Holzwurm-Forum
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636. Andreas Zugck
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Hallo,

wir sind derzeit dabei ein ca. 300Jahre altes Fachwerkhaus aus Eiche zu sanieren. Es sind ein Teil der Balken (Schwellen) durch Feuchtigkeit, einige durch Insektenbefall zerstört. Diese wurden und werden noch ausgetauscht. Wie behandelt man die Balken mit leichtem Befall. Es scheint mir wie auch dem Zimmermann, daß es derzeit keinen aktiven Befall mehr gibt. Einzig an einer Stelle ist von Zeit zu Zeit etwas "Wurmfraß" zu erkennem.
Frage: Wie sollte man das Fachwerk behandeln, damit man nicht irgendwann nachts vom Holzwurm geweckt wird. Weiterhin möchte ich bei der durchzuführenden Innenisolierung von innen an das Fachwerk eine Kantholzkonstruktion anbringen um den Putzträger aufzunehmen. Weches Holz in welchen Zustand (gesägt und imprägniert oder künstlich getrocknet und gehobelt)sollte angewendet werden, damit das Holz nicht von dem "eventuellen Wurm" befallen wird.

Möchte mich schon im vorraus für eine qualifizierte Antwort bedanken.

Andreas Zugck
Lieber Andreas Zugck,
ist kein Befall da, wird auch nicht behandelt. Sie können sichtbare Flächen abhobeln und oder ausbürsten und einfach mit farbigem Wachs verschließen.
Zu der Innendämmung müßten Sie noch mal sagern, wie die aussehen soll?
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

635. Dubielzig Ingo
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Hallo zusammen.

Habe seit ca. 4Wochen immer wieder kleine Maden an der Decke die aussehen wie Hlozwürmer. Die kleinen Dinger sind 12 -15 mm Farbe weiß mit einem braunen Vorderteil 1-2mm groß. Das seltsamme daran ist das Sie aus den Rollkasten kommen und an der Decke entlang krabbeln. Weil immer die Rede von Ausflugslöchern ist stelle ich die Frage: Warum verlässt die Made das Holz. Bei meiner Hausrenovierung im Jahre 1996 habe ich die Holbalkendecke frei gehabt und einen Balken ausgetauscht. Dieser war von dem Rollokasten 10 meter entfernt. Das Haus ist komplet durchheizt und somit ist alles trocken. Wäre sehr dankbar wenn ich mal ein Bild schicken könnte ob es sich wirlich um einen Holzwurm handelt. Warum laufen dies unter der Decke. Können das auch andere Larven handelen? Sie haben auch einen Faden. Beim entfernen hingen Sie auch an der Decke. Was für eine Art von Larve handelt es sich?

Würde mich über eine Auskunft freuen.

Gruß von Ingo aus Bochum
Lieber Ingo Dubielzig,
Es sind auf keinen Fall "Holzwürmer", sprich holzzerstörende Insekten.
Ich würde sie zuerst einmal nur mit dem Staubsauger einsammeln und entsorgen.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

634. Andreas Fiedler
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Hallo,

ich habe versucht, verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung von Holzwurm-befallener Holzbalken herauszufinden. Normalerweise bekommt man in Baumärkten diverse chemische Holzschutzmittel ("Holzwurm-Ex" & Co.) angeboten. Ich denke, dass diese Mittel - auf größeren Innenraum-Flächen angewendet - ein gewisses Gefahrenpotential mit sich bringen.
Da es sich in meinem Fall um große Flächen (befallene Deckenbalken (EG, DG) sowie vorbeugend der Dachstuhl) handelt, hab ich nach irgendwelchen biologischen Mitteln gesucht und bin auf eine Imprägnierung von Jobeck gestoßen, die verspricht, mit einer natürlichen Zusammensetzung aus Fichtennadelöl, Neemöl, Leinöl, Naturharzen, Farnkraut, Efeu und Brennessel einen vorbeugenden und auch behandelnden Schutz gegen Schädlinge wie Holzwurm, Holzbock und anderen Insekten zu bieten.

Welche Arten von biologischen Holzschutzmitteln gibt es und welche sind empfehlenswert? Ist ein Erfolg beim Einsatz dieser Mittel zu erwarten?

Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen.
Grüße, Andreas Fiedler
Lieber Andreas Fiedler,
schön daß Sie versuchen wollen, neue "Mittel" vorzustellen.

Am Rande liegen gelassen haben Sie dabei die Mensch, Tier und Sachen beschützenden Bestimmungen. Diese schließen einfach großflächige Anwendungen von bekämpfenden Holzschutzmittel nicht nur aus, sondern zielen insgesamt auf die Beschränkung des Einsatzes von bekämpfenden Holzschutzmitteln hin. Dabei steht nicht nur die Gesundheit, sondern auch der Verbraucherschutz an erster Stelle. Die Bestimmungen sind derart streng, daß Krtitiker bereits die verbreitet festzustellende Wirkungslosigkiet zugelassener und geprüfter Holzschutzmittel bejammern. Dies ist sicher ein erster Erfolg der gesetzlichen Bestimmungen zum Gesundheitsschutz. Wie aber der Zwang zum Mitteeinsatz und der Griff in die Geldbörse des Verbrauchers zu bremsen ist, kann noch nicht gesagt werden. Dies ist um so mehr undurchsichtig, wie ein Umschwenken vom einen zum anderen Mittel die Kernfrage verschleiert: Holzwurm allein mit der Ursache beseitigen oder lieber Panik machen und nur mit "Mitteln" Geld verdienen?

Unschwer zu verbinden ist bei der Holzschutzfrage, Schaden, Angstmacherei und Kommerz. Die Richtung, die dazu eingeschagen werden muß, ist stets dre gleiche: Ablenkung vom Zusammenhängen von Ursache udn Wirkung, von Befallsursache und Schadenswirkung. An Stelle dessen wird allein das Mittel angepriesen, womit man verdienen will.... In der Praxis werden Sie i.d.R. eine Aufzählung von alternativen Möglichkeiten des herangehens vermissen. Wenn doch, dann haben Sie einen unabhängigen Fachmann vor sich.

Meine Meinung ist im Gundsatz für alle "Mittel" und "Rezepte" gleich: kein "Mittel" oder "Rezept" löst das Problem nachhaltig allein. Erst wenn die Ursache durch Wissen erkannt ist, kann der Schaden nachhaltig behoben werden. Dann meist allein dadurch und oft ohne jegliche "Mittel". Diese Methode ist wirtschaftlich natürlich weniger ertragreich - Sie bleibt daher bei allen "Mittelanbietern" außen vor. Zudem muß man sich wohl ein Leben lang mit komplex entstehenden Fehlern an der Baukonstruktion beschäftigen, will man das Übel gleich an der Wurzel packen. Wie leicht dagegen kann ein "Mittel" schon aus der Idee dazu geboren werden.

Der Erfolg aller Holzschutzmittel wird m.M. nach zuerst an dem wirtschaftlichen Ertrag gemessen, der hängt ab von Vermarktung, Reklameoffensive und gesellschaftlichen Einflüssen. Solange biotische Schäden durch Insekten udn Pilze am verbauten Holz nur als hygenischer Makel empfunden werden und nicht als Baufehler und Instandhaltungsmangel erkennt werden, wird der Zeitgeist die Wahl der "Mittel" vorgeben.

Nicht von ungefähr, daß der Biologe und Hausschwammexperte Carl Mez oder einer der ersten Bausachverständigen, Richard Gottgetreu um 1900 nahezu das Gleiche zu den "Holzschutzmitteln" schreiben, ein gutes Geschäft allemal.

Meine Antwort ist nun etwas länger geraten, aber in Ihrem Fall spiegelt sich die Wirklichkeit wieder. Einmal wurden an Ihrem Bauwerk aus Unwissen oder aus Sparsamkeit bei der Wahl der Holzart und der Konstruktion Fehler gemacht und nun haben Sie den Schaden zu tragen. Sie sollen dies nun austragen. Damit dies nicht immer so weitergeht, empfehle ich, vor dem Mittel die Ursache zu ergründen.

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

633. Michael Jungblut
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Guten Tag,
ich habe ein altes Haus auf dem Land gekauft. Jetzt habe ich ein vorher mit Efeu überwachsenes altes Holztor freigelegt. Es ist durch
Feuchtigkeit stark angegriffen, aber ansonsten gut erhalten.

Was kann ich nach der Trocknung tun, um das alte Holz zu konservieren und zu stabilisieren?

Hinweis: Das alte Scheunentor soll nicht mehr bewegt werden. Es geht nur darum, die optisch schöne Wirkung zu erhalten.

Gibt es Mittel, um das Holz wieder zu festigen?

Über eine Antwort würde ich mich freuen
Michael Jungblut
Lieber Michael Jungblut,
nicht nur aus Kostengründen war bislang der Austausch von Holz am sinnvollsten und am einfachsten. Holzersatzstoffe sind übermäßig teuer und wegen der Kunststoffe nicht einfach zu verarbeiten. Ich empfehle Ihnen einen gelernten Tischler vielleicht auch einen gelernten Zimmermann mit der Reparatur zu betrauen.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

632. Antje
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Hallo,
habe bei Ebay ein schönes ,altes Bauernbett für unsere 3-jährige Tochter ersteigert und nun beim Schleifen festgestellt, dass der Wurm drin ist.
Was würden Sie mir jetzt empfehlen, möchte ungern mit chemischen Mitteln drangehen.
Wäre für jeden Rat sehr dankbar.
LG Antje

631. Thomas Burghardt
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Hallo,
wir haben vor ein paar Jahren unser Fachwerkhaus renoviert. Die Deckenbalken haben wir abgeschliffen und mit Leinöl eingelassen. Die Balken waren vorher schon mit Holzwurmlöchern übersät, jedoch hatten wir die letzten Jahre keine Probleme. Jetzt haben wir Holzstaub unter einem Balken entdeckt.
Was können wir dagegen unternehmen ?
Freuen uns über einen kleinen Tipp.

Danke.

Thomas Burghardt
Lieber Thomas Burghardt,
vielleicht ist dies durch Bewegung herausgerieselt?
Viele grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

630. Sabine Knebel
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Sehr geehrter Herr Rüpke,
Vor ca.3 Jahren kauften wir ein etwa 150Jahre altes Fachwerhhaus.
Nach ca.1,5 Jahren nahm ich erste Klopfgeräusche wahr.Nach der Untersuchung durch einen Fachmann stellte sich heraus, es war der Bunte Nagekäfer in der Eichenschwelle des Schlafzimmers.(das Holz war also wohl schon vorgeschädigt/feucht).
Ein Zimmermann wiederrum "bekämpfte" den Befall, indem er die betroffene Stelle mit Bohrlösung behandelte und einen Teil Holz einfach austauschte.Soweit so gut.
Ich dachte jetzt haben wir Ruhe.Die Ruhe hielt bis genau Vor zwei Wochwn an!
Erneut vernahm ich dieses, mir inzwischen wohlvertraute Klopfen...
Leider nicht an der Selben, sondern an einer komplett anderen Stelle im Haus.
Das Gute, jedesmal, wenn es klopfte haben wir die Käfer gefunden!! Das liegt aber natürlich nur daran, das dieser Balken frei liegt.
Und gerade eben hörte ich das Klopfen wieder, diesmal in der Küche hinter der Deckenverschalung.
Super! Ich bin ehrlich am Ende mit meinem Latein....
Deswegen habe ich drei Fragen. Die erste: Wie soll ich den Befall einschätzen?
(dies ist schließlich schon die dritte Stelle im Haus, ich habe
Sorgen,wo es denn als nächstes klopft)
2.Was ist mit dieser Bohrwasser-Lösung,ist die sehr giftig???
3.Ich weiß, Sie sind kein Jurist...Aber gilt in diesem Fall sowas wie versteckte Mängel ??
(also ein Anspruch, den ich gegenüber den Verkäufern geltend machen kann.
Der Fachmann damals sagte der Befall bestünde mindestens schon seit 10 Jahren)
Vielen Dank für Ihre Mühe im Voraus und ich hoffe der "Roman" war nicht zu lang...MfG Knebel
Liebe Sabine Knebel,
1. der Befall durch den Bunten Nagekäfer ist ein Indiz für vorangegangene, lokal verteilte Pilzschäden, jeweils zuvor durch Feuchteeinträge bedingt. Insoweit wird nichts zerstört, was nicht schon ohnehin vorgeschädigt ist. Eine Bekämpfung wird deshalb schon durch die allfällige Reparatur durch einen "Gesundschnitt" durcvh den Zimmermann erledigt. Holzschutzmittel sind dann garnicht mehr nötig.
2. Borverbindungen sind sehr gut pilz- und mäßig Insektenwirdig und werden z.B als wässrig gelöste Salze eingebracht. Nach der Trocknung sind sie kristallin und im Holz gebunden, wenn sie nicht ausgewaschen werden (von Kindern z.B. durch Ablecken). Sie sind also für uns recht harmlos und sind ganz sicher unerreichbar, wenn Sie noch bestimmungsgemäß mit Putz oder Bekleidung abgedeckt sind.
3. Das kann ich Ihnen leider nicht beantworten. Es wäre eine Sache des Kaufrechtes und dafür ist ein Jurist der Ansprechpartner. Sicher ist der Vertragstext dabei wichtig.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

629. Jochen Scholz
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Hallo "Holzwurm-Team",
sehr geehrter Herr Rüpke,

jetzt habe ich viel in Ihrem Forum geschökert und bin, muss ich sagen etwas verunsichert.

Wir haben vor 5 Jahre ein altes (ca. 250 Jahre) Haus gekauft, in dem nun eben viel Holz verbaut worden ist. Viele Aussagen der Besucher des Forums decken sich mit eigenen Erfahrungen und ich habe schon einige wichtige Infos gefunden.

An einigen Holzelementen im Innenraum finden sich allerlei Fraßspuren, auch ist so mancher Balken an den Rändern etwas mürbe. Im Rahmen eines geplanten Ausbaus eines am Haus liegenden Anbaus fanden wir so einige Häufchen Holzmehl, ws auf einen grundsätzlichen Befall hindeuten könnte.

Zunächst zwei Fragen:

1. Woran erkenne ich einen frischen bzw. einen alten Befall des gemeinen Holzwurmes?

2. Was bringen übliche Holzwurm-Gifte, die in Baumärkten erhältlich sind bzw. was kann ich prophilaktisch gegen einen neubefall tun?

Vielen Dank für Ihre baldige Antwort und im allgemeinem für dieses Forum. Ich denke ich werde hier noch so einiges Interessantes erfahren.

Mit freundlichen Grüßen

Jochen Scholz
Lieber Jochen Scholz,
Sie sollten nicht das Gras wachsen hören wollen. 250 Jahre alte Gebäude habe immer etliches, was in ihnen lebt. Der beste Beweis der Standhaftigkeit solcher bewährter Baukonstruktionen, sich auch gegen Holzwürmer jeder Art zu behaupten, ist allein schon deren greises Baualter. 10 Generationen hat das Gebäude schon überlebt, Sie haben große Chancen die 11. zu werden. Es liegt immer in den Händen des Hauseigentümers, wie lange sich das Haus noch halten wird. Selten sind es die Holzwäürmer, die so etwas bestimmen werden.
Wenn Sie aber Bedenken haben, fragen Sie nach einen Sachverständigen für Holzschutz, der sollte Ihnen Klarheit schaffen können.
Viele Grüße
Hans-Joachoim Rüpke

 

628. Alexander Bronisch
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Sehr geehrter Herr Rüpke,
wir haben ein ca. 70 Jahre altes Haus, dessen ausgebauter Dachstuhl (Rigipskonstruktion) einige Jahrzehnte alt sein dürfte (evtl. 80er Jahre). In den Stauräumen (Dachschrägen, in denen die Dach-Holzkonstruktion sichtbar ist) und in den sichtbaren Giebelpfetten haben ein Schädlingsbekämpfer und unser Zimmerer jetzt Hausbockbefall festgestellt. Geplant ist, das Dach streifenweise abzudecken, um stichprobenartig feststellen zu können, wie weit der Befall vom Frontgiebel her reicht. Das Haus steht mit der Rückseite zu einer Tenne vom Ende der 50er Jahre. Dort ist das Holz eindeutig (noch) nicht befallen. Nach der Feststellung des Schadensausmaßes soll der Hausbock fachgerecht bekämpft werden, weil er angeblich "hochansteckend" ist und die große Gefahr besteht, daß er auf die übrigen Gebäude (Tenne, Bauernhaus, Wirtschaftsgebäude) übergreift.
Nun höre ich aber von anderen Seiten, darunter auch einem Architekten, daß es kaum (ältere) Häuser gebe, die nicht vom Hausbock befallen seien. Der Hinweis auf den Hausbock sei z.B. ein probates Mittel, um Panik zu erzeugen und beim Hauskauf den Preis zu drücken. Die Sache sei nicht so tragisch, kostspielige Maßnahmen keineswegs unbedingt erforderlich.
Da ich das erforderliche Geld gerne in andere wichtige Erhaltungsmaßnahmen stecken würde, bin ich jetzt ziemlich verunsichert, nach welcher Ansicht ich mich richten soll und würde gerne lesen, wie Sie darüber denken.

Mit herzlichem Dank im Voraus,
Alexander Bronisch
Lieber Alexander Bronisch,
grundsätzlich ist jeder Fachmann verpflichtet eine bestimmungsgäße Werkleistung zu erbringen. Das heißt konkret in Ihrem Fall, nach den geltenden Bestimmungen muß ein Fachmann vor jeder bekämpfenden Maßnahme erst einmal der Befall festgestellt werden. Den Befallsschaden kann auch ein Laie erkennen. Es gibt an die 10 Merkmale, einen (Lebend-)Befall zu erkennen und zu belegen. Aber auch der Befallsumfang ist festzustellen.

Die Empfehlungen zu Maßnahmen sollten immer für den Bauherrn immer auch Alternativen aufweisen. Ein unabhängiger, nicht ausführender Sachverständiger ist dabei sicher mehr frei, als ein Auftragnehmer, der sich seinen Auftrag mit etwas Druck (durch Panik) gut vorbereiten kann. Da ist die Ansicht Ihres Bekannten vollkommen richtig. Aber auch in solchen Situationen kann man noch die Oberhand gewinnen, wenn man a) alle erst mal nach hause schickt und b) ein paar Wochen ins Land gehen läßt. Danach kann man Angebote in Ruhe studieren und sachlich ohne Druck vergleichen.

Also:
Zuerst einmal die Frage klären, Befall oder Schaden? Wenn ja, muß unbedingt eine bekämpfende Maßnahme nach DIN 68800 Teil 4 - auch als baurechtlich gefordert - eingeleitet werden. Dabei gibt es mehre Wege. a) die konstruktive Methode, das Dach einfach zu erneuern (nach 70 Jahren ist das Gebäudewertmäßig immer eine Überlegung wert), b) das Heißluftverfahren und c) eine chemische Bekämpfung mit verschiedenen Wirkstoffkeulen, a) Kontaktinjektizide als Nervengifte (z.B.Pyrethroide) , b) Borverbindungen als Fraßgifte oder c) mit Häutungshemmer durch Eingriff in die Genetik.

Ob Sie einen Fachmann bitten, oder einen erfahrenen Zimmerer haben, beim Hausbockbefall ist jedenfalls einiger Sachverstand gefragt. Wenn es dann nur der Schaden ist, kann es der Zimmermann alleine richten.

Die Befallshäufigkeit liegt nur bei ca. 30 % der Gebäude und ist regional sehr unterschiedlich verteilt, vermutlich hängt das mit dem Wissen um eine gute Bauinstandhaltung zusammen. In manchen Gebieten feht Wissen und es wird da mehr geschlampt. Die früheren Gebäudeversicherungen (z.B. die Lanschaftlichen Brandkassen, 50-er Jahre) schlossen noch Hausbock mit ein und drängten daher auf breite vorbeugende Maßnahmen. Ältere Bauernkalender z.B. wiesen noch regelmäßig auf die Flugzeiten des Hausbocks hin, und gaben die Termine zum Schließen der Dachluken vor.

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

627. Löwe
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Hallo Herr Rüpke,
ich habe ein mehrere Jahre leer stehendes Haus gekauft. Die Möbel und auch das alte Klavier weisen frische Holzmehlspuren auf. Ich vermute Holzwürmer. Wie kann ich insbesondere das Klavier behandeln. Wärmebehandlung würde vermutlich dem Holz und der Mechanik schaden. Gibt es für Menschen unschädliche chemische Keulen? Reicht ein normaler Heizbetrieb (Ofenheizung) für eine allmähliche Reduzierung? Wie schnell muß gehandelt werden?
Vielen Dank
Kati Löwe
Liebe Kati Löwe,
das Klima, was das Klavier bräuchte, um gestimmt zu bleiben, ist für einen Gemeinen Nagekäfer schon unzureichend. Ist das Klavier erst mal in der Ausgleichsfeuchte eines beheizten Wohnklimas wird der Befall bald abklingen. Nur noch bröselndes, rieselndes Fraßmehl bleibt Ihnen etwas länger erhalten. Also: Klavier dem Wohnklima ganz umherum zugänglich machen und nicht etwa platzsparend an die kalte Außenwand hinstellen...
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

626. Olaf Sorg
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Sehr geehrter Herr Rüpke,
ich habe eine Holzfassade aus bester Lärche gebaut.(Konstruktion und Holz lt. Gutachter i.O) Die Bretter (Boden/Deckelschalung) wurden im Betrieb grundiert und mit Sigmalanwetterschutz Dispersionslackfarbe gestrichen (gelb) nach einem Jahr wurden einzelne Bretter schwarz -lt. Gutachter ein Pilz von außen der bisher nur in der äußersten Farbschicht festgestellt wurde..Ein Maler hatte vom Bauherren den Auftrag für den Schlußanstrich übernommenhatte auch das Farbsystem vorgegeben).Ich wurde nun zum Schadenersatz verurteilt weil ich keine Biozide in der Farbe hatte.Ich bin der Meinung, daß ich das als Tischler nicht festlegen darf ob und wieviel Biozide verwand werden dürfen und gesetzliche Regelungen finde ich keine. Es wäre sehr wichtig wenn Sie mir einen Tip geben könnten.
Vielen Dank Gruß Olaf Sorg
Olaf Sorg,
aus meiner Sicht ist es ein nicht fachgerechte, schwache Ausschreibung des Architekten, einen Teil der Werkleistung des Malergewerkes in das Tischlergewerk zu velagern. Grund dafür wird der Bauablauf sein.

Richtig wäre es, das Anstrichsystem insgesamt dem Gewerk Maler- und Lackierarbeiten zuzuordnen. Wegen des Bauablaufs hätte er das Anstrichsystem auch gesamt unter den Tischlerarbeiten ausschreiben können, mit der Gefahr, daß diese Werkleistung abgelehnt werden könnte, wenn man dort nicht darauf eingestellt wäre, eine solche Leistung zu erbingen. Der Tischler kann aber getrost diese "fachfremde" Werkleistung (vermutlich sogar ohne Zustimmung des Auftraggebers) durch einen Subunternehmer ausführen lassen.
Bei der Ausführung sind zuerst die VOB Teil C, Allgemeinen Technischen Baubestimmungen (ATV) der Gewerke zu beachten. Die ATV 18363 fordert bei einer Werkleistung aus dem Gewerk Maler- und Lackierarbeiten bei Anstrichsystemen Außen zwingend einen Bläueschutz im Anstrichsystem. Dieser ist bei allen heutigen Bläueschutzmitteln biozidhaltig. Beim Umweltbundesamt registrierte VdL Bläueschutzmittel die Bestandteil eines Beschichtungsystems sind, finden sich im Holzschutzmittelverzeichnis, dort im Anhang C verzeichnet. Sie sind nach Herstellerangabe zu verwenden.

An einer hinterlüfteten Holzfassade ohne Anstriche ist zwingend kein Bläueschutz nötig. Erst die auf Holz außen immer instabilen Anstriche erfordern zwingend biozidhaltiges Material. Außenanstriche auf Holz sind nicht dauerhaft. Zudem waschen Biozide aus. Sie sind dauernd unterhaltungsbedürftig und "biozidnachschußpflichtig". Nicht selten bereitet ein nicht instandgehaltener Außenanstrich erst das Eingangstor für einen - dann aber nicht nur holzverfärbenden - sondern gleich holzzerstörenden Pilzbefall. Ohne Anstriche wäre dies i.d.R. auszuschließen.

Heutige Anstriche auf Holz Außen fördern bei Blütenpollenablagerungen und Frühtauwasseranfall Schimmelpilzbildung auf dem Anstrich (oft unter dem Dachrandverkleidungen). Dem neuesten Übel wird mit zusätzlichen Biozidzugaben in allen Anstrichebenen Einhalt gegeben. Auch hier waschen die Biozide wieder aus und erfordern neues Biozid in neuem Anstrich. Ein modebetontes, zeitgeistbeflissenes Herangehen (breitestes Marketing in allen Medien) bringt ein Geschäft ohne Ende, wenn man`s nur so versteht, Farben samt Problemen zu verkaufen.

Das gleiche haben wir auch an den mineralisch verputzen und gemalerten Dämmfassaden gesehen: Die nun kalte und lange feucht bleibende Außenbeschichtung führt zur Ansiedlung von Algen und anderen Mikroorganismen. Völlig unkontrolliert und nach adhoc-Empfehlungen der Materialhersteller wird dies nun mit massenweisem Biozidzusatz (xy-Additiv) in Angriff genommen. Für einen Laien ganz unverdächig ist die Farbe, der Putz etc. fungizid eingestellt. (Schaun Sie mal im Baumarkt nach diesem Zusatz...) Wie gesagt hier ist (noch) nichts geregelt - alles ein Drama.

Anstriche auf außen verbautem Holz bringen der chemischen Farbenindustrie einen großen und wegen der Probleme quasi nachwachsenden Umsatzanteil und den Malern immer wiederkehrende Arbeit .... Es muß nur die Einsicht gepflegt werden, eine honiggelbe Beschichtung auf Holz muß sein und ist auch edel und stark.

Jahrhunderte alte unbehandelte Holzbauteile belegen es, er muß nicht sein. Sie sparen als Bauherr in Ihrem noch verbleibenden, wesentlichen kürzeren Leben eine Menge Geld und Ärger! Alt wie ein Baum will ich werden, aber bitte nicht honiggelb...

Links bei Holzfragen.de:
- [link="http://www.holzfragen.de/seiten/pop_biozide.html" title="Biozide und Biozide in Holzschutzmitteln
- Informationen zur Registrierung, Prüfung, Zulassung, Selbstverpflichtung und Güteüberwachung"]

- Bläuepilze: ein häufiges Ärgernis mit oftmals schweren Folgen

- Schimmelbildung an Dachüberständen

Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

625. Frank Weidner
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Hallo,

besteht die Möglichkeit durch Aufstellen/Hängen von Fallen(Duft-,Klebefallen) den Befall durch Holzwurm im Vorfeld zu verhindern? Wenn ja, für welche Schädlinge ist das dann möglich und welche Art der Falle wäre zu bevorzugen ?
Ich habe zwar im Wohnhaus (ca. 300 Jahre alt) altersbedingt kleine Schadstellen, die aber schon seit langen nicht mehr fraßaktiv sind.

Danke, sehr informative Seite!

Frank
Lieber Frank Weidner,
praktisch ist so etwas möglich. Ob es am Ende auch wirksam ist, einen Befall zu verhindern, kann nicht belegt werden. Es bleibt deshalb erst mal Theorie. Da ist bekanntlich Tee ein wichtiger Begleiter beim Abwarten, was da noch kommen wird.
Meiner Erfahrung nach kann man in einem trockenen, bewohnten und bewirtschafteten Gebäude in der Regel fast immer mit solchen kleinen Genossen zusammen zusamnmen (über)leben.
Also, vermutlich gar keine Gefahr bei Ihnen.
Viele grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

624. Marion
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Hallo allerseits,
ich hoffe, ich bin jetzt nicht die 95. mit der selben Frage, hab mir aber nicht alles bisherigen Beiträge durchlesen können.
Hier mein Problem:
Mein Mann hat unserem kleinen Sohn aus den Emiraten einen Schaukelpferd in Form eines Elefanten mitgebracht, es wurde dort als Antiquität angeboten, wir kennen aber das Alter des guten Stücks nicht.
Soweit so gut, jetzt fanden sich die üblichen Spuren der kleinen "Mistviecher" auf dem Lieblinsteil meines Sohnes und wir haben Angst, dass er uns mal zerbröselt, wenn unser Kleiner, mal wilder schaukelt, außerdem hat mans natürlich nicht gerne, wenn Ungeziefer im Kinderzimmer rumkrabbelt. Also, hat jemand eine Idee, wie wir den Elefanten retten können ohne Einsatz von Chemie - versteht sich!!
Bitte bitte, es wäre sehr schade, hätten wir bald einen "Schweizer Käse Elefanten"
Danke Marion
Liebe Marion Obmann,
zum einen ist zuerst die Frage, ist das Stück wertvoll? Wenn nicht besonders, kann man es auf 55 °C über 60 Min im Kern erreicht aufheizen. (Sauna, Hitzekammer etc.) Bei wertvollen Stücken wäre eine luftfeuchtigkeitsgerelte Hitzebehandlung durch einen Fachbetrieb angeraten. Sie könnten im Fachbetrieb auch stationär mit Gas eine Bekämpfung ausführen lassen. Danach sind keine Rückstände zu erwarten. Eine chemische Behandlung schließe ich aus gesundheitlichen Bedenken aus.
Viele Grüße
Hans-Joachiom Rüpke

 

623. Mike
Hallo,
ich habe einen alten Schrank (Buffet von Oma) in der Küche. Immer wieder finde ich im Schrank ganz kleine Würmchen (ca.2-3mm groß) Ich habe keine Ahnung ob das "Holzfresser" sind oder ob sie dort auftauchen wegen meine Lebensmittel-Vorräte?! Der berühmte Holzwurm ist ja wohl keiner, sondern ein Käfer...aber diese Mitbewohner, haben eindeutig die Form eines Wurms,fast wie ein Mini-Tausenfühler würde ich beschreiben. Manche liegen tot, vertrocknet in einer Ecke oder Schublade aber viele leben und bewegen sich auch (es ekelt mich so u. ich bekomme langsam Panik)

Hilfe, vielleicht kann mir jemand sagen was das ist???

danke schön und liebe Grüße
Lieber Mike,
Sie haben sicherlich Vorratsschädlinge.Nach Ihren spärlichen Angaben kann man aber nichts genaueres sagen. Aber auch der "Holzwurm" wäre eine Larve, wenn Sie ihn aus dem Holz holen würden. Als Larve verläßt er aber nicht sein liebstes Fraßholz.
Mein Tipp, Trockendauerlebensmittel austauschen, alles peinlich genau säubern und die unerreichbaren Ritzen mit techn. Alkohol desinfizieren. Obacht! Sie wissen sicher, Alkohol ist feuergefährlich. Trotzdem dran denken: gut lüften, kein Feuer, nicht Rauchen. In Zukunft Trockendauerlebensmittel unter 16 °C lagern, z.B. in der guten alten Speisekammer!
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

622. Stephan Schädel
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Hallo,
ich habe irgendwo gehört das ein Holzwurm max. 80 Jahre
einem Holz frisst . Stimmt das?
Lieber Stephan Schädel,
Nein das stimmt nicht, er (der Gemeine Nagekäfer, Anobium punctatum) kann Holz jeden Alters befallen.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

621. Walter Niederer
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Guten Morgen liebes Holzwurm Team

vor 11 Monaten haben wir unseren Wohnbereich und Gang mit Parkett aus amerikanischem Kirschholz von einem Fachmann auslegen lassen. Gestern sind mir zum ersten mal Tierchen begegnet die aussehen wie 1000-Füssler. Sie kommen sehr wahrscheinlich aus der Abschlussleiste hervor die auch aus Holz ist.
Haben Sie eine Ahnung um was es sich hier handelt? Was kann ich unternehmen?
Danke herzlich für ihren Rat
Walter Niederer
Lieber Walter Niederer,
das kann ich nicht erahnen. Auf jeden Fall ist es kein holzzerstörendes Insekt.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

620. christian elfers
Mail
Hallo,
wir möchten ein ca. 80 Jahres altes Haus kaufen und haben bei der letzten Begehung festgestellt, dass die Unterseite
der Treppenstufen mit kleinen Löchern übersäht sind (wenn man in den Keller geht, geht man "unter" Treppe in den
ersten Stock her und kann die Holzkonstruktion von unten sehen).

Wir konnten keine Aktivitätsspuren ausmachen, haben allerdings nicht intensiv gesucht. Ich habe Bedenken, dass es ein Holzbock-
Befall ist und dieser vielleicht noch an anderen Stellen im Haus vorkommt, wo er noch unentdeckt ist. Z.B. im Dachstuhl, in
den Holzfussböden, etc.

Bitte um Hilfe: Was ist das sinnvollste Vorgehen um nicht "die Katze im Sack" zu kaufen?

Viele Grüsse und Danke,
Christian Elfers
Lieber Christian Elfers,
das Sinnvollste wäre eine Ortsbesichtigung mit einem erfahrenen Fachmann, der Ihnen schadträchtige Bauteile aufzeigen kann und diese nach Ursprung und Auswirkung möglicher Schäden auch belegen kann. Daran schließt sich die Bewertung an, die sich bei Ihrer Kaufpreiskalkulation bemerkbar machen wird. Dabei kann ein 2-3 stüdiger Ortstermin mit münlicher Berichterstattung schon begründet die Weichen stellen: Kaufen oder lieber nicht.... Danach kann man ins Detail gehen. Vorher lohnt sich das noch nicht.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

619. Anita L.
Mail
Lieber Leser,
ich habe von meinem Onkel eine alte Uhr geerbt. Jetzt zuhause sehe ich sie mir genau an und stelle fest, dass sie übersät mit kleinen Löchern ist und dazu haben einige davon frische Holzspuren, also so leichten Holzstaub aussen herum. Ich möchte das Holz gerne behandeln un den Holzwurm los werden. Wie mache ich das am besten. Ich wäre sehr dankbar um einen Rat.
Liebe Anita L.,
das kommt auf die näheren Umstände an, wie Sie am besten vorgehen können. Suchen Sie mal (oben rechts ist die Suche) in den vorangeangenen Fragen, Sie werden viele ähnliche Fragen finden.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

618. roman bottlang
Mail Home
liebe holzwurmfans:-)
wir haben an einem alten tisch viele "holzspähne" entdeckt und sind nicht sicher ob es sich um einen holzwurm handelt. die spähne sind uns erst vor kurzem aufgefallen. bis anhin war nix zu sehen. wir sind vor kurzem umgezogen und haben den tisch mitgezügelt.
fotos unserer spähne sind zu sehen auf http://www.bottlang.com/holzwurm/
vielen dank für eure bemühungen
roman bottlang
Luieber Roman Bottlang,
soweit man das erkennen kann, scheinen es alte Späne von der Verarbeitung her sein. Möglicherweise hat der Geselle -wer sonst- geschlampt.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

617. J.
Hallo Herr Rüpke,

vor zwei Jahren stellte ich erstmalig Knacksgeräusche in der Dachschräge unseres RMH (Bj 2000) fest. Heute wurde vom zuständigen Holzdeckenbauer die Massivholznutfederbretter im betroffenen Bereich abgenommen. Die Lattung (quer plus längs) besteht aus teilweise etwas verwittertem, dunkel/schimmelig aussehenden Nadelholz (Querschnitt ca. 23 x 45 mm). In einer Latte auf einer Länge von ca. 1 m genau im betroffenen Bereich gab es nach 1 h wieder Knack-/Schabgeräusche (wie Daumennagel auf Mittelfingernagel schabend), 6 - 7 mal im Sekundentakt. Hatte ich bislang meist frühmorgens ab 5 Uhr festgestellt, Sommers mehr als Winters.
Wir wollen sicher sein, dass es KEIN Hausbock ist. Weder Ausflugslöcher noch äußere Fressschäden erkennbar. Auch die Kein Sägemehl entdeckt.
1. Gibt es eine zerstörungsfreie Prüfmöglichkeit, ob die Lattung befallen ist, oder muss man aufsägen um mögliche Fressgänge zu entdecken?
2. Die Geräusche sind NICHT durch Drücke/Ziehen am Holz nachstellbar - gibt es trotzdem eine Erklärung, dass die Geräusche durch irgendwelche inneren Holzspannungen entstehen können?

Vielen Dank für Ihre Mühe im Voraus!
Freundliche Grüße
J.
Lieber J,.
da gibt es leider keine großen technischen Möglichkeiten. Sie könnten die Geräusche lediglich auf Magnetband aufzeichnen. Ausfluglöcher sind beim Hausbock anfangs nur sehr wenige zu finden. Das Fraßgeräusch ist zum Anfang ein gutes Indiz. Sie werden nun verstehen, wie leicht es manchmal der Hausbock hat, ein wahres Rumpelstielchen!
Es gäbe aber auch andere holzzerstörende oder holzbewohnende Insekten, deren Larven Geräusche erzeugen. Auch Ameisen wären deutliche Geräuscherzeuger. Es sind hier die gesamten Bedingungen an der Baukonstruktion bestimmend, ob sie beteiligt sein könnten. Das nötigt die Untersuchung der komplexen Bedingungen.
Innere Holzspannungen entladen sich meistens durch apruptes lautes Knacken.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

616. Kirchgraber
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Hallo, liebe Holzwurm-Spezialisten,
wir haben ein wunderschönes altes Klavier (Baujahr ca. 1900) gekauft und dieses in unser Holzhaus gebracht (Baujahr 2002, Holzständerbauweise, außen z.T. Holzverkleidung, innen Gipskarton und Tapete). An Ort und Stelle fanden wir dann jede Menge kleiner Löcher in der Rückwand des Klaviers. Niemand weiß, ob die Löcher noch bewohnt sind. Nehmen wir den schlimmsten Fall an, dass sie es sind, kann der Holzwurm dann übersiedeln ins Haus?
Viele Grüße, Doris Kirchgraber
Liebe Doris Kirchgraber, das werden sie bei einer intakten Baukonstruktion nicht machen. Der Befall des Gemeinen Nagekäfers wird abklingen, da das nötige kühlere und feuchtere Klima für eine weitere Befallsentwicklung fehlt. Es gibt jedoch auch einige, (wenige) holzzerstörende Insektenarten, die unser Wohnklima vertragen.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

615. a. linnebach
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hallo,
habe gerade ein altes kinderbett mit holzwurmbefall ersteigert,ein befreundeter schreiner sagte mir, er benutze immer pyremetrin zur bekämpfung, das sei rein pflanzlich und somit nicht giftig bzw. gesundheitsschädlich, stimmt das?
aus den anderen beiträgen habe ich außerdem entnommen, daß der wurm von selber abstirbt, wenn das holz in der wohnung bei geringer luftfeuchte aufbewahrt wird,
ist das so zutreffend (stirbt er ab und geht auch nicht auf andere möbel/parkett über)und wie lange dauert das ca.?
Liebe Alexa Linnebach,
er meint Permethrin, ein (natürlich je nach Konzentration) hochwirksames Nervengift, das in bekämpfenden Holzschutzmitteln als biozider Wirkstoff eingesetzt wird. Es ist dann ein Kontaktinjektizid, was bei Berührung für die Insekten tödlich wirkt. Es wirkt natürlich über Körperkontakt auch bei Wirbeltieren, wie auch der Mensch eines ist - allerdings nur sehr schwach (Müdigkeit, Abgeschlafftheit etc.). Sie finden es z.B. in vielen Wollwaren und Textilien als Konservierungsstoff. Im internationalen Warenverkehr ist es unverzichtbar und auch überwiegend angewendet gegen Befall der Ware durch Schadinsekten. Auch wird das Einschleppen von Insekten dadurch verhindert (Desinfektion im Fluzeug!)
Permethrin wurde schon in Vorzeiten in Asien, später im großen Stiel m südlichen Afrika aus Planzen gewonnen. Heute wird es (schon aus Kostengründen) überwiegend synthetisch hergestellt. Die Wirkung ist bei beiden Giften gleichartig. Der Wirkstoff in fertiger Anwendung liegt bei ca. 0,25%. Ich habe aber schon höhere Dosierungen in allerdings nicht geprüften Anwendungen im Baumarkt gefunden, einige sind nun aber schon aus den Regalen verschwunden. Bestimmte Baumärkte haben Ihre Verantwortung nunmehr sehr ernst genommen, und haben biozidhaltige Produkte eingeschränkt oder gar aussortiert (Bravo!). Ältere Mittel, wie sie in vielen Werkstätten und Bastelräumen noch tonnenweise herumstehen, sind nach wie vor (gesundheitlich) gefährliche Zeitbomben.
Es ist also kein Holzwurm in der Wohnung gefährlicher, als das Mittel dagegen. Die Bestimmung sieht baulich ein Anwendungsverbot von Holzschutzmitteln in Wohnräumen vor. Leider hat der Verbraucher als freier Mensch bei beweglichen Gegenständen, wie z.B. Möbeln, die freie Wahl sich zu gefährden, das ist wie auf der Autobahn...
Grundsätzlich sind die Lebensbedingungen für den Gemeinen Nagekäfer (im Volksmund Holzwurm genannt) in einer baulich intakten Wohung niemals für eine Befallsentwicklung ausreichend, der Befall stirbt regelmäßig ab. Was glauben Sie, wie es sonst in unseren Wohnungen aussehen würde?
Fazit: Obwohl Permethrin weltweit in vielen Bereichen eingesetzt wird, ist es kein alltagstaugliches Hausmittel, es ist ein hochwirksames Nervengift. Ich meine, es wird viel zu viel angewendet und besonders dort, wo man es nicht vermutet (Am neuen Pulli, am T-Shirt, im Wollteppich, im Flugzeug, am Hotelhandtuch etc.) Machen Sie im Sommer einen praktischen Versuch mit dem natürlichen Wirkstoff einem Pyrethroid, des z.B. in den Chrysanteme enthalten ist. Setzen Sie eine Fliege darauf, schon nach wenigen Sekunden wird sie auf dem Rücken liegen und kurz danach ist sie tot.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

614. Fridtjof Stein
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Wir haben bei einem Schreibtisch Holzwurmbefall festgestellt. Ist der
(nur gewachste und nicht versiegelte) Korkboden in Gefahr?

Fridtjof
Lieber Fridtjof Stein,
der im Volksmund Holzwurm genannte Gemeine Nagekäfer hat i.d.R. kein Interesse daran, ganz klar nein.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

613. Birgit Kurzweil
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Hallo,
ich habe gerade gebaut (das Haus wurde jetzt fertig) und mußte letzte Woche feststellen, daß das Holz der Dachgauben im Speicher mit einer dicken Schicht Schimmel überzogen ist. Das Holz selbst weist schwarze Stockflecken auf. Der Schimmel hat nur die Bretter der Dachgauben befallen, nicht jedoch die Balken.

Die Dachgauben wurden im September / Oktober erstellt und waren bis Mitte Dezember der Witterung ausgesetzt. Erst Mitte Dezember wurde außen eine Schicht Styropor angebracht. Verputzt sind die Gauben noch nicht.

Ich vermute daß durch das Anbringen der äußerlichen Styroporschicht, und durch das Hochheizen zum Trocknen des Estrichs, das Holz oben nicht mehr atmen konnte, und sich so die Schimmelschicht gebildet hat.

Der Bauunternehmer hat diese nun weggewischt und will das Holz noch "behandeln". Meine Frage ist nun ob es damit getan ist, oder ob der Schimmel wieder kommen kann wenn dies nicht korrekt ausgeführt wird.

Da ich diese Woche das Übernahmeprotokoll unterschreiben müßte, wäre ich um eine raschen Ratschlag dankbar.

Mit freundlichem Gruss

Birgit Kurzweil
Liebe Birgit Kurzweil,
möglicherweise sind die Bretter "feuchter" eingebaut. Die Balken scheinen dagegen "trockener" eingebaut zu sein und konnten vermutlich die hohe Luftfeuchte noch in sich aufnehmen. Nach Sättigung der Balkenrandbereiche, wird es auch hier Schimmel geben können.

Die direkte Bewitterung von Holz ist eingeschränkt hinnehmbar, denn das Holz trocknet auch wieder. Es führte nur bei Konstruktionsfehlern oder bei unfertiger Bauweise zusammen mit dem Auftreten von hoher Baufeuchte zu solchen Erscheinungen. Die in der VOB Teil C, DIN 18334 Zimmer und Holzbauarbeiten festgelegte Holzeinbaufeuchte ist maximal 18% u. In einer so und auch bis Abnahme ordentlich organisierten Baukonstruktion ist ein jegliches Pilzwachstum ausgeschlossen.

Das haben Sie bestellt. Stellen Sie nun gegenüber, was Sie erhalten haben!

Ich darf mal vermuten: Mit der Dämmung ist auf der Innenseite gegen "wärmere" Luft eine in der Fläche geschlossene Dampfsperre nötig, sonst kann es durch Kondensation zu Tauwasserbildung mit möglicher Schimmelbildung an Außenwandbauteilen führen. Da sind Wand udn Deckenanbschlüsse die Schwachpunkte. Öffnungen (Steckdosen, Installationen, Spots, etc) durch diese Ebene hindurch sind bestensfalls unzulässig.

Sie müssen also nun prüfen ob die Dampfsperre ordentlich vorhanden ist und auch ganzflächig dicht ist. Das können Sie als Laien gar nicht ohne Fachmann. Hierzu kann ich Ihnen nur eine Prüfung empfehlen. Dieses geschähe durch eine Druckprüfung des Innenluftraumes nach Abdichtung aller Fenster und Türen. In der Sprache des Buschlandes heißt das BlowerDoorTest.

Wie Sie vertragliche Dinge sachlich richtig und unter Wahrung von Fristen durchsetzen können, sagt Ihnen am besten noch vor der Abnahme ein Rechtsanwalt mit Kenntnis vom Bauvertragsrecht. Auch ein sachverständiger Architekt kann Ihnen bei der Abnahme schon eine "Erste Hilfe" sein.
Dabei muß es nicht immer in Richtung Sreit gehen. Erst mal wollen Sie aber wenigstens wissen, auf welche Sachen ist vor der Abnahme zu achten und was sind Ihre bestellten vertraglichen Leistungen (für die Sie ja bezahlen sollen). Hierzu kann ich aus der Ferne leider nichts Verbindliches beitragen.
Im Notfall können Sie a) eine Abnahme auch (ordentlich mitgeteilt) mehrmals verschieben und b) alle Feststellungen durch Vorbehalte bei der Annahme von der danach wirksamen (und für Sie ungünstigen) Beweislastumkehr ausklammern. Bei Zahlungseinbehalten würde ich daneben vertragsgemäß handeln. Falls Sie die vertraglichen Regelungen nach VOB Teil B vereinbart haben, finden Sie diese im Internet im Wortlaut und könne sich dort am Wortlaut informieren. Sie ist kurz und bündig, mir unverständlich, warum Sie keiner liest und ernst nimmt. PS: Durch einfaches Abfragen vom VOB C Inhalt könnten Sie Bauleute, Architekten und Rechtsanwälte einem unbestechlichem Tauglichkeitstest unterziehen.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke

 

612. Tim
Hallo,
im Keller meines Hauses (80 Jahre alt) sind Holzträgerbalken für den Fussboden des Erdgeschoss, diese Balken und Zwischenbretter sind mit Holzwurmlöchern übersät. Mir wurde mittgeteilt dass es sich um Holzwurmbefall handelt.
Meine Frage ist nun wie erkennt man ob der Wurm aktiv ist und wenn wie beseitigt man den Schädling zuverlässig. Das Haus haben wir neu erworben u. ist noch nicht bezogen, es wäre also möglich die Chemischekeule zu schwingen.
Besten dank vorab.
Tim
Lieber Tim,
es wird eine Folge von zu hoher Luftfeuchtigkeit im Keller sein. Das könnte am falschen Lüften liegen. Es kann aber auch eine schon von Anfang an ungünstige Planung der Baukonstruktion gewesen sein. Üblicherweise werden solche Hölzer aus Eiche ausgeführt. Näheres haben Sie leider nicht gesagt.
U.U. kann es daher auf lange Sicht auch sinnvoller sein, die Decke in einer beseren Konstruktion zu erneuern.
Genaues kann ich Ihnen leider ohne Ortskenntnis nicht sagen.
Viele Grüße
Hans-Joachiom Rüpke