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485. Inge
18.09.2003 20:43
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Sehr geehrtes Holzwurm-Team Vor 9 Jahren haben wir ein finnisches (Kiefer) Blockhaus gebaut. (14,5er Balken) Das Holz kam im März im teils nassen Zustand hier an. Wir hatte viele Probleme mit dem nassen Holz (Drehung der Balken, teils Bläuebefall) Mir fiel zwar oft schon auf, daß an der Außenwand Einflug/Ausfluglöcher waren aus denen kleine Wespen kamen. Aufgefallen ist mir das deshalb, weil ganz feines Sägemehl an den Balken war. Ich habe die Löcher mit der Flüssigkeit IBERON Holzwurmtot getränkt. Ab sofort kamen keine Wespen mehr. Die Löcher habe ich mit Holzkitt zugemacht. Aber seit einigen Monaten habe ich im Haus Nagegeräusche wahrgenommen. Die mich natürlich sehr beunruhigen. Dann fiel mir auch hier Sägemehl auf was aus den kleinen oval oder kreisrunden Löchern kam. (Bild 1) Heute war das Geräusch derart nervend, daß ich hinter die Leisten mit einer ganz feinen Spritze etwas von dem IBERON rein gespritzt habe. Kurze Zeit später sah den Käfer der nach der Beschreibung die ich im Internet fand ein Holzbockkäfer ist. Könnten Sie mir Informationen geben was ich machen kann. Ich stehe nun vor der für mich fast unlösbaren Aufgabe "was machen". Ich sehen unseren großen Traum schon schwinden, weil ich denke kann man es retten. Bisher ist sichtbar ein Balken in der Diele befallen von etwa 2,20m. An einer anderen Ecke wo ich das Loch heute fand sieht am von außen nur unten an der Fußleiste das Ausflugloch. Obwohl der Käfer raus ist höre ich, zwar sehr schwach Nagegeräusche. Deshalb war auch früher meine Annahme es ist eine Maus. Das Haus steht in einer Gegend wo noch mehrere Holzhäuser in unmittelbar Nachbarschaft sind. Freudliche Grüße Inge Ich hoffe inständig daß Sie mir helfen können, die Verzweiflung macht mich total fertig. Über eine Antwort würde ich mich freuen und danke Ihnen mit freundlichen Grüßen Inge Liebe Inge,
zuerst einmal bräuchte ich bessere Bilder, die geschickten sind unscharf. Zur Holzeinbaufeuchte. Zu den Wespen ist zu fragen, in welche Löcher sind die eingeflogen? Wespen bauen sich eigentlich keine Nisthöhlen im Holz. Es kämen nur bestimmte Arten der Grabwespe. in Frage, die aber auch nur vorgegebene Fraßgänge nutzten. Der Hausbock hat ja mehrere deutliche Zeichen: trockenes Nadelsplintholz, wenige ovale Ausfluglöcher (lange Lebensdauer der Larven im Holz), deutliche Fraßgeräusche (bei Klopfgeräusch abrupt still). Bei Ihnen treffen viele Anzeichen zu. Schärfere Bilder würden dies besser anschaulich machen. Nötig ist nun ein Sachverständiger für Holzschutz , zur genauen Befallsfeststellung sowie zur Feststellung des genauen Befallsumfanges. Maßnahmen ergeben sich danach. Dies wären vielleicht eine Heißluftbehandlung verbunden mit vorbeugenden chemischen Maßnahmen. Auch ist nun die rechtliche Frage zu stellen, warum ist an einen Holzschutz nicht gedacht worden? Nach den Landesbauordnungen ist so ein Holzhaus aus Kiefer nur dann ohne Holzschutz möglich, wenn das verbaute Kiefernholz aus Kiefernkernholz +/- 10 Splintanteil besteht. Ist dies nicht so, ist ein chemischer Holzschutz für die Gefährdungsklasse 1 erforderlich und wie wir in sochen Fällen sehen, den Tatsachen nach ist das auch als ratsam gegeben. Es könnte nun die Frage nach der Haftung zu Gewährleistung und Schadensersatz gestellt werden. Dazu sind aber die vertraglichen Vorgänge wichtig. Immerhin, vielleicht liegt ein Verstoß gegen das Baurecht vor, eine diese Fragen entscheidende Sache. Danach kann u.U. auch nach Ablauf der Gewährleistungzeit ein Anspruch auf Schadensersatz möglich sein. Dabei könnte u.U. der einstige Wunsch des Bauherrn oder der Bauherrin auf chemischen Holzschutz zu verzichten ganz ohne (vertraglichen) Belang sein - denn es gelten zuvorderst die Anforderungen aus der Landesbauordnung. Ein interessanter Fall also, denn ich kenne viele durch den Hausbock gefährdete Kiefernholzhäuser, weil der Kernholzanteil des verbauten Holzes viel zu gering ist. Die Ausrede alles Holz sei kontrollierbar gilt hier übrigens nicht, weil eine effektive Kontrollierbarkeit drei Seiten betreffen müßte. Viele Grüße Hans-Joachim Rüpke |
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484. Markus K.
18.09.2003 10:28
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Hallo Experten Team, ich möchte den Holzwurm in meinen antiken Möbeln beseitigen. (Begasung ist mir dann doch zu gefährlich) Haben Sie eventuell eine "Bauanleitung", um eine Wärmekammer selber zu bauen. Vielleicht Möbel in Folie einpacken und Warmluftgebläse verwenden? Über eine Antwort würde ich mich freuen. Mfg Markus K. Lieber Markus K.,
haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, wieso Ihre antiken Möbel eigentlich vom Holzwurm befallen sind? Die Gefählichkeit von Gasen ist sehr unterschiedlich. Auch Luft ist ein Gas. Toxische Gase dürfen Sie ohne die nötige Sachkundeprüfung und amtliche Zulassung nicht anwenden. Bei Inertgasen ist das anders. Sie trinken in Ihrem Weißbier auch Kohlendioxid mit herunter... das Maß die Wirkung aller Dinge. Wärmekammern für Hitzebehandlungen müssen steuerungstechnisch ausgerüstet werden. Einem Erfindungsgeist steht da nichts im Wege. Pläne dazu würden mich auch gern interessieren. Wenn es unwichtige Sachen sind, wurde es so schon so gemacht. Ich kenne einen Tischler, dem dabei durch Wärmestau fast die Werkstatt abgebrannt wäre... Es muß aber nicht so dramatisch enden, denn Antiquitäten werden i.d.R. nur in luftfeuchtegeregelten Kammer erhitzt, um Risse und Oberflächenschäden zu vermeiden. Ich kann nur empfehlen, nichts zu machen, wozu man keine praktische Erfahrung hat. Gute Fachleute machen sich zuerst Gedanken um alle möglichen einwirkenden Wechselwirkungen der Möbel mit der Umgebung. Daraus kann sich als wirksame Maßnahme auch eine Änderung der Umgebungsbedingungen ergeben. Bei Hitzebehandlngen und bei Begasungen sind Versuche nötig, wenn es sich um wertvolle Sachen oder etwas unbekanntes wie z.B. Farbbeschichtungen handelt. Viele Grüße Hans-Joachim Rüpke | |
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480. F. v. Seydlitz
13.09.2003 21:18
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Hallo, ich habe eine Holzfigur aus Afrika (Namibia) mitgebracht. Leider ist diese inzwischen völlig mit kleinen Löchern übersät, davor findet man Holzmehl und abgestorbene Käfern ähnelnden Insekten. Behandlung mit Holzwurmgift, dass ich in alle Löcher einsprizte, brachte nur vorüber gehenden Erfolg. Was kann es sein ? Was soll ich tun? (Figur ist zu groß um in den Backofen zu passen) Danke, F. v. Seydlitz Lieber F. v. Seydlitz,
zu erst einmal würde ich nachfragen, ob es in Ihtrer Nähe eine Möglichkeit gibt eine Wärmekammer zu nutzen. Zur Denaturierung von Eiweiß sind hier 55 °C über 60 Min im Holzkern zu erreichen. Ja nach Objekt ist dabei eine Feuchteregelung sinnvoll um Risse zu vermeiden. Eine andere Möglichkeit ist die Figur luftdicht in Folie umhüllen, ein Inertgas einführen und dann einige Wochen lagern. Ein Überblick über alle Methoden Viele Grüße Hans-Joachim Rüpke |
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478. Torben
11.09.2003 15:45
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Sehr geehrter Herr Rüpke, mit großem Interesse lese ich in Ihrem Forum. Nun möchte ich jedoch selbst etwas Fragen. Unser großes Problem sind die Balken unter unseren Dielen im Spitzboden. In unserem gerade gekauften Haus sind diese Dielen sehr stark von Holzwurmlöchern übersäht gewesen. Nach Entfernen der Dielen mußten wir feststellen, dass zumindest einer der Balken wahrscheinlich vom Hausbock befallen war/ist, da die Gänge relativ groß waren und "Rippelmarken" zeigten (wie Sie auf Ihrer Homepage beschrieben hatten). Ausflugslöcher oder "Kotwalzen" konnten wir leider nicht feststellen. Der Befall war nur sehr oberflächlich. Nun hätte ich zwei Fragen an Sie: a.) Das Haus ist von 1910 und daher ein Lebendbefall doch praktisch auszuschließen, oder? Leider habe ich auf Ihrer Homepage eine Seite mit dem Titel "Wie gut, daß der Architekt nicht weiß, daß ich Hausbock bin und beiß!" gefunden. Das Haus war von 1900?! Jetzt mache ich mir doch Sorgen. b.) Ein Freund erzählte mir von der Möglichkeit einen Lebendbefall von Hausbock durch in das Holz versenkte Mikrofone zu "hören". Gibt es tatsächlich so eine Lösung? Für Ihre Mühe vielen Dank im voraus! Torben Seit längerer Zeit komme ich wieder einmal dazu, hier in diesem Forum ein wenig mitzureden.
Hier meine Antwort für Hrn. Torben: Es ist durchaus möglich, dass bei Ihnen in den Balken der Hausbock nagt (eine genaue Bestimmung ist per Ferndiagnose nur schwer möglich). Dass altes Holz nicht befallen, bzw. nicht gefressen wird, ist ein Gerücht und unwahr. Zig Objekte aus meiner Praxis sind älter als 100, z.T. auch als 200 - 300 Jahre und weisen einen höchst aktiven Hausbockbefall auf. Ein Neubefall eines Altholzes ist vielleicht unwahrscheinlicher, als ein Befall von Frischholz, gefressen wird das alte Holz aber genauso wie das frische (tlw. wird der Befall auch mit neu eingebauten Brettern eingeschleppt). Also: Vorgangsweise wie bei Insektenbefall allgemein: Feststellen, um was es sich handelt und ob der Befall aktiv ist, dann entsprechende, der Situation angepasste Maßnahmen treffen. B. Schachenhofer Gruß aus Salzburg e-mail: info@feuchtemauern.at www.feuchtemauern.at/ |
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477. Thilo Hermann
11.09.2003 15:26
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Hallo! Ich habe Hausbockbefall (Hylotrupes bajulus) in den Dachsparren und im Brettstapel. Das verbaute Holz ist Kiefer und heißt hier (Korsika): pin laricio. Das Holz wurde im September 2001 gesägt lag anschließend ca. 4 Wochen gesägt und aufgehölzelt im Sägewerk und wurde dann nach und nach verbaut. Es sind ca 5 % aller Holzteile (lokal begrenzt) befallen, teilweise im Hausinnern und teilweise auserhalb (Dachüberstand). Die Maden sind oberflächlich und bis in vier Zentimeter Tiefe zu finden. Vereinzelt sind Ausfluglöcher sichtbar. Der Innenausbau ist weit fortgeschritten und ich vermute auch in jetzt nicht mehr zugänglichen Bereichen Befall. Genügt eine Behandlung (abbeilen und vergiften) des noch zugänglichen Holzes plus eine Warmluftbehandlung kommenden Sommer (Diesen Sommer hätten wir ja gut ausnutzen können ist aber jetzt auch hier vorbei)? Vielen Dank - Thilo Hermann Antwort für Hrn. Hermann!
Bitte Nachlesen unter www.fachwerk.de im Forum für Holzschädlinge; dort habe ich Ihnen auf Ihre Frage schon geantwortet. B. Schachenhofer Gruß aus Salzburg e-mail: info@feuchtemauern.at www.feuchtemauern.at/ |
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476. Markus K.
11.09.2003 15:26
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Hallo Experten Team, ich möchte mehrere antike Möbel, die vom Holzwurm befallen sind, "begasen". Welche Mittel sind zu bevorzugen? Welche Substanzen im Gas vernichten den Holzwurm? Vielen Dank für Ihre Bemühungen. MfG Markus K. Lieber Markus K.,
das entscheidet und beantwortet Ihnen der von Ihnen mit der bestimmungsgemäßen Begasung beauftragte Verantwortliche des zugelassenen Fachbetriebes. Viele Grüße Hans-Joachim Rüpke | |
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475. Jennysis
11.09.2003 13:46
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Hallo! Ich hab mit Carhifi zu tun und bin auch in einem Carhifi-Forum. Viele von uns arbeiten zum größten Teil mit MDF oder Multiplex. Und nun fragen wir uns ob die Hölzwürmer auch MDF und Multiplex mögen!? ![]() Ausserdem: Woher kommen die Holzwürmer?! LG Jennysis Liebe(r) Jennysis,
nein. Da sind zu viele Klebstoffe drin. Viele Grüße Hans-Joachim Rüpke | |
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471. Susanne Lukassen
09.09.2003 10:10
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Hallo, gestern habe ich in einer (wohl älteren, jetzt zweckentfremdeten) weinkiste einen holzwurm entdeckt. die kiste steht auf meinem parkett. vorsorglich habe ich die kiste gleich rausgestellt. da ich in einem älteren bauerntisch schon mal einen holzwurm hatte und diesen dank chem. mittel auch damals beseitigen konnte, weiss ich, was grundsätzlich zutun ist. meine frage ist jedoch allgemein, ob holzwürmer nur an altes holz gehen oder wie alt das holz generell sein muss, damit sie es befallen? noch habe ich keine löcher im parkett entdecken können... über eine antwort würde ich mich freuen! mfg susanne l. Liebe Susanne Lukassen,
danke für die etwas anspruchsvollere Fragestellung. Das Holzalter ist für die meisten holzzerstörenden Insekten ohne Belang. Betrachtet man das von der Seite des Eiablageverhaltens, legen einige der Nagekäferarten beworzugt in die gerade benutzetn Ausfluslöcher ein. Der Befallsbereich ist dadurch aber auch durch Wechselwirkungen mit den nötigen Lebensbedingugen (Holzart, Feuchte und Temperatur) lokal definiert. Lediglichlich der Hausbock, der für seine Eiablage Risse bevorzugt aber sicher auch bestimmte Holzinhaltsstoffe benötigt, ist mit zunehmendem Holzalter an seinen geliebten Holzarten (Fichte und Nadelsplintholz) weniger zu finden. Daher sein ausgeprägtes großfächiges Auftreten. (Übrigens die Hausbockmänner suchen im Umkreis von 2 km den Weibchen den geeigneten Eiablageplatz - da gibt es noch viel zu erforschen) Ob ein holzzerstörendes Insekt nun von dem einen Ort zum anderen wechselt, liegt nur an den nachhaltig gegebenen Bedingungen und deren Wechselwirkung mit der umgebenden Situation und dem Zeitpunkt ab. (Nahrung, Feuchte, Temperatur, Feinde) Der entscheidende Zeitpunkt hierzu ist die Ausflugszeit. Viele Grüße Hans-Joachim Rüpke |
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467.
05.09.2003 22:44
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Hallo Herr Ruepke in meinem Carport habe ich einen Stapel Buchenholz als Brennholz gelagert.Seit einiger Zeit vernehme ich ein leises Knacken in diesem Stapel, und kann an einigen Stellen feines Holzmehl sehen. Allerdings ist es mir noch nicht gelungen, ein Tier zu finden. Gibt es eine Möglichkeit den Holzstapel zu behandeln, damit einem Übergreifen des Schädlings auf mein Wohnhaus(Holzständer-Fertighaus)vorgebeugt wird? Nette Grüße Stefan Schönberger Stefan Schönberger,
ich warte noch auf die Frage ob man den ganzen Wald behandeln könnte - überlegen Sie doch mal selbst: Natur ist Stoffwechsel, das ist neben dem Aufbau des Lebenden der Abbau des Toten. Gönnen Sie sich mal die gleiche Ruhe, wie Sie es zuvor dem Holzstapel gegönnt hatten. Der Holzstapel wird schon mit allem allein fertig. Ihr Haus sollte nicht mit so schweren Baufehlern behaftet sein, das es von dem bischen Leben in einem Holzstapel niedergemacht werden könnte. Wäre es eine wirkliche Gefahr für verbautes Holz, niemand hätte dann seit Jahrtausenden so arglos Holz am Bau verwenden können. Dem ist also nicht so. Das Wissen um die Zusammenhänge wird Ihre Befürchtungen auflösen, wie die Sonen jeden Nebel. Sehen Sie mal den knisternden Holzstapel als ganz natürlich an. liegt er gut besonnt, werden Sie ein Haufen Überwinterungsgäste naturnahen Platz bieten. Im nächsten Sommer könnte es in Ihrem Garten wieder (totholzbewohnende) Wildbienen oder Grabwespen geben. Ihre Obstbäume gäben mehr Frucht und lästige Mücken, Fliegen und Läuse würden von der (nichtstechenden) Grabwespen im Fluge erlegt. Sie fänden sich wieder als Larvennahrung in den Holzstapel - und es würde wieder knistern, wie jedes Jahr am Holzstapel. Viele Grüße Hans-Joachim Rüpke |
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462. Dieter Ueberschär
03.09.2003 13:27
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Lieber Herr Rüpke, vielen Dank für die prompten und kompetenten Ratschläge. Alles Gute und viele Grüße ![]() Dieter Ueberschär |
wenn Sie einige Beiträge zurück durchgelesen hätten, wäre Ihre Frage schon beantwortet worden.
Die Gefahr ist relativ und sehr gering. Lassen Sie den Vögeln und den Insekten ihren Lebensraum und sie werden sehen, es passiert gar nichts, was nicht ohnehin auch ohne ihr Vogelhaus passieren könnte.
Viele Grüße
Hans-Joachim Rüpke