung und Dampfsperre isolieren. Auch die Zwischendecke wäre möglich mit Folie abzudecken um zu verhindern, dass der Holzbock ausfliegen kann.

Meine Frage ist:
Müsste sich das Problem des Holzbefalles nicht im Laufe der Zeit erübrigen, wenn der Holzwurm isoliert ist und nicht ausfliegen kann?

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Liebe(r) Schneider,
von allein löst sich beim Hausbockbefall niemals das Problem.

Es ist ja nur der Schaden, der einem einnmal zugrundegelegten Baufehler irgendwann mal - wenn die Befallsbedingungen erfüllt sind - auf dem Fuße folgt. Dem Fehler muß aber nicht (wie dem Amen in der Kirche) ein Schaden folgen, wenn aber einer folgt, dann bleibt er - ohne die Ursache zu beseitigen - erst einmal akut!

Es ist also erst zunächst einmal sachverständig, am besten durch den hierfür uständigen Sachverständigen für Holzschutz am Bau - zu klären:

- Ist das Schadbild dem Hausbock zuzurechnen? Es können auch die mit verbauten Schäden eines längst vergangenen Frischholzinsektes sein (auch Bockkäfer)

- Gibt es Merkmale eines (Lebend)Befalls? Es könnte auch eine "alte Leiche", sprich zurückgebiebener Schaden sein.

Danach würde ein Sachverständiger die tatsächlich Situation bewerten und zu Maßnahmevorschlägen kommen, die auch Alternativen aufzeigen sollten. dabei spielen die bauaufsichtlichen Bestimmungen eine maßgebliche Rolle, was zu tun sein wird.

Ein ordentliches Vorgehen gebietet schon der Umstand, das ein belassener Hausbockschaden die Standsicherheit mindern kann. Zudem mindert es latent den Wert des Gebäudes, denn dieser Zustand müßte bei Veräußerung dem Käufer ungeschönt mitgeteilt werden.

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1096. mueller
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und noch einmal :-)
hallo

gut das sie mir ein wenig den wind aus den segeln genommen haben .
aber vielleicht koennen sie mich verstehen .
hier wohne ich in einer reinen zerfressenden villa .
alle decken un der kompl dachstuhl zerfressen. daraufhin haben wir uns endschieden , uns ein eigendes haus zu kaufen . und wenn man dann unter irgendwelchen alten bodenbelägen auf dem dachboden den hausbock findet . ich sage ihnen . ich bin lang hingeschlagen .
ich hatte vorab 2 zimmermaenner im hause , um den dachstuhl zu beurteilen .
und er ist wirklich top in ordnung .
kommt doch keiner auf die idee , die festgenagelten teppige hochzureissen .
aber na gut . wenn sie meinen , es reicht so wie es momentan ist , dann belasse ich es auch erst dabei .

zweite sache ist . ich moechte meine garage ausbauen . momentan alles auf dem boden verkleidet .soll alles raus , sodass ich mir einen schoenen kaminraum einrichten kann . dort moechte ich zwischen den balken vertefeln .
auch hier moechte ich das behandete holz gerne 2x mit remmers holzwurmfrei behandeln . nun die frage . kann ich das holz danach mit holzfarbe ueberstreichen ?
danke
mfg
mueller
Lieber Herr Müller,
schön.
Schauen Sie mal auf dem technischen Merkblatt des betreffenden Holzschutzmittels nach, was das dazu sagt. Ansonsten bei Remmers in Löningen beim technischen Kundendienst anrufen. Die sagen Ihnen, ob und mit welchem (z.B. Remmersprodukt) das ginge.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1095. mueller
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hallo nochmal

H. Rüpke, sie haben geschrieben , dass ich eine drucktraenkung nur bei befall durchfuehren darf ?
ich hatte geschrieben , dass der frueher behandelte dachstuhl mit den jahren auch rissbildung im holz hat. was , wenn dort eier gelegt wurden ?
ist es dann nicht sinnvoll die balken mit der drucktraenkung zu schuetzen ?
somit kann ich dann doch sagen , dass ein befall an den balken so gut wie unmoeglich ist , und ich brauche nicht alle monate lang kontrollen zu machen.
verstehe ich alles irgendwie nicht so ganz .

koennen sie mir weiterhelfen
danke
mfg
mueller
Lieber Herr Müller,
das habe ich mir schon gedacht, daß Sie da nachfragen... aber Sie fragten und ich habe darauf "bestimmungsgemäß" geantwortet.

Die Nachbehandlung von frischen Rissen ist eigentlich in der Nachbauphase angesagt. Alte Risse sind wegen spezifischer Schmutzablagerungen meist weniger gefährdert.

Im Prinzip müssen Sie ja irgendwo eine Grenze ziehen, und sagen: so ist ein vorbeugender Schutz sicher gegeben oder so nicht. Sonst müßten wir ja andauernd nachschützen. (So wie früher in allen Staatsbauten in der DDR oder bei Post und Bahn). Dafür haben wir heute Giftsanierungen anstehen, wenn diese Gebäude umgebaut werden sollen! Vorbeugende Holzschutzbehandlungen besonders mit den schon lange gebräuchlichen diversen Holzschutzmittelsalzen sind i.d.R. sehr sehr lange (viele Jahrzehnte) wirksam. Wenn Sie einmal funktionieren, brauchen Sie sie nicht (darum unnütz) zu wiederholen. Das spiegelt sich auch in den Bestimmungen.

Wenn es so ist, wie Sie sagen, ist bei Ihnen doch die Befallsgefahr eher sehr gering einzuschätzen.

Eine Bohrlochtränkung ist nur in großen Querschnitten oder bei Unzugänglichkeiten und zudem nur bei einer Bekämpfung sinnvoll. Für eine Vorbeugung ist eine oberflächige Behandlung mit der für die Vorbeugung verminderten Menge ausreichend. Und das haben Sie soch schon durch 2-maligen Anstrich gemacht, oder?

Die Kontrollen macht man trotzdem regelmäßig 2 x im Jahr, weil eine ordentliche Bauunterhaltung dies stets verlangt. Außer dem Hausbock sollte man auch mit anderen möglichen Schadensüberraschungen rechnen. Das überraschende will immer frühzeitig entdeckt werden.

Ganz ohne Risiko ist uns das Leben nicht gegeben...

Viele Grüße
Hnas-Joachim Rüpke

 

1094. Herr Mueller
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Nachtrag zu Beitrag 1097

Guten Tag

Ich bitte sie um Ihre Meinung .
Wir hatten uns ein 45 Jahre altes Haus gekauft . Auf dem Dachboden waren die Bodenbretter aktiv an einigen wenigen Stellen vom Hausbock befallen.
Nach langer Begutachtung des Holzes konnte ich keinen weiteren Befall feststellen. Doch das reicht mir nicht .
Nun habe ich einen Gutachter der Firma Poppens im Hause gehabt.
Auch dieser konnte aeusserlich keinen weiteren Befall feststellen.
Wir haben uns aber auf eine vorsorgliche Behandlung geeinigt.

Die sieht so aus.
Der ganze Dachstuhl ist beim Bau mit einem Holzschutz gestrichen worden.
Aber nun haben Die hoelzer natuerlich auch Risse .
Ich habe erstmal alle Bodenbretter entfernt. Dann habe ich den kompl. Dachstuhl gereinigt und 2x mit Remmers Holzwurmfrei eingesprueht .
Nun wird Fa Poppens naechste Woche alle sichtbaren Balken , d.h. den kompl. Dachstuhl bis auf Balken hinter den verbauten Schraegen des 1. Stocks mit der Druckbohrlochtränkung behandeln . Die Balken hinter den Schraegen vom Dachboden aus mit Hilfe einer Lanzenspritze (Laenge ca 3m) mit Holzwurmfrei bespruehen.

Was halten Sie von meinem Vorgehen ?
Finden Sie irgendetwas zu übertrieben oder nicht ausreichend?
Bitte um eine Rückantwort

mfg Mueller
Lieber Herr Mueller,
bestimmungsgemäß wird eine Bekämpfung nur bei nachgewiesenem (Lebend)Befall möglich. Der Befallsnachweis ist an die nötige Sachkundige gebunden.

Außerhalb des Imprägnierwerkes ist eine vorbeugende Behandlung mit Holzschutzmitteln ausnahmsweise im Rahmen einer (gleichzeitigen) bekämpfenden Maßnahme zulässig. Die Ausführung ist an die nachzuweisende Sachkundeprüfung gebunden.

So sieht die Sache aus Sicht der Bestimmungen aus.

Bei Ihnen hieße dies, eine vorbeugende Maßnahme im Zuge einer Bekämpfung wäre möglich, wenn das Holz noch nicht zuvor schon vorbeugend geschützt oder zumindest der Holzschutz nachgewiesener Maßen nicht ausreichend wäre. Ein zuvor beim Bau gelieferter vorbeugender chemischer Holzschutz beträfe bestimmungsgemäß nur alle tragenden Holzbauteile. Für nichttragende sonstige Holzbauteile wird ud wurde von der Bauordnung ein Holzschutz gar nicht verlangt.

Ich fasse zusammen:

Bei Ihnen scheinen also nur ein paar Bretter befallen gewesen zu sein, das tragende Holz jedoch blieb wegen eines am Bau aufgetragenen chemischen Holzschutzes vom Befall verschont. So sollte es ja auch sein. Die nun hinzugezogenen, hoffentlich sachkundigen Fachleute haben an dem bereits vorbeugend geschützten Holz keinen Befall nachweisen können. Damit wäre die jetzige bekämpfende? oder vorbeugende? Maßnahme mit Adolit Holzwurmfrei ganz sicher bestimmungsgemäß unzulässig. Eine vorbeugende Maßnahme mit dem gleichen Mittel wäre an eine (wegen weiterem Befall nötige) bekämpfende Maßnahme gebunden, somit also hier auch unzulässig.

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1093. meier
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hallo
wollte mal fragen , woher die hausboecke kommen , bzw wie in einem 50 jahre alten haus aufeinmal ein befall kommen kann.
kommen ise vom nachbarn geflogen oder wie muss ich mir das vorstellen ?? danke
Liebe(r) Meier,
das Alter spielt eine u.U. untergeordnete Rolle. Der Hausbock kann fliegen und vom nächsten Befall in der Nachbarschaft ist es meist nicht weit...
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1092. Stephan Schneider
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hallo zusammen,

vor einem halben jahr haben wir unseren alten kirschbaum fällen müssen. der kern des baum sieht noch sehr gut aus und wir haben uns gestern aus dem dicksten stück eine säule geschnitten.

jetzt das problem, die säule lebt :-) man kann beobachten wie stündlich mehr löcher entstehen. man sagte uns es sei ein frischholzwurm, der jetzt noch ca. 3 wochen aktiv wäre. wenn das holz dann mehr und mehr trocknet, würde der wurm langsam aussterben.

wir überlegen gerade, ob wir uns ein gift kaufen sollen und in die löcher spritzen. gute idee?? oder habt ihr andere vorschläge?

danke für eure hilfe
stephan
Lieber Stephan Schneider,
da Sie nichts über das Insekt weiter sagen können, geschweige denn wissen, um welches es sich handelt, ist das so schwer zu sagen. Vermutlich wird es ein Frischholzinsekt sein, was aber so schnell nicht aufgeben wird. Es kann noch länger dauern. Eine Bekämpfung ist hier nicht nötig, da sie die Larven vermutlich nicht treffen werden und sie am Ende beim Ausschlupf nicht wieder einkehren werden, sondern anderweitig ans frische Holz gehen.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1091. Eric Wedel
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Hallo,

wir möchten eine Altbauwohnung mieten und fanden bei der Besichtigung der Wohnung etliche der nachfolgend beschriebenen unbekannten Insekten (Schädlinge?), die nach der Behandlung der offenen Holzbalken auf dem Boden lagen.

Die unbekannten Insekte sehen wie folgt aus: bräunliche Farbe, ca. 5 mm groß, rundlicher Körperbau (sieht aus wie eine vollgesaugte Zecke).

Können Sie uns sagen, um welche Insektenart es sich evtl. handeln könnte und ob diese schädlich sind?

Vielen Dank
Lieber Eric Wedel,
es wird sich um Vorratsschädlinge handeln, vielleicht um Diebskäfer o.ä. Leider geben die Bilder nicht viel her. Besser ist immer eine Bestimmung (s.o.) am Objekt.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1090. Tinnermann
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Sehr geehrte Fachleute,
Ich habe eine holzverkleidete Wand und mehrere Türzagen, wo seit einiger Zeit runde Löcher von schwarzen ca.4mm länglichen Käferartigen Tieren hineingefressen werden.
Ich habe mir eine Spraydose gegen Holzwürmer gekauft, doch, da einige Stellen verdeckt liegen, wenig Erfolg. Gibt es eine besser Methode, als in jedes Loch Chemie zuspritzen?? Für Eure Hilfe schon mal Danke!!!!

MFG
Ingo
Lieber Ingo,
das kommt mir spanisch vor. Ich kann nur empfehlen, ein Stück Holz samt besagtem käferartigem Tierchen bestimmen zu lassen. Ich kann mir so keinen Reim drauf machen. Demnach ist auch die Bekämpfung nicht einzuschätzen, ob sie überhaupt (außer viel Fummelei und sonstiger Belastung) was bringen kann.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1089. Sabine
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Hallo, haben Sie hierfür Rat?

Wir haben vom alten (inzwischen abgetragenen) Haus einen dicken Balken gerettet und wollen diesen nun als dekoratives Element an der Decke des Esszimmers im neuen Haus montieren. Der Balken (ca. 25 cm Durchmesser, 6 Meter Länge) weißt unzählige Holzwurmlöcher auf. Da wir den Balken einmal der Länge nach durchgesägt haben, wissen wir, dass kaum ein Gang tiefer als 4 cm ist. Habe hier schon seitenweise gelesen und denke, dass es sich um den "Gemeinen Nagekäfer" handelt. Allerdings konnten wir auch einige dickere Gänge entdecken (scheinbar von einem anderen Insekt ...).

Der Balken ist mind. 50 Jahre alt und wir haben keine Ahnung ob der Wurm noch drin ist. Es wäre auch nicht extrem schlimm, wenn er drin bleiben würde. ABER: Unser neues Haus ist ein HOLZ-HAUS und wir haben große Sorge, dass wir uns mit diesem alten wurmstichigen Balken den Holzwurm ins Haus tragen und er unsere Wände und sonst noch alles befällt. Ist diese Angst berechtigt?

Nach dem Studium dieser Seiten denke ich: Balken erhitzen und zur Sicherheit danach noch mit Borsalz-Lösung einstreichen. Würden Sie mir zustimmen? Und noch eine Frage: Ist es möglich so eine Hitze-Behandlung in einer Trockenkammer (so wie es große Zimmermanns-Betriebe haben) durchzuführen?

EIN HERZLICHES DANKE,
Sabine Gruber
Sabine,
das Holzalter spielt keine große Rolle. Eine technische Trocknung ist ausreichend, wenn im Kern eine Temepratur von 55°C über 60 Min. erreicht werden kann. Eine weitere Behandlung ist dann nicht erforderlich.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1088. Mueller
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Hallo

Ich habe mir ein 45 Jahre altes Haus gekauft.
Der kompl. Dachstuhl ist beim Bau gegen ungeziefer gestrichen worden .
es sind risse in den balken vorhanden .

Nun mein Problem : in den Bodenbrettern befand sich an 5 verschieden stellen der Hausbock , welcher auch noch aktiv war .
Nun habe ich die kompl bodenbretter (unbehandelt) entfernt , und zwischenraeume gereinigt . dann ALLE Balken gründlich kontrolliert. (6 Stunden) . habe keinen einzigen befall mehr finden koennen .Nun habe ich den kompl Dachstuhl 2x chemisch mit spruehverfahren behandelt.
mittel bekam ich von meinem zimmermann , welches speziel fuer schaum sprueh streichverfahren oder zur bohrlochtraenkung verwendet wird.
also vorbeugend. leider komme ich nicht in den schraegen , da diese verkleidet sind .(Zimmer)
kann es sein , das sich die boecke wirklich NUR erst in den brettern befanden?
und wie kann es sein , dass erst nun nach 45 jahren ein befall eintritt , obwohl nie neues holz verbaut wurde bzw irgendetwas dort gelagert wurde .

ps der hausbock scheint mich zu verfolgen.

habe 5 jahre zur miete bei meinem schwiegervater gewohnt . dort war das ganze haus befallen . alle dackenbalken bis auf fast 7 cm abgefreaaen usw usw .
nun habe ich auch festgestellt , das aktive spuren in meinem elternhaus sind.
und nun habe ich die lieblinge schonwieder im eigenen haus.
bitte um rueckantwort
mfg
mueller
Liebe(r) Mueller,
das ist gut möglich, daß der Befall sich auf unbehandeltetes Holz beschränken kann.

Sicher kann man nie sein, da z.B. beim Bau oft die Schnittstellen nicht nachbehandelt werden und somit ein Mangel darstellen. Das Holzalter allein gibt keine Sicherheit gegen einen möglichen Befall, nur eine richtig ausgewählte Holzart, z.B. ein natürlich resistentes Holz wie alle Farbkernhölzer (wie Lärche, Douglasie und Kiefer) oder ein bei Baubeginn chemisch vorbeugend behandeltes Holz können Sicherheit geben.

Der Hausbock verfolgt niemenden, ihm wird vielmehr stets der Tisch mit leckerem Holz gedeckt! Wer kann da nein sagen, wenn er zum erneuten Schlemmern eingeladen wird und zuvor schon bei den Nachbarn sich den Bauch voll stopfen durfte?
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1087. Holger Zwingmann
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Hallo zusammen!

Ich habe vor einigen Monaten eine Djembre (Trommel) geschenkt bekommen. Gestern habe ich nun mit Bestürzung festgestellt, dass diese anscheinend einen oder mehrere Holzwürmer hat: Ich habe hellen Holzstaub sowie einige kleine Löscher im Holz gefungen. Wie sollte ich nun vorgehen? Könnte es sein, dass die Trommel schon beim Kauf im März befallen war und ich dies erst jetzt feststellen könnte? Die Trommel stammt wohl aus Afrika und wurde bei einem Fachhändler in Deutschand gekauft und war auch nicht ganz billig. Könnte es sich um einen Garantiefall handeln? Auch hätte ich kurzfristig die Möglichkeit die Trommel einige Stunden in eine Sauna zu stellen, mache mir aber Sorgen um das Fell.

Für einen schnellen Rat wäre ich sehr dankbar.

Gruß,
Holger Zwingmann
Lieber Holger Zwingmann,
es ist stark anzunehmen, daß die Trommel schon beim Kauf im März befallen war und Sie dies erst jetzt festgestellt haben.
Es gibt eingeschleppte Tropeninsekten, die u.U. für alles andere Laubholz (Möbel, Parkett etc) in ihrer weiteren Umgebung sehr gefährlich werden können (aus Afrika u.a. die Lyctusarten). Die Umgebung kann schnell infiziert werden. Es wäre sicher sinnvoll die Tromel sofort zu evakuieren, z.B. im Plastiksack einschweißen. Eine Wärmebehandlung 55°C über 60 Min. im Holzkern erreicht führt stes zum Erfolg. Alternativ ist eine längere Begasung (über 3 Wochen) mit Inertgasen im Plastikpack möglich und zudem für die Trommel selbst ungefährlicher.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1086. Armin Mühlberger
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Hatte eine Holzverschalung aus Lärche bestellt. Im Angebot wurden die Bretter mit 195x19mm aufgeführt, nach meinen Skizzen wurde somit 101m² berechnet. Ich Vergab den Auftrag schriftlich, auf Basis des Angebotes. Nun werden die Bretter laut Anbieter nur mit 192mm Breite hergestellt. Dies ergibt sich aus der Trocknung und Hobelung. Berechnet werden aber 195mm. Dies ist handelsüblich und normal, so die Aussage.
Gibt es eine Vorschrift, die dies wirklich zulässt?

mfg
A.M.
Lieber Armin Mühlberger,
die Auswirkungen von Pisa schlagen sich anscheined nun im Handel nieder!

Nach dem gesunden Menschenverstand (wenn Sie lieber so wollen: gMv Ausgabe August-2005) ist 195 mm nicht 192 mm und wenn 192 mm und 195 mm gleich sein sollen - nach welchen Gebräuchen auch immer, mathematisch ist es jedenfalls niemals zu belegen - muß es einem Verbraucher mit sonst gesunden Menschenverstand auch mitgeteilt werden, daß er sich auf solche - für ihn überraschenden - Geflogenheiten (der Holzmathematik) rechtzeitig bei der Bestellung einstellen kann.

Wenn Sie die Ware als gehobelt bestellt haben, ist eine Breitenänderung durch Tockung kaum zu erwarten, da das Holz in der Holzfeuchte, die dem späteren Gebrauchszustand angepaßt sein soll, gefertigt würde.

Natürlich gibt es vielfältige Handelsgebräuche und auch manchmal die absonderlichsten Vorschriften. Darunter welche, die den Verbraucher als dumm darzustellen können. Dem werden wir hier nicht folgen, oder? Wir folgen dem Gebot der Zivilcourage und leisten mathematisch fundiert Ungehorsam auf ganzer Linie, 195 mm ist ungleich 192 mm!

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1085. marian schönwiese
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guten tag, ich habe eine frage zur vorgangsweise von holzwürmern.
wenn ich eine holzwurmbefallene kredenz (beine und rückwand) auf einen lärchenholzboden stelle, können sich die würmer nur durch die beine der kredenz in den boden hineinarbeiten? meine überlegung ist nämlich, die beine unten mit metall- oder hartplastikplatten abzuschließen, damit die würmer nicht durchkommen. oder lassen sie sich auch "aus dem holz fallen" um woanders hinzukommen?
mir geht es hauptsächlich darum, die würmer vom holzboden abzuhalten!
danke für die hilfe
grüße aus wien
marian
Liebe Marian Schönwiese,
es gibt "Untersetzer" aus Glas und Plastik, deren Funktion ist einen Feuchtetransport zu verhindern oder sie dienen zur Lastverteilung schwerer Möbel (z.B. Flügel).
Holzzerstörende Insekten sind als Larven meistens an das Möbelstück gebunden ein Übergang unter bestimmten Bedingungen ist nur bedingt möglich. Die überwiegende Infektion findet nach der Verpupung mit dem Ausschlupf der Vollinsekten statt.
Auch hierbei gibt es eine (häufige) Ausnahme, wenn die Insektenart ortstreu ist und für die Eiablage die eigenen Ausschlupflöcher benützt. Es wäre also wissenswert, welche Insektenart sich bei Ihnen im Möbel heimisch und wohl fühlt?
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1084. Sabine Gaßner
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Guten Tag,
ich bin mir ehrlich gesagt, nicht mal ganz sicher, ob ich hier richtig bin. Vor ein paar Tagen haben wir mit Entsetzen festgestellt, dass in unserem neuen (3 Monate) Badezimmerschrank (Kern Fichte, Furnier Laubholz Elsbeere) in den vorgebohrten Löchern für die Fächerböden irgendwelche Larven hausen. Alle Beschreibungen von Holzschädlingen haben nicht richtig gepasst. Wir haben weder Nage- oder Kratz- oder andere Geräusche gehört, es ist kein Holzmehl zu sehen und die "Larven" sind weder madenartig und auch keine Käfer. Am ehesten noch wie Kellerasseln. Außerdem sind nur Löcher an der Außenseite des Schrankes betroffen, in Löchern mit großen Höhlungen. Unser Schreiner hat uns erklärt, dass für den Korpus Stäbchenholz (?) verwendet wurde und dort Fehlstellen auftreten können die zu solchen Höhlen führen.
Unsere Vermutung ist inzwischen, dass wir uns von außen, das Fenster ist immer gekippt, Untermieter zugezogen haben. Einmal konnten wir auch eine Wespe bzw. was Wespenähnliches beobachten, die eine solche Larve transportiert hat. Zudem waren manche Löcher nach einigen Stunden wie mit Sand wieder zugemörtelt. Können Sie uns sagen, was das für Larven sind und ob wir uns um unseren Schrank Sorgen machen müssen?
Ich bin gespannt auf Ihre Antwort und danke Ihnen gleich im voraus. Einen schönen Tag noch, Sabine Gaßner

P.S. ich habe auch Bilder dazu, weiß jetzt aber nicht, wie ich die hier unterbringe.
Sabine Gaßner,
es könnten holzbewohnende Insekten sein. Schauen Sie mal bei www.holzfragen.de unter der Seite Grabwespen (Sphecidae) sind ungefährliche holzbewohnende Insekten nach, ob Sie da etwas an Merkmalen wiederfinden.
Es wäre ein Ding, wenn Sie uns digitale Bilder einfach als e-mail Anhang schicken könnten, wir stellen sie ein. Das wäre u..U. eine recht außergewöhnliche Unterschlupfvariante der holzbewohnenden Insekten.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1083. Thomas Bock
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Lieber Herr Rüpke,

vielen Dank für Ihre umgehende Antwort. Ich habe noch ein paar Fragen: Ist es richtig, dass die Löcher im Holz beim Hausbock erst sichtbar werden, wenn der Käfer das Holz verlässt? Besteht dann nicht ein erhöhtes Risiko für den Dachstuhl des Wohnhauses, dass ca 10 m vom Schuppen entfernt steht? Dieses Haus wurde 2000 fertig gestellt, der Dachboden ist nicht ausgebaut, die Balken sind sämtlich 2fach mit einem Borsalzmittel behandelt worden. Der Abriss des Schuppens ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht das große Drama. Nur habe ich Bedenken, dass er sich dann im Gebälk des Wohnhauses niederlässt. Wenn ich Ihnen eine Holzprobe schicken will, wie groß sollte die sein? Sicher ist es besser, eine Probe aus den Stützbalken des Schuppens zu nehmen als eine Probe aus der Rauhspund-Verkleidung?

Noch einmal herzlichen Dank und viele Grüße
Thomas Bock
Lieber Thomas Bock,
zu Ihren Fragen:
Die Löcher im Holz sind Ausschlupflöcher. Sie werden im Zusammenhang mit der Verpuppung angelegt, schon bevor der entwickelte Käfer das Holz verläßt.

In der Tat besteht nach dem Ausschlupf holzzerstörender Trockenholzinsekten
ein erhöhtes Befallsrisiko für alles Holz, was natürlich keine ausreichende Resistenz gegen Insektenbefall hat und zudem nicht anders, z.B. chemisch geschützt ist. Und zwar auch in einem wesentlich weiteren Umkreis als 10 m.

Wenn die Balken vorbeugend gegen Insektenbefall mit einem Borsalzmittel als Fraßgift behandelt worden sind, ist das Rsiiko sehr gering und nur auf unbehandelte, nachträglich gebildete Rißstellen oder unbehandelt gebliebene Schnittstellen beschränkt.

Es muß ein Befallsstück sein. Die Größe spielt weniger eine Rolle, sie ist mehr abhängig von der Verpackung. Eine Probe aus dem Stützbalken und dem Brett ist gut.

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1082. Thomas Bock
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Guten Tag, mit Interesse habe ich Ihr Forum gefunden, denn seit ein paar Tagen mache ich mir Gedanken über einen Schädling und die Folgen, die ich daraus ziehen muss.
Ich arbeitete abends in meiner Werkstatt, die in einem Holzschuppen eingerichtet ist, als ich nagende, kratzende Geräusche vernahm. Ich dachte an ein Nagetier, das sich möglicherweise in der am Schuppen befindlichen Kletterhortensie befand und an der Außenhaut des Schuppens nagte. Als ich auf die Suche ging, fand ich jedoch nichts, hörte aber die ganze Zeit dieses Geräusch. Nach einiger Zeit fielen mit Löcher, ca 8x5 mm groß, in den Nut- und Federbrettern der Außenhaut sowie einigen Balken des Schuppens auf. Nach intensiverer Untersuchung fand ich überall diese Löcher, teilweise umringt von Holzstaub, teilweise "einfach so". Heute habe ich nun einige Der bretter von den Balken gelöst. der Schädling ist anscheinend direkt gerade durch das Außenholz und in die Balken hinein.
Meine Frage nun: Kann man anhand der Beschreibung auf den Missetäter schließen (einige Digitalbilder könnte ich auch zur Verfügung stellen) und vor allem, was ist angeraten? Den Schuppen komplett abreissen und alles entsorgen? Mit Giften dem Schädling zu Leibe rücken? Und wenn ja, wie?
Vielen Dank für Ihre Hilfe!
Mit freundlichen Grüßen,
Thomas Bock
Lieber Thomas Bock,
es wird vielleicht ein hausbock sein. Genau kann ich das an einem befallenen Holzstück feststellen.
Wenn es denn ein hausbock ist, würde man zuerst abwägen, wie stark der Schaden bereits ist, um die Frage Art der Bekämpfung, gleichzeitige weitere Vorbeugung und die Instandsetzung der Frage Abriß und Neubau alternativ auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten entgegenzusetzen.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1081. Oliver
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Hallo Herr Rüpke,
ich bin es nochmal, siehe vorhergehenden Eintrag.
Vorab mal meine Bewunderung für Ihre Bereitschaft, Wissen zu teilen und so ein Forum aktiv zu betreuen.
Eine letzte Frage zu dem abgebeilten Balken, der offenbar nach der Behandlung vom Mulm befreit wurde:
Wenn ich das richtig verstehe, könnte man ja daraus schließen, dass es nach der Behandlung noch Befall gab bzw. gibt? Warum sonst sollte ich einem schönen Sparren die Hälfte seiner Substanz nehmen?
(Die anderen Sparren sind alle angeschnitzt, aber sichtbar in Ordnung.)
Viele Grüße
Oliver
Lieber Oliver,
das kann ich so nicht sagen, ohne alle Umstände schlüssig verstanden zu haben. Dazu fehlte mir die Ortskenntnis.
Auf jeden Fall ist ein Balken mit nur mit der Hälfte seines verbleibenen Querschnittes nicht mehr ausreichend tragfähig und muß verstärkt werden.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1080. Oliver
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Hallo Herr Rüpke,
ich bin im Begriff ein altes Haus zu kaufen.
Das Dachgebälk wurde gemäß einem angebrachten Zettel wie folgt behandelt:

Verwendetes Mittel = Avenarol 65
Bekämpfend Holzbock/Holzwurm
Januar 1980
Spritzverfahren 360 ml/g/qm

Die gute Nachricht: es hat scheinbar funktioniert. Zumindest finde ich keinerlei Spuren wie hier im Forum beschrieben.

Ich wüßte natürlich gern, ob/welche Gesundheitsgefahren vom Stoff ausgehen können, denn das ist lange her und seither ist man ja doch schlauer geworden, was die verwendeten Stoffe angeht.
Können Sie mir dazu eine erste Auskunft geben?

Die Behandlung ist an der dunklen Färbung gut zu erkennen; aber scheinbar wurde nach dem Spritzen ein Balken deutlich abgebeilt. Ist es nicht so, dass dies eigentlich vor der Behandlung geschieht?

Danke für die Antwort
Oliver
Lieber Oliver,
das müßte recherchiert werden und kostete neben Zeit auch Geld.
Die heutigen Produkte kann man dazu nicht heranziehen. Zudem ist die Fa. Avenarius Heidelberg bereits unter der Adresse des Chemiefabrikenten Remmers Löningen zu finden, ist also vermutlich verkauft worden.
In der Tat wird vor der Bekämpfung der "Mulm" beseitigt. Der dunklen Holzfärbung nach zu urteilen, handelt es sich bei dem Holzschutzmittel vermutlich um ein ölbasiertes. Es wird wohl ein Mittel mit organischen Wirkstoffen sein.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1079. Hartmut Köhler
Mail Home
Hallo, bin gerade beim Dachausbau.
Die Dachkonstruktion ist aus Nadelholz ca. 25 Jahre alt und trocken (Eindeckung war immer gut dicht und im Sommer ist´s teilweise durch schwarze Dacheindeckung unerträglich heiß. Die Balken wurden mit einer rötlichen Flüssigkeit (zusammensetzung und Zweck nunmehr unbekannt) eingelassen.
Letztes Jahr sind zwei Dachgauben eingebaut worden. Bei den Pfetten (Altbau) wurden Bohrlöcher festgestellt. Die meisten anderen Balken sind tadellos.
Ich ging Aufgrund der Bohrlöcher von ´nem Holzwespenbefall aus. Vor ein paar Tagen bemerkte zugeklebte Bohrlöcher und ich dachte sofort erschrocken an einen
akuten Schädlingsbefall. Bin jetzt schon etwas ruhiger, ich vermute nurnoch Holzbewohner.
Bohrmehl war nicht zu finden (soweit man das sagen kann,weil der Ausbau in der Stauigen Phase ist). Tote Insekten wurden im Frühjahr nur gefunden( Fliegen, Motten, Wespen..) und nur ein Käfer war mit bei.
Ist meine Vermutung (homepage)richtig?
Ist Ihnen ein gängiges rötliches Impregniermittel aus den Anfang Achtzigern bekannt?
Wenn ja sollte ich das Grob abschleifen um Ausgasungen zu verringern (wird ja Wohnbereich) Isoliert wird mit Hanf, Damfbremse wird ein Zelluloseflies?
Die neuen Balken im Bereich der Gaube sind laut dem Zimmermann mit einem Mittel imprägniert, welches die Insekten während der Verpuppung austrocknet. Bin irgendwie unsicher ab das Holz wirklich behandelt ist. Sieht völlig ungehandelt aus, auch war nur der typische Holzgeruch da und fühlt sich auch ungehandelt (nicht härter, ölig oder klebrig)..
Sollte ich Sicherheitshalber das Holz im Bereich der Gaube schützen?
... die Schnittkanten des neuen Gebälks?
.. alte rötlich impregnierte Holz schützen (hat der Schutz nachgelassen)?
..das alte Holz welches angehobelt ist (war leicht verzogen, jetzt ist die Imprägnierung weg)?
Wenn ja, welches Mittel ist empfehlenswert?

Vieleicht können Sie mir einige Fragen beantworten.

Viele Dank,
Hartmut
Lieber Hartmut Köhler,
erst mal vielen Dank für Ihre Bilddokumentaion.
Das aufschlußreichste Bild, zu der Interpratation der "Löcher" hab ich hier noch einmal mit Ihrem Begleittext eingestellt (die anderen Bilder findet der Leser, wenn er das linke rote Haus anklickt):
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Zum Bild: Die Dachkonstruktion ist ca. 25 Jahre alt. Dort sehen sie drei verschiede Loecher.
von Links:
- Austrittsloch
- Loch mit Spaenen verschlossen - dieses Loch wurde bei der Erstbehandlung mit rotem Holzschutz schon ueberstrichen. (vor 25 Jahren)
- diesjaehrig von einem Insekt verschlossenes Loch
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Nun zu Ihren Fragen:
Rötliche Impregniermittel aus den Anfang Achtzigern gibt es viele, denn die rötliche Farbe ist lediglich die Kontrollfarbe, die sich in den verschiedensten Holzschutzmitteln wiederfindet läßt. Diese Kontrollfarbe gibt es auch in Grün und Braun etc.
Das Holzschutzmittel kann man also nur durch Nachweis der verwendeten Wirkstoffe ermitteln. Ich kann das für einige Wirkstoffe anhand von Farbreagenznachweisen machen.

Solange das Holz abgedeckt wird (Duirch Verkkleiduzngen Rigips etc.) wird vermutlich nichts weiter zu machen sein. In den Dämmstoffen können übrigens ohne weiteres mehr Borwirkstoffe in Form von Flammschutzmitteln als Borwirkstoffe in Form der Holzschutzmittel am Holz vorhanden sein...

Das Mittel, was an neuen Balken im Bereich der Gaube verwendet wurde, schint ein Häutungshemmer zu sein. Ein Wirkstoff der in den hormonellen Ablauf der Entwicklungsstadien eingreift. Es hat also eine erst sehr späte Wirkung.
Eigentlich ist es sinnvoller, das bereits zuvor verwendete Holzschutzmittel zu verwenden. In der regel reichen hier Wirkstoffe aus Borverbindungen aus, die als Fraßgifte wirksam werden. Alle Schnittkanten am altem wie neuem Holz sind nach bzw. mit zu behandeln.
Die Holzschutzmittel aus Borverbindungen sind lange stabil und wirkksam.

Solange das Holz gehobelt im Raum steht ist eine Holzschutzbehandlung nicht erforderlich.

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1078. Wolfgang Friebel
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Sehr geehrter Herr Rüpke,

ich google interessiert durch das Internet da ich heute festgestellt habe, dass wir in unserem gerade gekauften Haus vermeintlich Holzwürmer/Insektenlarven in der Balkonverkleidung haben.

Die Latten der Verkleidung sind mit Dickschichtlasur bestrichen und eigentlich schon längst überfällig zu streichen. Alle sichtbaren Flächen weisen nur die üblichen Alterungspuren auf, wenn Farbe/Lasur fehlt.

Nun sind an den Ecken die horizontalen Balken aneinanderliegend und das Holz dort, wo die 45-Grad-Schnittkanten sind, vermeintlich nicht vorbehandelt gewesen. Diese Stellen sind richtiggehend feucht; ich konnte einfach 1-2 cm des Holzes herauskratzen. An manchen dieser Schnittstellen sind auch Löcher, die mich an Holzwurmlöcher erinnern. "Tierchen" habe ich keine gesehen; es macht mich so stutzig, dass diese Löcher nur an den SChnittkanten sind, die gegeneinander lagen und die wohl regelmäßig feucht waren.

Reicht es aus, wenn ich
a. das gesamte verfaulte / feuchte Holz entferne
b. zur Sicherheit ein Holzwurm-Ex auf diese Flächen (oder ggf. auf das gesamte Holz über die vorhandene Lasur ? )
c. anschliessend die Ecken neu mit Holzpaste "verkitte"
d. mit Lasur streiche
und danach dafür Sorge trage, dass an diese Stellen kein Wasser mehr gelangen kann ?

Ich könnte, wenn es hilft, auch gerne ein Photo übersenden.

Ich finde es toll, dass Sie hier an dieser Stelle Fragen beantworten und somit einem "hilflosen Laien" wie uns Unterstützung bieten ! Die Fassade des Hauses, das wir gerade erworben haben, ist zu 25% aus Holz - das hat uns sehr gut gefallen und wir möchten es über die nächsten Jahre bestmöglich pflegen / erhalten.

Vielen Dank im voraus !

Mit freundlichen Grüssen
Wolfgang Friebel
Lieber Wolfgang Friebel,
ein Foto wäre immer besser als allein die Worte... schicken Sie es per e-mail.
Vermutlich ist bei Ihnen ersteinmal die Pilzprolematik vorhanden. Sie haben einen Pilzbefall oder den Schaden danach. Die Insekten müssen nicht unbedingt holzzerstörede sein, dann sind es meistens Pilzfolger. Es können auch andere, lediglich nur holzbewohnende Insekten sein, die sich das morsche Holz als Nisthöhle ausgesucht haben.
Ein Austausch ist das Richtige. Dabei sind alle Fugen offen, luftig ohne Kleister und Acryl asuzubilden! Also, wo Holz an Holzs tößt, eine Luftfuge oder bei Verbindungen auf Spalt einbauen, z.B. stets eine Abstandsscheibe dazwischen einlegen.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1077. olaf s.
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hallo
und hier der witz zun schlapplachen.
wir haben einen kamin echt toll , und so machte ich mich auf dem weg in den großen wald um das begehrte holz zu holen.es wurde gesägt und gespalten und gestapelt.bis hierher alles toll.
aber nun sehe ich nur noch holzmehl und ausfluglöcher so viele das man sie nicht zählen kann.aber das blöde an der sache ist hat der dachstuhl jetzt was abbekommen oder nicht. da das holz bis unter das dach gestapelt war.gibt es ein mittel das jetzt noch eingebracht werden kann oder muß damit da nichts pasiert??
gruß olaf

habe noch mal nachgeschaut wie es im holz zugeht.die löcher und gänge sind nur in der rinde und gehen nicht in das splindholz.dafür ist aber die rinde immer noch voll mit vielen kleinen larven (schneeweiß) und 0,5mm lang.rindenbrütende Borkenkäfer heißt diese art wohl .es handelt sich um esche die anfang des jahres
frisch geschlagen wurde.
gruß olaf
Lieber olaf s.,
es sind Frischholzinsekten. Wenn Sie die vielen gleichen Fragen hier mal durchstöbern wollen, es geht Ihnen nicht anders als denen, die sich nicht daran halten, Holz (wenigstens im Sommer) stets außerhalb des Hauses zu lagern. Die Frischholzinsekten werden Ihrem Haus i.d.R. nichts anhaben. Ein Mittel ist hier nicht erforderlich.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1076. Wolfram Henn
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Hallo,
seit einigen Monaten höre ich an einer bestimmtem Stelle eines Balkens (6 Jahre alter tragender Balken aus Fichte-Brettschichtholz, offen und trocken im Wohnzimmerinnern verbaut)ein rhythmisches kratzendes/knisterndes Geräusch, jeweils etwa fünfmal im Abstand von ca. 3 Sekunden, dann wieder Ruhe. Zunächst haben wir gedacht, es käme von einer Stromleitung her, aber das ist es wohl nicht.
Keine Risse im Holz, keine erkennbaren Bohrlöcher, kein Bohrmehl, schon gar keine Insekten sichtbar.
Was kann das sein, und was soll man tun?

Freundliche Grüße
W. Henn
Lieber Wolfram Henn,
es kann neben einer Larve "im Holz" auch ein Insekt "am Holz" sein. Wenn Sie das Geräusch aufnehmen könnten, mit einem MP3 Player mit Diktierfunktion, könnten Sie mir die Aufnahme einfach per e-mail zusenden. (Wenn Sie Probleme damit haben, nehmen Sie einfach einen jümgeren "Handy und MP3 Spezialisten" dazu!). Vielleicht kann ich dann damit was genaueres analysieren.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1075. Jürgen K.
Hallo Herr Rüpke,
vielen Dank, dass Sie alle meine Fragen so präzise und ausführlich beantwortet haben. Der von Ihnen erwähnte Link, welcher zu Ihren Bankverbindungsdaten führt, ist wirklich sehr hilfreich. Die extreme Fachkompetenz Ihrer Antwort zwingt mich förmlich dazu, Ihnen umgehend einen Auftrag zu erteilen.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen
Lieber Jürgen K.,
Sie sollten einfach sehen, daß, wenn Sie schon Vollinsekten vorgefunden haben, ich sinnvoller Weise kaum einen anderen Weg als die Bestimnung vorschlagen kann. Eine sichere Bestimmung klärte auf einfachste Weise alle Ihre Fragen zum weitern Vorgehen auf. Spekulationen anhand unsicherer Befunde aufstellen zu müssen, finde ich hier - wegen der ja schon vorhandenen gefundenen Vollinsekten - weniger sinnvoll.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1074. Rainer Müller
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Sehr geehrter Herr Rüpke,

ich renoviere gerade eine "alte" Theke aus dem Jahre 1959. In der Unterseite der Theke ist der Holzwurm kräftig am nagen. Ich habe bereits in jedes Loch, was ich sehen kann (best. mehr als 300 Löcher) mit einer Spritze Sadolin Holzwurm - Ex hineingespritzt. Da die Theke im inneren mit Metall ausgekleidet ist, komme ich nur ein die untere Seite des angefressenen Holzes.
Gibt es noch eine andere Methode um den Nager an den Kragen zu gehen ? (Heißluftpistole - Boden mit Lack streichen)

Für Ihren Tip bedanke ich mich im voraus.

Mit freundlichen Grüßen

R. Müller
Lieber Rainer Müller,
diese etwas mühsame Methode ist schon der richtige Weg. Die Löcher könnten Sie anschließend mit einem Möbelwachs verschließen.
Allerdings hat m.E. die Fa. Sadolin kein Produkt namens Holzwurm - Ex.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

1073. Jürgen K.
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Hallo auch,
könnt Ihr mir vieleicht weiterhelfen? Und zwar glaube ich, dass das Haus vom Holzbock/Hausbock befallen ist. Ich würde gerne Wissen, um welche Spezies es sich da wohl handeln könnte. Ich hab schon mal auf eurer Homepage geschaut, konnte Ihn aber nicht einwandfrei identifizieren.
Die Käfer haben wir in verschiedenen größen. Ab 1-2 mm bis ich würde mal sagen 6-7 mm. Der Befall schein im Keller zuerst aufgetreten zu sein. Die Löcher sind relativ rund. Teilweise aber auch leicht oval. Nur ganz leicht. Der Käfer ist i.d.R. schwarz (bis auf die kleineren gehen vom Schwarzen leicht in´s rötliche). Er giebt (besonders gerne in der Nacht) rytmische Klopfgeräusche von sich, welche mir als Paarungsruf scheinen. Man kann diese durch klopfen auf Holz immitieren und bekommt dann promt Antwort. Der Käfer kann fliegen. Er hat soetwas wie einen kleinen Kopf und einen etwas länglichen Körper. Am bzw. im Körper sind die Flügel. Die Flügel sieht man nur wenn er fliegt oder man ihn mit dem Fingernagel zerdrückt. Er schein nur wenig "Blut" (Käfersaft? oder wie heißt das?) zu haben. Er hinterlest für gewöhnlich keine Flecken auf der z.B. Tapete und ist relativ bröselig. Sein Flug ist eher langsam im Vergleich zu Mückem oder Fleigen. Wir haben in den Kellerräumen mit normalen Insektenspray ganz gute Erfolge gehabt. Der Käfer saß teiweise in der Zwischendecke. Dort war ein Spalt, wo wir mit Insektenspray reingehalten haben. Am nächsten Tag lagen so einige auf dem Boden / Tisch usw.. Im Wohnraum würde ich ungern derart mit Insektenspray "rum aasen". So klebe Fliegenfallen am Band, helfen die? Habe heute 6 Stück auf der Tapete in der Wohnung EG (über dem Keller halt) festgestellt und eigenhändig zerdrückt. Ich kann ihn schlecht ausräuchern, gibt es da irgenwie Fallen oder so? Gift, Lebendfallen - diese "Mückenbrutzler" (blaues Licht mit Stromgitter)? Hilft da was? Die Käfer scheinen wir in geringem Ausmaß schon länger zu haben. Ich hab schon eher mal einen Käfer dieser Form beseitigt, ihn dann aber wie normals Ungeziefer (Mücke, Fliege Kellerassel) abgetan. Nun mache ich mir doch ein wenig sorgen insbesondere auch um die Einrichtung. Ach und im Keller war eine kleine Kiste (ohne Deckel) mit einem Spanplattenboden, der Ihnen wohl sehr gemundet hat. Da war nicht viel von über.
Meine Frage sind:
1.) Um welche Gattung handelt es sich wahrscheinlich?
2.) Wie kann ich ihn im Wohnbereich bekämpfen?
Lieber Jürgen K.,
da Sie ja Exemplare haben, wäre es beste, Sie ließen eine Bestimmung durchführen. Dann könnte ich Ihnen genaueres sagen, ohne groß spekulieren zu müssen.
Näheres zur Bestimmung finden Sie im Kopf oben unter dem entsprechenden Link "Bestimmungsdienst".
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke